Gablonzer Schmuck von Albin Zappe

„Er war ein Künstler“, beschreiben ihn ehemalige Mitarbeitende. Albin Zappe, geboren 1921, musste nach dem Zweiten Weltkrieg aus Gablonz im Sudetenland (heute „Jablonec nad Nisou“) nach Österreich fliehen. Er gehörte zu den ersten „Gablonzern“, die sich im Schloss Losensteinleiten bei Steyr niederließen und dort mit einfachsten Werkzeugen Schmuck herstellten – aus alten Blechdosen und Wrackteilen. Obwohl er im Krieg einen Arm verloren hatte, gründete er 1946 seine eigene Schmuckfirma und „kam gut über die Runden“. Als seine jüngeren Brüder aus der Kriegsgefangenschaft freikamen, verlegte er gemeinsam mit ihnen die Schmuckproduktion in eine Holzbaracke neben dem Schloss.

Albin Zappe und sein Schmuck – mit Swarovski-Steinen

Neugablonz in Enns

1951 zog er – wie viele ehemalige Gablonzer Schmuckerzeuger – nach Enns. Sie gründeten dort den neuen Stadtteil „Neugablonz.“ Albin Zappes Firma befand sich zuerst in den ehemaligen Reitstallungen der Lerchentaler Kaserne und danach in einem neu gebauten Gebäude in der Gürtlerstraße. „Albin Zappe und Brüder“ hatte in den 60er-Jahren bis zu 120 Mitarbeitende. Als gelernter Gold- und Silberschmied entwarf Albin Zappe zehntausende Broschen, Ringe und Ketten – und exportierte seinen Modeschmuck in 20 Länder wie Japan, Frankreich und die USA.

„Ich habe Broschen gemacht, wo 50 Lotstellen sind. Die hat man in Amerika gar nicht machen können. Da haben wir einen großen Umsatz gemacht. Durch die Qualität und die viele Handarbeit.“ (Albin Zappe)

Heute gibt es die meisten Schmuckfirmen in Enns nicht mehr. Allerdings erinnert in der Gürtlerstraße das Museum der Gablonzer Industrie an die Geschichte der Schmuckerzeuger.

„Albin Zappe und Brüder“ in der Gürtlerstraße in Enns

Buchtipp: Mehr über Albins abenteuerliche Geschichte und jene der Gablonzer Schmuckerzeuger ist im Buch Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe zu lesen.

Museum über Gablonzer Schmuck

Von kreativen Schmuckstücken aus Flugzeugblech und Keksdosen der US-Army bis zu glitzernden Broschen und Ball-Krönchen mit Swarovski-Steinen: Renate und Erwin Friedrich betreiben in Enns in der Gürtlerstraße 19 das „Museum der Gablonzer Industrie“.

Besucherinnen und Besucher können in die Welt des Gablonzers Modeschmucks eintauchen. Auch die Geschichte der Gablonzer Schmuckerzeuger wird erzählt. Viele sind nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben worden und haben in Oberösterreich eine neue Heimat gefunden, erzählt Friedrich: „Die Leute haben sich aufgerafft und wieder etwas aus ihrem Leben gemacht.“

Besuche und Führungen sind jederzeit mit Voranmeldung (office@friedrich-schmuck.at) möglich. Museum der Gablonzer Industrie, Gürtlerstraße 19, 4470 Enns

Museumsbetreiber Erwin Friedrich hat selbst 35 Jahre lang Modeschmuck produziert.
„Christbaumschmuck“: Viele Vitrinen zeigen die Kreativität der Gablonzer.
Das „Museum der Gablonzer Industrie“ in Enns erzählt die Geschichte der Schmuckerzeuger.

Dazu ein Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und StrümpfeInge erlebt den Zweiten Weltkrieg in Gablonz – als junge Österreicherin zwischen Sudetendeutschen und Nazis, Tschechen und Russen. Damit ihre Familie flüchten kann, geht sie jedes Risiko ein. Blick ins Buch.

Michaela Obertscheider gewinnt Kleinkunstkartoffel

„Ich bin sehr überrascht! Es war so ein toller Abend“, sagte Michaela Obertscheider. Die Kabarettistin und Kreativttainerin hat am Samstag die 19. Ennser Kleinkunstkartoffel gewonnen. „Die Konkurrenz war so unterhaltsam, das Publikum wunderbar!“ Die gesamte Show – mit Moderator Clemens Maria Schreiner, Showact Elli Bauer und den Teilnehmenden Suse Lichtenberger, Jonas Bonas, Amar, Andreas Wutze und den Gebrüdern Zamarotti ist am 5. März um 23 Uhr auf ORF III zu sehen!

Siegerin Michaela Obertscheider

Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und StrümpfeInge erlebt den Zweiten Weltkrieg in Gablonz – als junge Österreicherin zwischen Sudetendeutschen und Nazis, Tschechen und Russen. Damit ihre Familie flüchten kann, geht sie jedes Risiko ein. Blick ins Buch.

Kartoffel für das größte Kabaretttalent

Neues Jahr, neue Ennser Kleinkunstkartoffel: Der beliebte Kabarettwettbewerb findet heuer am Samstag, 9. März, um 19 Uhr in der Stadthalle Enns statt. Mit dabei sind Moderator Clemens Maria Schreiner („Fakt oder Fake“) und Senkrechtstarterin Chrissi Buchmasser als Showact. Dazu werden folgende sechs Kabarettistinnen und Kabarettisten je zehn Minuten lang ihr Können beweisen: Nini Hölzl, Lukas Wiesner, Dan Knopper, Lorenz Hinterberger, Alexander Hechtl und Lydia Neunhäuserer. Wer den meisten Zuspruch vom Publikum bekommt, gewinnt die begehrte „Kleinkunstkartoffel“-Trophäe. Vorverkaufskarten sind ab sofort in der Bürgerservicestelle Enns um 15 Euro sowie online erhältlich.

Franziskaner mit Maske

Wie geht es eigentlich Pater Martin in Lienz? „Alles im grünen Bereich“, antwortet der fröhliche Franziskanermönch. Sein berühmtes Lachen ist trotz Mund-Nasen-Schutzes nicht zu überhören. „Die Maske gehört jetzt sozusagen zur Ordenskleidung. Unser Nachbar vom Trachtenmodengeschäft hat sie uns aus dem Stoff genäht, aus dem auch der Habit ist.“ Während des Corona-Lockdowns hat Pater Martin sehr viel telefoniert. So viel, dass sich die Tastatur seines Uralt-Handys gelöst hat. „Ich hab sie wieder drangeklebt.“ Und er hat den Klostergarten seiner Pfarre in Lienz zum Erblühen gebracht. „Der war schon ganz verwildert. Ich habe die Rosenstöcke geschnitten und dem Garten seine alte Schönheit wiedergegeben.“

Pater Martin: beschwingt und fröhlich auch in Coronazeiten

Statt auf Reisen ging Pater Martin heuer mit kleinen Pilgergruppen einige Etappen des „Hoch und Heilig“-Wegs in Osttirol. „Das Gehen an der frischen Luft war ja kein Problem, nur ins Gasthaus konnten wir danach leider nicht“, schmunzelt er. Dass Martin bei Gottesdiensten vor dem Austeilen der Kommunion jetzt seine Hände desinfizieren muss, sorgt mitunter für Unmut: „Der desinfizierte Jesus schmeckt nicht gut.“

Es gibt drei Anekdotenbücher über Pater Martin – bestellbar in jeder Buchhandlung. Der erste Band ist nur noch über Thalia und Amazon erhältlich.

Thalhammer gewinnt Kleinkunstkartoffel

„Das war ein super Wettbewerb und ich freu mich, dass ich dem Ennser Kartoffelgebiet die Kleinkunstkartoffel entrissen habe“, sagte Manuel Thalhammer nach seinem Sieg. Der Pädagoge und Poetry-Slammer bot bei der 12. Ennser Kleinkunstkartoffel Mitte Februar in der Stadthalle Enns einige Ausschnitte aus seinem ersten Kabarettprogramm „Lehrer ohne Klasse“ dar. Als das „gute Publikum“ eine Zugabe einforderte, sagte der 33-jährige Linzer: „Das ist blöd, ich hab nichts vorbereitet. Denn ich bin eigentlich schon in den Semesterferien.“ Doch dann legte er doch noch einige Pointen nach. Thalhammer erhielt an diesem Abend nicht nur die Kleinkunstkartoffel-Trophäe, sondern auch die Aussicht auf einen Auftritt im Ennser Kulturzentrum d’Zuckerfabrik.

Schreiner, Thalhammer, Niedetzky

Clemens Maria Schreiner und Angelika Niedetzky mit dem Sieger Manuel Thalhammer.

Hohes Niveau
Ebenso stürmischen Applaus ernteten die anderen Finalisten des Bewerbs – allen voran Benedikt Mitmannsgruber, der mit Statistiken und Landschaftsfotos in Erinnerung bleiben wird. Aber auch die sympathische Evelin Pichler, der geniale Liedermacher Jo Strauß, der mit Gipsbein aufgekreuzte Nikorrekt und die politische Satirikerin Christine Teichmann. Außer Konkurrenz begeisterten Moderator Clemens Maria Schreiner und Kabarettistin Angelika Niedetzky mit Showacts das Publikum. Für besten, musikalisch-humorvollen Blechsound zwischendurch sorgten die Brass Potatoes – die Wettbewerbsband.

Peter Klien

Peter Klien grüßte per Videobotschaft.

Dabei sein ist schon fast alles
Und Peter Klien überraschte mit einer Videobotschaft und spendete mit den Worten Trost: „2010 habe ich bei der Ennser Kleinkunstkartoffel teilgenommen und bin nicht Erster geworden. Und trotzdem ist halbwegs was Ordentliches aus mir geworden. (…) Ich drücke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Daumen, dass sie nicht gewinnen. Obwohl ja. Ausschließen kann man es ja nicht, dass auch der Sieger eines Kabarettwettbewerbs es einmal zu was bringen wird.“

Pater Martin mit Orgel-Soundtrack

Eine Weltpremiere der besonderen Art gibt es am Samstag (25.11) in der Kirche Enns-St.Marien: Der beliebte Franziskanermönch Pater Martin Bichler erzählt um 17 Uhr humorvolle Abenteuer aus seinem Leben – etwa wie er mit einem Rucksack voller Waffen in Assisi von Soldaten aufgehalten wird. Live dazu wird Marco Paolacci, Stiftskapellmeister von Zwettl, an der Orgel improvisieren. Ein einzigartiges und kurzweiliges Spektakel bei freiem Eintritt!

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Als Organist bereist Marco Paolacci, geboren 1985 in Bozen, viele Länder Europas und tritt an bedeutenden historischen Orgeln als Solist auf.

Buchtipp für Weihnachten: Pater Martin 3 – Der lachende Franziskaner von Florian Kobler (Freya Verlag). Seit 20. November überall im Handel.

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Mit Plüschhasen auf Tour

„Wir erzählen Geschichten“, sagen Georg Höfler und Sigi Mittermayr. „Unsere Lieder sind eine Mischung aus Folk, Blues und Singer-Songwriter – und zwischendurch rennt der Schmäh.“ Die beiden Oberösterreicher sind gerade mit ihrem zweiten Album „Songs & Tales“ auf Tour und haben einige Überraschungen im Gepäck. „Bei einem Stück spielen wir zu zweit auf einer Gitarre. Das macht riesigen Spaß und der überträgt sich auf das Publikum.“

Höfler und Mittermayr im Studio

Dass Georg (r.) und Sigi (l.) mit Schlagzeuger und Bassist unterwegs sind, ist eine einmalige Geschichte. „Nach den CD-Präsentationen sind wir wieder nur zu zweit.“

Sport nach dem Studio
Das neue Album wurde in Sigis Studio in St. Stefan im Mühlviertel aufgenommen. „Nach den Aufnahmen haben wir im Nachbarhaus immer Billard gespielt. Zwei Jahre haben wir an der CD gearbeitet – wir sind also inzwischen richtig gut in Billard.“ Auch die Fangemeinde wird immer größer. Bei einem Straßenkonzert warf einmal jemand einen weißen Plüschhasen in Sigis Gitarrenkoffer. „Wir haben erst danach bemerkt, dass ein Zettel dran war – mit der Handynummer einer Dame. Angerufen haben wir nicht, aber der Plüschhase begleitet uns seither bei jedem Konzert.“

Von Katzen, Tee und Vocatief

Wenn Spaziergänger am Abend plötzlich stehen bleiben, gespannt ihre Ohren spitzen und dann stürmisch applaudieren –  dann proben die sechs Jungs von Vocatief wieder einmal bei offenem Fenster. Wie kürzlich in der Wohnung von Daniel in der Nähe der Mariahilfer Straße. Umgeben von hunderten CDs und einer Hauskatze singen sie Lieder wie Kannst Du Pfeifen, Johanna? und andere beliebte A-capella-Hits. „Das mit der Katze ist eigentlich nicht so ideal, denn Stefan hat eine Katzenallergie“, erzählt Martin. „Aber sonst ist die Wohnung super, denn hier gibt es ein Klavier und jede Menge Schwarztee.“

Flüssiger Speck

Das wärmende Kräuterzeug wirkt aufputschend und ist Balsam für die Stimmbänder der jungen Sänger. „Einmal haben wir einen dermaßen geräucherten Tee getrunken, dass speckig als Geschmacksbeschreibung die Untertreibung des Jahrhunderts war.“ Spaß steht bei den durchaus intensiven Vocatief-Proben an oberster Stelle. So wird beim gemeinsamen Einsingen den ehemaligen Bandmitgliedern gedacht. „Da trällern wir etwa Malte, Malte, Ma-Ma-Ma, Malte, Malte…. zur fröhlich-beschwingten Melodie.“ Ex-Vocatief-Star Malte braut inzwischen herrliches Bier in Deutschland. Und ja – auch der Gerstensaft ist wichtig. Nach der Probe nämlich. Da stoßen die Sänger gemeinsam mit den Worten an: „Guade Prob!“ Jedes Mal.  Denn „jede Prob is a guade Prob.“

Vocatief Probe

Die Weltkugel am Tisch ist eine Teekanne…

Live zu hören sind Vocatief am 21. Oktober im Schloss Ennsegg. Karten um 15 Euro gibt es in allen Raiffeisenbanken in OÖ. Noch. Die Hälfte ist schon weg. Also schnell sein!

Ritterschlag für einen Posaunisten

Er ist in Oberösterreich aufgewachsen, nun 43 Jahre alt und erster Posaunist bei den Wiener Symphonikern. Am 28. Oktober tritt Walter Voglmayr mit Pro Brass in der Stadthalle Enns auf. Wir haben den Spitzenmusiker getroffen und mit ihm über die Faszination Blasmusik gesprochen.

Schon als kleines Kind war Walter Voglmayr fasziniert davon, wenn die Musikkapelle durch seinen Heimatort Enzenkirchen marschiert ist – sei es zur Birkenrally (Fronleichnam) oder zu anderen festlichen Anlässen. Vor allem die Posaunisten in den hinteren Reihen hatten seine Aufmerksamkeit. „Denn die drückten nicht einfach irgendwelche Tasten, sondern arbeiteten sich Zug für Zug von Ton zu Ton. Da war Action!“ Da Walters Arme im Alter von acht Jahren noch zu kurz waren, lernte er zuerst Tenorhorn und erst vier Jahre später das Posaunenspielen.

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Löffel-Walross Walter Voglmayr

Keine Grenzen bei Blasmusik

Als Kind sah er auch seine ersten Pro-Brass-Konzerte in Oberösterreich. „Das war eine richtige Initialzündung, ein unglaublicher Motivator für einen jungen Musiker wie mich. Weil ich gesehen habe, was mit einem Blechblasinstrument alles möglich ist und dass es keine Grenzen gibt.“ Dass er viele Jahre später nicht nur als erster Posaunist bei den Wiener Symphonikern engagiert wurde, sondern auch bei Pro Brass mitspielen durfte, war für ihn wie ein Ritterschlag.

Suche nach der Pro Brass-Wolke

„Du musst extrem viel üben, damit du ein Pro Brass-Konzert genießen kannst. Ich bin einmal vor einer Tournee nicht viel zum Üben gekommen, das bringt dich fast um. Die Proben sind extrem, du musst dich super vorbereiten, aber die Freude miteinander zu musizieren ist immens. Und natürlich hast du eine irrsinnige Gaudi, wenn du die bekannte Pro Brass-Wolke wieder suchst, findest oder daran arbeitest. Weil wenn jeder in sein Instrument hineinröhrelt wie ein Stier, heißt das noch lange  nicht, dass es gut klingt.“ Für Walter Voglmayr ist Pro Brass ein musikalischer Ausnahmezustand. „Du kannst Pro Brass nicht kategorisieren und du kannst die Musik schwer in Worte fassen, du musst sie eigentlich hören, im Konzert drinnen sitzen und dich von der ganzen Kraft der Musik verzaubern lassen.“

Konzertinfos: Pro Brass: „Gemischte Marmelade – frisch aufgekocht“, Oktober 2016, 19.30 Uhr, Stadthalle Enns, Karten in der Raiffeisenbank Oberösterreich.