Meister der Reportage

„Das war einer dieser Abende, die man nicht schnell vergisst“, sagte Florian Klenk nach seiner Lesung im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik Enns. Der Aufdeckerjournalist las aus seinem Buch „Früher war hier das Ende der Welt“. Klenk berichtete von Erlebnissen an der österreichischen Grenze, von ungewöhnlichen Politikern in Kärnten sowie von Prostituierten in Wien. Danach diskutierte er mit den Gästen über seinen Beruf, das Aufdecken und Schreiben.  „Ich wusste gar nicht, dass es hier so viele Bordelle gibt“, wunderte sich Klenk, bevor er am Bahnhof St. Valentin in den Zug nach Wien stieg.  Möglicherweise dachte er bereits auf der Heimreise über seine nächste Reportage nach. Ein Video von der Lesung gibt’s hier:

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Kuriositäten auf Friedhöfen

Dass Friedhöfe und Gruften ganz schön gruselig sein können, ist bekannt. Aber dass sie auch ziemlich kurios sein können, beweist der Friedhof in Ferrara.  Neben der Kathedrale Chiesa di San Cristoforo stehen Grabstätten im ägyptischen Stil. Bewacht werden diese von Sphinxe mit nackten Brüsten. Auf einem anderen Grab steht ein Engel, der auf ein Grab pisst. Ein paar Meter weiter ist auf einem Grabstein ein Totenbild  zu sehen, das ein junges Liebespaar beim Zigarettenrauchen zeigt. Ebenfalls am selben Friedhof befinden sich Kreuze, die mit dem Piraten-Totenkopf-Logo versehen sind. Was lernen wir draus? Verrückte sterben nicht aus!

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Blutwunder in Ferrara

Wie auch andere italienische Orte kann die Stadt Ferrara mit zahlreichen Gotteshäusern auftrumpfen. Während die Kathedrale im Stadtzentrum (Cattedrale di San Giorgio) von Touristen überrollt wird, ringen andere Kirchen mit wunderbaren Ideen um die ihnen zustehende Aufmerksamkeit. Ein Beispiel? Die Basilika „Santa Maria In Vado“ liegt am Rande der Stadt und hat sich für Touristen ein ganz spezielles Wunder ausgedacht: Bei einer Besichtung erfährt man in mehreren Sprachen, dass dort zu Ostern im Jahre 1171 Blut aus einer Hostie floss. Die Blutspritzer kann man noch heute an einer Kuppel über dem Altar entdecken. Auch ein Bild von diesem Ereignis hängt jetzt in der Kirche. Mich erinnert es ein bisschen an „Kill Bill“. Fotos gibts hier:

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Am Grab von W.A. Mozart

Nächste Woche ist Allerheiligen – eigentlich eine wunderbare Gelegenheit um den Friedhof St. Marx zu besuchen. Es handelt sich dabei um den einzig bestehenden Biedermeierfriedhof in Wien. Es wurden dort zwischen 1784 und 1874 zahlreiche prominente Menschen beerdigt, unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart. Auch sein erster Biograf, Franz Niemeczek, und Anna Gottlieb, die erste Darstellerin der Pamina aus der Zauberflöte. Aber auch viele weitere Persönlichkeiten wie Schauspielerin Therese Krones haben hier ein Denkmal erhalten. An einem Herbstag versprüht der Friedhof mit seinen Steinen, Wiesen und bunten Blättern eine magische Atmosphäre. Einzig der Verkehrslärm im hinteren Teil des Friedhofs stört die Naturidylle. Noch ein Tipp: Wer den besonderen Kick sucht, sollte die Grabstätte bei Nacht besuchen.

 

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Bestseller-Autor Gerald Hörhan auf der WU Wien

„Es gibt Leute, die sagen ich bin ein Kotzbrocken“, so Bestsellerautor und Investment-Punk Gerald Hörhan. Ich sage, Hörhan ist ein guter Selbstvermarkter. Bei seinem gestrigen Vortrag erklärte er Studierenden der Wirtschaftsuniversität Wien, wie sie durch Disziplin, Verzicht und Durchblick einmal ein großes Vermögen erwirtschaften können. (Auf Kosten von…?)  Auch für Menschen wie mich, denen eine andere Lebensplanung vorschwebt, war etwas dabei. Und zwar Hörhans Hausverstandtipps: Macht keine Schulden, lebt nicht über eure Verhältnisse, verschwendet kein Geld. Danke, diese Erkenntnisse waren mir der freie Abend vor dem Nationalfeiertag echt wert!

 

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Applaus für Angelika Gruber

„An einem musikalischen Abend wie diesen, kann man Energie auftanken“, so eine Besucherin nach dem Konzert des Orchesters „Collegium Ennsegg“ am vergangenen Wochenende. Unter dem Titel „Symphonisch“ lud das fünfzig Musiker starke Ensemble rund um Christoph Bitzinger in die Stadthalle Enns ein. Am Dirigentenpult stand der Steyrer Konzertmeister Wolfgang Nusko. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Solo-Oboistin Angelika Gruber. Sie schaffte es mit viel Persönlichkeit und Leidenschaft dem Publikum die Suite von Fini Henriques, ein außergewöhnliches Werk aus dem 20. Jahrhundert,  schmackhaft zu machen. Highlight des Abends war die bekannte Symphonie Nr. 8 in G-Dur von Antonin Dvorak. Schade, dass sich nur ein paar hundert Ennser die Zeit nahmen, um dieses klassische und hochwertige Konzerthighlight mitzuerleben. Videos vom Konzert gibt es auf YouTube, Fotos hier:

 

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Bühnenwerkstätten in Wien

Wo wird eigentlich das Bühnenbild für das Burgtheater oder die Staatsoper gebaut? In den Art for Art-Bühnenwerkstätten in Wien. In den riesigen Hallen neben dem Heeresgeschichtlichen Museum arbeiten Schneider, Tischler, Maler, Schlosser, Bildhauer und Waffenschmiede. Täglich rollen von dort zahlreiche Lastkraftwagen mit neuen Bühnenbildern in die verschiedenen Theaterhäuser und wieder zurück. In den Werkstätten werden Möbel entworfen, Hintergrund-Bilder gemalt, Waffen geschmiedet und gesammelt, Säulen, Treppen oder andere Bühnenelemente gefertigt. Kurz: hier werden Ideen verwirklicht. Wer die Gelegenheit dazu bekommt, sollte sich diese Hallen unbedingt einmal ansehen.

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Berührende Geigenklänge in der Basilika Enns-St.Laurenz

Wer schon einmal Musikschüler im ersten Lernjahr Geige spielen gehört hat, der weiß, welch grausame Geräusche aus diesem Streichinstrument rauskommen können. Wer heute beim Konzert des Ennser Kammerorchesters in der Basilika Enns-St. Laurenz dabei war, kennt auch die andere Seite des Instrumentes. Denn der eindeutige Höhepunkt des musikalischen Abends war das Violinkonzert d-moll op.47 von Jean Sibelius. Unglaublich. Die Sologeige spielte Sophie Neuhauser, die Tochter des Organisten-Ehepaares Klaus und Maria Neuhauser. Die ganze Kirche lauschte den gefühlvoll-gespielten Passagen der jungen Solistin – und natürlich der angenehm-zurückhaltenden Begleitung des Orchesters unter der Leitung von Michael Wahlmüller. Es war traumhaft! Da wurde einem – trotz der eisigen Temperaturen – warm ums Herz!

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David Schalko und Thomas Maurer im Cine Center Wien

„Stellt uns jetzt bitte nicht die Frage, wie man leben soll“, so Kabarettist Thomas Maurer und Regisseur David Schalko. „Wir sind durch den Film auch nicht gescheiter geworden.“ Die Premiere von „Wie man leben soll“ war erwartungsgemäß ein voller Erfolg. Schon die Roman-Vorlage von Thomas Glavinic war gefüllt mit groteskem Humor, in der Kinoverfilmung wird noch ein Schäuflein draufgelegt. Außerdem spielen viele bekannte Gesichter und die halbe österreichische Kabarettszene mit. Hauptdarsteller Axel Ranisch sitzt mit Josef Hader in der Badewanne, fährt für Robert Palfrader Taxi, wird von Lukas Resetarits einvernommen, geht mit Thomas Stipsits Spendenkeilern, macht sexuelle Erfahrungen mit Robert Stadlober und, und, und. Eine über 70-jährige Kinobesucherin meinte: „Also mir hat der Film gefallen“. Ich kann mich dem nur anschließen.

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Ginger Baker in Enns

„Ich bin 72 Jahre alt. Aber ich werde mein Bestes geben“, versprach Ginger Baker bei seinem Auftritt im Kulturzentrum d‘Zuckerfabrik. Der Weltstar ist alt geworden und braucht inzwischen Hilfe, um überhaupt auf sein Schlagzeugpodest steigen zu können. Doch ist er aber einmal oben, dann geht die Post ab. Gemeinsam mit Gitarrenvirtuose Regi Wooten, Percussionist Dodoo Abass und Starbassist Jonas Hellborg lieferte er eine beeindruckende Show ab. Bei der Zugabe ließ Ginger Baker den Rockmusiker raushängen, rauchte mit coolem Blick eine Zigarette und schoss anschließend den Stummel durch die Luft. Videos vom Konzert gibts auf Youtube, Fotos gibts hier:

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