Star Wars aus Duplo-Steinen

Warum gibt es eigentlich kein Duplo-Star-Wars? Was sollen Eltern mit ihren Kindern spielen, wenn sie in Karenz, in Corona-Quarantäne oder im Homeoffice sind? Daher folgende Anleitung, um auch mit Duplo in eine „weit, weit entfernte Galaxis“ eintauchen zu können: Alle vorhandenen Steine im Kinderzimmer konfiszieren, nach Farben sortieren und losbauen. An Grün (Yoda) und Gelb (C-3PO) wird es nicht scheitern. Mangelware sind bei diesem Kleinkinderspielzeug jedoch schwarze und graue Steine. Völlig unverständlich. Um Darth Vader und Co. bauen zu können, muss man wohl investieren – etwa in Ritterburgen. Mögen die Steine mit euch sein!

Süße Kunstwerke zum Kaffee

Elisabeth Steininger trinkt ihren Kaffee ohne Zucker – steckt die kleinen Packerl im Café aber stets in ihre Handtasche. Ihre Sammlung umfasst inzwischen mehr als 40.000 verschiedene Packungen – darunter seltene und kuriose Schätze: Motive von Google, YouTube und Twitter findet man darauf genauso wie Fotos von Prinzessin Diana, Michael Jackson und Tina Turner. Zeichnungen von Stephansdom und Schloss Belvedere, von Komponisten wie Mozart, Bach und Wagner, von Künstlern wie Van Gogh, Gauguin und Monet – alles kleine Kunstwerke des Alltags. Man muss nur genau hinsehen! (Wer Zuckersackerl sammelt oder verschenkt – Elisabeth freut sich über eine Nachricht.)

Denkmal für gerettete Kinder

„Wer ein einziges Menschenleben rettet, ist, als hätte er die ganze Menschheit gerettet.“ Dieser Spruch aus dem Talmud ist bei der „Für das Kind“-Skulptur der Bildhauerin Flor Kent am Wiener Westbahnhof zu lesen. Sie zeigt einen Buben mit traurigem Gesicht, der auf einem Koffer sitzt. Von Touristen oft fotografiert geht die Bronzeskulptur bei Einheimischen im Shoppingcenter eher unter.

Flucht startete am Westbahnhof

Das Denkmal ist „dem britischen Volk in tiefster Dankbarkeit“ gewidmet. „Sie haben die Leben von 10.000 jüdischen und nicht-jüdischen Kindern gerettet, die zwischen 1938 und 1939 vor der Verfolgung der Nazis nach Großbritannien fliehen konnten, den sogenannten Kindertransporten. Die meisten Kinder begannen ihre Reise am Wiener Westbahnhof.“ Sie durften nur einen Koffer ohne Wertgegenstände mitnehmen. Die Züge fuhren mitten in der Nacht, es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen, die meisten geretteten Kinder sahen ihre Eltern nie wieder. Auch am Ziel ihrer Reise – in der Londoner Liverpool-Station – steht heute so eine Bronzeskulptur.

Innehalten mitten in der Einkaufshektik am Wiener Westbahnhof

Streetart mit Mund-Nasen-Schutz

Graffiti-Sprayer tragen bei ihrer Arbeit schon länger Masken. Seit der Coronavirus-Pandemie ist der Mund-Nasen-Schutz auch in der Kunst selbst angekommen. Beim MuseumsQuartier in Wien etwa sind aktuelle Werke von Wiener Künstlerinnen und Künstler auf großen Planen zu sehen. Sogar Jesus und Maria tragen hier Masken. Unter dem Motto „Alles wird gut“ soll die Kunst in „Zeiten einer sozialen Distanzierung und des totalen kulturellen Shutdowns“ Hoffnung verbreiten.

Jesus und Maria – von Kurator Sebastian Schager (artis.love)
„Alles wird gut „- trotz allgegenwärtigem Mund-Nasen-Schutz

Innehalten in der Krise

Zwei Wochen sind wir nun zuhause. Zwei Wochen voller Sorgen und Hoffnungen, Informieren und Mahnen, Abstand und Zusammenhalten. Ungeduldig fragen wir: Wann kriegen wir unser normales Leben zurück?

Das leere Wien

Ein frühlingshafter Samstag in der Wiener Innenstadt: Unter normalen Umständen ist das Laufen und Radfahren entlang des Rings absolut ungemütlich und der Lunge kaum zumutbar. Die Krise macht es möglich, das wunderschöne Herz Wiens in einem völlig anderen Zustand zu erleben. Der Rathausplatz ist ungewohnt verlassen, das Burgtheater geschlossen. Die Fahrstreifen sind fast leer, in regelmäßigen Ampelintervallen rauschen eine Handvoll Autos vorbei – Kleinstadtcharakter. Die Rad- und Fußwege sind etwas belebter. Radfahrer und Läufer machen große Bogen umeinander und werfen sich zögerlich ein freundliches Lächeln zu. Die Luft riecht anders, das Atmen fühlt sich gesund an, die Vögel zwitschern. Die Hektik macht Pause.

Die leere Ringstraße vor dem Burgtheater

Bevor wir nun ungeduldig unseren gewohnten Alltag zurückverlangen, halten wir doch kurz inne: Wollen wir das wirklich alles wieder?

Barfuß am Wiener Opernball

Am Wiener Opernball müssen Männer laut Hausordnung schwarzen Frack tragen. Heuer gab es eine Ausnahme. Die bayrische Blasmusikgruppe LaBrassBanda spielte am Ball zwei Konzerte zu später Stunde – und zwar mit einer Sondergenehmigung. „Zum Auftritt dürfen wir uns eine Lederhose anziehen – also Frack oben, Lederhose unten, und barfuß. Weil wir spielen immer barfuß. Das ist ganz wichtig, weil die schönen Frack-Schuhe und Frack-Hose, die würde es sofort zerreißen, wenn bei uns die Tuba einsetzt“, so Trompeter Stefan Dettl. Das Beweisfoto gibt’s auf Instagram:

Kleidungsvorschrift am Opernball: Langes Abendkleid oder schwarzer Frack

Das letzte Abendmahl in Wien

Leonardo da Vincis Abendmahl ist wohl eines der berühmtesten und geheimnisvollsten Kunstwerke der Welt. Es zeigt Jesus mit seinen zwölf Aposteln wenige Stunden, bevor er gekreuzigt wird. Thriller-Autor Dan Brown behauptet in The Da Vinci Code – Sakrileg, dass der Heilige Gral darauf zu sehen sei. Kein Wunder, dass sich Touristen aus aller Welt viele Monate im Vorfeld Tickets kaufen, um das rund neun Meter breite und vier Meter hohe Original im Kloster Santa Maria delle Grazie in Mailand für 15 Minuten besuchen zu können. Top: Was nur wenige wissen und auch wir nur durch einen Hinweis von WIENzig erfahren haben: In Wien gibt es eine Kopie des Wandgemäldes als Mosaikwerk. Es hängt in der Minoritenkirche, wurde angeblich für Napoloen angefertigt, ist farbenfroher als das Original und kann gratis stundenlang bestaunt werden. Halleluja!

Laut Dan Brown ist die Person neben Jesus Maria Magdalena. Das Dreieick, das die beiden bilden, ist das Symbol für das göttlich Weibliche.
Für den ursprünglichen Ausstellungsort – das Belvedere – soll die Mosaikkopie zu groß gewesen sein, daher hängt sie in der Minoritenkirche.

Leseratten auf der Buch Wien

Es klingt irgendwie eigenartig, aber wer in diesen Tagen in Wien einen guten Ort zum Entschleunigen sucht, sollte es mal in der Messe Wien probieren. Dank Österreichs größter Buchmesse, der Buch Wien, verwandelt sich auch heuer wieder die Halle D in ein riesiges Wohnzimmer samt Buchhandlung zum Schmökern und Entdecken brandneuer wie älterer Werke.

Die Halle D der Messe Wien wird zu einer riesigen Buchhandlung.

So schlendert das Publikum ohne Hektik durch die Stände, liest sich durch das Sortiment der vielen Verlage und plaudert dabei völlig ungezwungen mit Persönlichkeiten wie der „Sinnfluenzerin“ Madeleine Alizadeh oder Chris Lohner.

Auch die Bestattung Wien war heuer mit dem passenden Merchandise mit dabei!

Weiters kann man im Halbstundentakt auf einer der zahlreichen Bühnen Autorinnen und Autoren bei kurzen Lesungen und Diskussionen zuhören, also sofern man einen Platz ergattern kann, denn wenn Falter-Chefredakteur Florian Klenk gemeinsam mit Statistik-Austria-Chef Konrad Pesendorfer über Statistik philosophiert oder der mittlerweile 90-jährige Arik Brauer jüdische Witze erzählt, gibt es nur noch Stehplätze.

Nina Horaczek und Sebastian Wiese diskutieren bei der Präsentation ihres neuen Buches „Wehrt Euch!“ über Zivilcourage, Fridays for Future und Engagement junger Menschen.

Das ist aber halb so wild, denn wer eine Pause braucht, holt sich einen Kaffee, macht es sich in der großen Kinderbuchecke gemütlich oder bestaunt die wirklich bemerkenswerte Ausstellung „Die letzten Tage der Menschheit“ von Deborah Sengl: Hier wurden mit über 200 präparierten weißen Ratten Szenen und Bilder aus Karl Kraus‘ Text auf wirklich beeindruckende Art und Weise nachgestellt.

Ein echter Hingucker: „Die letzten Tage der Menschheit“

Wettervorhersage von einst

Was ist das für eine Säule? Touristen wie Einheimische machen zur Sicherheit ein Handyfoto davon und gehen schulterzuckend weiter. Es handelt sich um ein sogenanntes Wetterhäuschen. Der Blickfänger im Wiener Rathauspark enthält ein Thermometer, ein Barometer und ein Hygrometer. Bildhauerin Maria Biljan-Bilger hat es mit bunten Keramikmosaiken verziert, die die zwölf Tierkreiszeichen darstellen. Das Wetterhäuschen wurde 1956 neu errichtet, weil das alte offenbar im Zweiten Krieg zerstört worden war. Ähnlich erging es auch anderen Wetterhäuschen in Wiener Parks. Die Stadtforschung sagt: „Einst stellten sie wichtige Treffpunkte im städtischen Getriebe dar, begehrte Informationsstätten, spezialisiert auf ein Thema, von dem schlichtweg alle betroffen sind: das Wetter.“

Wiens 20 schönste Street-Art-Wände

Die Stadt als Museum und Gebäude als Gemälde: Wer in Wien die Augen offen hält, kann dank Street-Art-Festivals wie Calle Libre riesige, professionelle Kunstwerke entdecken. Hier eine nicht vollständige Liste von Wiens schönsten Murals (Wandmalereien) und ein Video, das Simon Engl geschnitten und Simon Öggl vertont hat.  Viel Spaß und Freude am Entdecken!

 

Richard-Waldemar-Park

Ort: Richard-Waldemar-Park, Künstler: Stinkfish

Yppenplatz

Ort: Yppenplatz, Künstler: Annatomix

Wiedner Hauptstraße

Ort: Wiedner Hauptstraße. Künstler: Kruella D’Enfer (r.)

Strohgasse

Ort: Strohgasse, Künstler: Artez

Schönbrunner Straße

Ort: Schönbrunner Straße; Künstler: Alfalfa

Richard-Waldemar-Park

Ort: Richard-Waldemar-Park, Künstler: Mantra

Brückengasse

Ort: Brückengasse, Künstler: Nychos

Quellenstraße

Ort: Quellenstraße, Künstler: Nychos

Magdalenenstraße

Ort: Magdalenenstraße, Künstler: Evoca1

Ludwig-Hirsch-Platz

Ort: Ludwig-Hirsch-Platz, Künstler: Zesar Bahamonte

Josef-Strauss-Park

Ort: Josef-Strauss-Park, Künstler: Frau Isa

Hornbostelgasse

Ort: Hornbostelgasse, Künstler: Jana & JS

Gierstergasse

Ort: Gierstergasse, Künstler: Jana & JS

Felberstraße

Ort: Felberstraße, Künstler: Cyrcle , Gaiastreetart

Emil-Maurer-Park

Ort: Emil-Maurer-Park, Künstler: Milu Correch

Brunnenmarkt

Ort: Brunnengasse, Künstler: BEZT – ETAM CRU

Breitenseer Straße

Ort: Breitenseer Straße, Künstler: Colectivo Licuado

Braunhirschenpark

Ort: Braunhirschenpark, Künstler: veraprimavera

Andreasgasse

Ort: Andreasgasse, Künstler: Millo

Amerlingstraße

Ort: Amerlingstraße, Künstler: ROA

Noch ein Tipp: Einen aktuellen Überblick über Wiens Street-Art bietet Vienna Murals.