„Falter“-Journalistin Ingrid Brodnig stellte heute ihr Buch „Der unsichtbare Mensch“ vor. Sie geht darin der Frage nach, wie anonym der Mensch im Internet tatsächlich ist und welche Auswirkungen das auf sein Verhalten hat. Dabei zeigt sie auf, welche Methoden, Werkzeuge und Regeln bereits jetzt eingesetzt werden, um zunehmend konstruktive Diskurse ohne Hass-Postings in Onlineforen führen zu können. Außerdem erklärt Brodnig, wie es Facebook und Co gelingt, mehr Emotionen in die zumeist geschriebene Internetkommunikation hineinzupacken. Fazit: „Der unsichtbare Mensch“ wirkt wie eine Fachlektüre für Medienwissenschaftler. Doch eigentlich geht es im Buch um die Frage nach dem Machtverhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft und Staat im Internet.
Böse Satire über die Glücksindustrie
Musikalisches Kabarett aus Kärnten. Klingt schrecklich? Nicht unbedingt. Denn Birgit und Nicole Radeschnig haben sich einen eigenen Stil erarbeitet, der nicht weiter weg von Villacher Fasching und Co sein könnte. Gestern feierten die beiden Zwillingsschwestern aus Kärnten mit ihrem neuen Programm „Experimensch“ Premiere im Theater am Alsergrund. Darin geben sie als „lebendiges Lifestylemagazin“ absurd-komische Ratschläge, wie man ein glückliches und gesundes Leben führt. Ihr Stück lässt sich wie eine Zeitungssatire konsumieren. Es fordert höchste Konzentration, belohnt einem aber mit jeder Menge bitterböser, schräger, erstaunlicher, komischer Pointen – die größten Eindruck hinterlassen. Empfehlung!
Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.
Gitarrist auf Gedankenreise
„Fernweh EP“ heißt die neue CD von Sologitarrist Simon Wahl. Sie enthält sechs bisher unveröffentlichte Instrumentalnummern, die an Lieder von Paco de Lucia vom „Vicky Cristina Barcelona“-Soundtrack erinnern und einem gedanklich sofort in den Süden entführen. Gestartet wird mit dem titelgebenden Song „Fernweh“, bei dem die Gitarre mehr getrommelt als gezupft wird. Das Lied wird seinen Namen gerecht, erinnert an vorbeiziehende Landschaften und hat er einen wunderschönen Refrain. Der darauf folgende, groovige Song „East“ animiert zum Mitklopfen und Mitwippen. Anspieltipp!

Simon Wahl bietet mit „Fernweh EP“ eine Mischung aus Akustik-Gitarrenspiel, Bass Slapping und Fingerpicking.
Das nächste Akustiklied ist eher ruhig, nachdenklich und traurig. Warum es „You Shine“ heißt, ist rätselhaft. „Sangria“ erinnert an spanische Tänze und erzeugt sofort Urlaubsatmosphäre. „I can’t stop“ schließt darauf wunderbar an und enthält virtuose Fingertrommel-Einlagen. Mit „Melancholy“ findet die CD seinen ruhigen Abschluss. Fazit: Etwas über 20 Minuten abwechslungsreicher und leidenschaftlicher Musikgenuss von einem talentierten Gitarristen, der sein Handwerk versteht. Eine ideale CD für ein Gläschen Wein an einem Sommerabend auf Balkonien zum An- und Wiederanhören.
Bücher statt Bungee
Während sich dieses Wochenende am Wiener Heldenplatz zahlreiche Bungee-Jumping-Fans von einem riesigen Kran rund 190 Meter in die Tiefe stürzten, fand gleich daneben in der Arena 21 die mindestens so spannende „Buchquartier“-Messe für Independent- und Kleinverlage statt. Rund 30 Aussteller aus Österreich, Deutschland und der Schweiz präsentierten dabei voller Enthusiasmus ihre liebevollen, provokanten, interessanten und vor allem lesenswerten Bücher (und Postkarten). Außerdem fanden ununterbrochen Lesungen und Autogrammstunden bei freiem Eintritt statt. Wer die Gelegenheit verpasst hat, kann sich das Angebot der außergewöhnlichen Verlage auch im Internet ansehen. Es lohnt sich!

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Yasmo: „Kein Platz für Zweifel“
Die Wiener Poetry Slammerin und Rapperin Yasmo präsentierte gestern Abend im B72 ihr zweites Album „Kein Platz für Zweifel“. Bereits zu Beginn, als Yasmo als arrogante Kunstfigur „Miss Lead“ auf Englisch performte, war das Lokal gut gefüllt und die Stimmung gut. Bei ihrem Auftritt als sympathisch-kritische Yasmo platzte das B72 schließlich aus allen Nähten. Schön, wenn Rap aus Österreich so geschätzt wird.
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Pferd macht Straßenmusik
Straßenkunst ist ein hartes Geschäft. Wer gesehen und gehört werden will, muss kreative Wege finden, um auf sich aufmerksam zu machen (oder braucht jede Menge Talent…). Ein Straßenmusiker auf der Mariahilferstraße in Wien kam jetzt auf die Idee, sich einen Pferdekopf aufgesetzt. Der Trick funktioniert. Ein gutes Foto und ein Lächeln zwischendurch sind vielen ein paar Münzen wert…
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Kuppel als Kino
Heute eröffnet „Content Art 2013“ am Karlsplatz. Vor der Karlskirche wurden dazu 30 Ausstellungscontainer und eine riesige Kuppel aufgestellt. Man kann in die „iSphere“-Kuppel hineingehen und sich abends 360-Grad-Kunstfilme bei freien Eintritt ansehen. Das Innere bietet Platz für 300 Personen und auch ein Restaurant soll es geben. Auch von außen sind die Filme sichtbar – hingehen lohnt sich also…
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Kunst aus Kugeln
Vor dem neuen Musiktheater in Linz befindet sich ein Haufen Kugeln. Die „Kugelskulptur“ aus Aluminium wurde von Hans Kupelwieder designt und von der Firma Kunstguss Wagner gefertigt. Hinter dem Kunstprojekt steckt im wörtlichen Sinne ein Lüftungshäuschen, das nun durch das Kugelnetz verkleidet wurde und nicht mehr sichtbar ist. Offiziell soll es sich bei den Kugeln um eine Anspielung auf ein Rechenbeispiel von Johannes Kepler handeln. Na dann…
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20 Jahre Kulturarbeit in der Zuckerfabrik
Das Kulturzentrum d’Zuckerfabrik in Enns feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einer aufwendig gestalteten Retrospektive von Ulla Seifert. Ein Besuch zahlt sich aus, da die Fotoausstellung eine Zeitreise in die vergangenen 20 Jahre der außergewöhnlichen Kultureinrichtung sowie Blicke auf Künstler wie TM Stevens oder Robbin Thompson zulässt. Infos dazu gibt es auf der Homepage.
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CasaNova: Zum Lachen in den Keller
Die neue Kabarettbühne in der Dorotheergasse 6-8 im ersten Bezirk in Wien ist ein bisschen versteckt im Keller des Billardcafés „Köö“. Wenn man das CasaNova jedoch einmal gefunden hat, kann man dort grandiose Kabarettabende verbringen. Die Vorstellungen werden bei Tisch genossen. Getränke holt man sich selbst – vor der Vorstellung, in der Pause und wenn es nach dem neuen Betreiber geht, dann auch nach der Vorstellung. Loungemusik und stimmungsvolle LED-Beleuchtung laden auf jeden Fall zum Verweilen ein.
Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.








