Cocktailbar mixt Brasilien mit Berlin

Brasilianisches Flair und extrem günstige Cocktails – das bietet die „BR101„-Bar in Berlin-Mitte. Während der Woche schupft nur eine Person, die gleichzeitig Barkeeper, DJ und Kellner ist, das kleine aber feine Lokal. Neben den Standard-Cocktails wie „Sex On The Beach“, „Pina Colada“ und Co, werden rund 60 Eigenkreationen angeboten, die sehr zu empfehlen sind. Dazu gibt es brasilianische Petiscos oder (kostenlos) Salzstangen. Zur Unterhaltung werden auf einem Videobeamer Surf- und Strandfilme sowie Fußballspiele übertragen. Gesurft werden kann auch im WLAN, dazu gibt es Loungemusik. Im BR101 und im dazugehörigen Gastgarten auf der Straße sind hauptsächlich Studierende anzutreffen. Das liegt eventuell daran, dass für die großen und ansprechend dekorierten Cocktails nur 3 bis 4,5 Euro zu löhnen sind. Fazit: Gemütliche Bar mit sensationellen Cocktails! Sehr empfehlenswert!

Die Bar ist nach einer 4.500 Kilometer langen Bundestraße entlang der brasilianischen Küste benannt.

Die Bar ist nach einer 4.500 Kilometer langen Straße entlang der brasilianischen Küste benannt.

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Ladyshare verbreitet gute Laune

Die Linzer Rock-Pop-Band Ladyshare präsentierte Anfang Juli ihr erstes Album. Es trägt den Titel „Metaphormosis“ und enthält zehn Tracks. Der erste ist eine Art Remix, quasi eine Vorschau oder Overtüre auf die darauf folgenden Nummern. Hitpotenzial hat gleich der zweite Song „Ready To Leave“. Er geht unglaublich schnell ins Ohr, bereitet gute Laune und ist absolut massentauglich komponiert. (Warum gibt es dazu kein Musikvideo???)

Die übrigen Songs erinnern an gemütliche Festivalmusik, die an heißen Sommertagen den Nachmittag verschönert. Die Platte macht einen runden Gesamteindruck, begeht keinen Stilbruch und verzichtet auf qualitative Ausrutscher. Besonders hervorzuheben ist die musikalische Vielfalt: Zweistimmigen Passagen, verschiedene Soundeffekte, Saxofon-, Klavier- und Kinderchoreinlagen sorgen für Abwechslung. Als Käufer der CD wünscht man sich mehr davon! Okay, das Album kostet nur 10 Euro, dafür gibt es aber auch nur ein Hörerlebnis von 36 Minuten. Das ist doch ein bisschen wenig. Ein Trost ist das gelungene Booklet, das aus 18 Seiten voller Fotos, Songtexte und Informationen besteht. Fazit: Ladyshare sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Es wäre nicht verwunderlich, wenn „Metaphormosis“ bald auf FM4 zu hören ist.

Standing Ovation für „Die Jahreszeiten“

Mit Standing Ovation, Bravo-Rufen, Freudentränen und nicht enden wollenden Applaus ging Samstagabend das Konzert „Die Jahreszeiten“ in der Stadthalle Enns zu Ende.

Die sympathischen und hochprofessionellen Solisten Maria Erlacher, Daniel Johannsen und Josef Wagner interpretierten die Rezitative des Haydn-Oratoriums mit fröhlicher Leichtigkeit und viel Gefühl. Heinz Ferlesch dirigierte die rund 110 Künstler des Chor Ad Libitum und Ensemble Sonare Linz meisterhaft und war der Held des Abends. Der Kulturverein Pa-Events sorgte für einen reibungsfreien Ablauf der Veranstaltung und mit kühlen Erfrischungen für das Wohl der rund 600 Besucherinnen und Besuchern in der sommerlichen Atmosphäre der Stadthalle.

Am Ende des Konzertes brach ein regelrechter Begeisterungssturm im Publikum aus. „Es war ein einmaliges Erlebnis“, meinte auch Bürgermeister Franz Stefan Karlinger. „Eine perfekte Leistung“, zog Jun Ono, Musikschuldirektor von St. Valentin, Bilanz. „Es war ein grandioses Konzert, das alle Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern auch bei weitem übertraf. So eine überwältigende Publikumsreaktion habe ich noch nie erlebt“, freute sich Veranstalter Florian Kobler.

Totentanz bei den Festwochen

Wer geht an einem 35 Grad heißen Sommerabend freiwillig zu den Wiener Festwochen, wenn das Stück 3,5 Stunden dauert? Bei „Glaube, Liebe, Hoffnung“ von Ödön von Horváth in der Inszenierung von Christoph Marthaler macht sich sowas bezahlt.

Zum einen war die Halle E im Museumsquartier derart heruntergekühlt, dass man als Besucher glauben konnte, sich in der Kühlkammer des Anatomieinstitutes zu befinden, das auf der Bühne zu sehen war. Das Stück beginnt mit einem kurzen, wortlosen Sketch, der an ein Vorprogramm im Kino erinnert. Ein Mann steigt auf eine Leiter, um den Schriftzug „Anatomieinstitut“ zu vervollständigen. Dann bricht die Leiter zusammen. Begleitet wird er von E-Gitarrenmusik.

Vor dem Bühnenbild ist ein Orchestergraben mit vielen Sesseln und Notenständern aufgebaut. Auf Musiker wartet man aber vergeblich. Diese werden durch Verstärker und Lautsprecher ersetzt, die auf den Sesseln platziert wurden. Den Chor bilden die Schauspieler auf der Bühne. Sie singen teils furchtbar falsch, aber mit Begeisterung, manchmal aber auch erstaunlich richtig und mehrstimmig. Einen Dirigenten (Clemens Sienknecht) gibt es auch. Er begleitet den Abend am Klavier und als Sänger. Das Hauptthema bildet Frédéric Chopins „Marche funèbre in b-Moll“. Dazwischen werden andere Begräbnislieder wie „Der gute Kamerad“ oder „Der Tod und das Mädchen“ dargeboten. Die Musik wird immer verfälscht. Es klingt, als würde ein Teil des Orchesters während der Stücke noch mit dem Stimmen beschäftigt sein. Höhepunkt ist der Radetzkymarsch, der, gemischt mit Maschinengewehr- und Bombengeräuschen, unertäglich laut abgespielt wird. Allein schon wegen der schrägen Musik ist diese Inszenierung empfehlenswert!

Grob zusammengefasst der Inhalt: Eine junge Frau möchte aufgrund finanzieller Probleme ihren (künftig) toten Körper an das Anatomieinstitut verkaufen und wird von Männern (Polizist, Gerichtsrat, Präparator) langsam in den Selbstmord getrieben. Ödön von Horváth schrieb das Stück zwischen den beiden Weltkriegen – und das merkt man auch. Die Uraufführung wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten.

Ein roter Faden, der sich durch das Stück zieht, sind Doppeldeutigkeiten im Text und eine extreme Entschleunigung in der Ausführung. Der Text von Ödon von Horavth funktioniert ohne Frage auf mehreren Ebenen. Dies wird dadurch dargestellt, dass die junge Frau Elisabeth zweifach besetzt ist und mehrere Szenen  – wie bei der Kleinkindersendung „Teletubbies“ – wiederholt werden. Da ohnehin alles im Zeitlupentempo abläuft, kann man als Besucher den Text schon bald mitsprechen. Diese Langsamkeit kann einen in den Wahnsinn treiben. Das geschah auch – und so verließen dutzende Besucher schon während der ersten Hälfte und dann spätestens in der Pause die Vorstellung. Die Stücklänge hätte man sicher um die Hälfte kürzen können. Allerdings entsteht gerade durch diese Langsamkeit die bedrückende Stimmung, die in „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ständig vorhanden ist. Damit man dennoch immer im Geschehen bleibt, werden Überraschungen eingebaut. Humorvolle Dialoge oder Details im Bühnenbild, es wird gemordet und geküsst – und zweimal zerschlägt ein Schauspieler eine Glasflasche auf seinem Kopf.

Fazit: Spannende Aufführung mit grandiosem Ensemble. Vor allem Musiker Clemens Sienknecht ist genial. Das Stück hätte man jedoch – trotz allem – etwas kürzen können.

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Festwochen: Pornokrimi im Theater

Zwei Kommissare von Scotland Yard, ein großer und ein kleiner, versuchen einen Mordfall zu lösen. Einer Prostituierten wurde der Kopf abgesägt. Die Spur führt nach Deutschland – soweit zur Geschichte von „Three Kingdoms“, das heute im Theater an der Wien seine „Festwochen-Premiere“ feierte.

Das Bühnenbild besteht aus einem Holzkasten. Darin finden dutzende Verhöre statt, es werden Pornofilme gedreht, es springen Leute aus Reisekoffern, es wird gesungen und Prostituierte gehen als Rehe und Freier als Wölfe ihren Tätigkeiten nach. Die Dialoge der englischsprachigen Schauspieler sind amüsant, sie erinnern auch etwas an das Duo Stermann und Grissemann. Für die deutschsprachigen Schauspieler schämt man sich ein bisschen. Vielleicht wegen der Sprache? Die Esten sind grandios – und verkörpern im Stück komischerweise östliche Staaten wie Russland.

Fazit: Die Inszenierung von Sebastian Nübing ist humorvoll, spannend und kommt ohne großer technischer Hilfsmittel aus. Hin und wieder gibt es Momente, die durch Musik in die Länge gezogen werden oder langweilige Dialoge, die ins Nichts führen. Gerne wird auch provoziert (Frauen mit umgeschnallten Dildos, Männer die am Hintern bluten, viele Nackte, viele Gewaltszenen,…) Ansonsten ein sehr unterhaltsamer Theaterabend. Ein Krimi, der vielleicht wegen zu hohen Niveaus, vom Fernsehen ins Theater verlegt wurde.

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Langweiliger Liebesdialog von Peter Handke

Die schönen Tage von Aranjuez sind vorbei – ich war vergebens hier„, so ein Zitat aus der Festwochenproduktion von Peter Handke und Luc Bondy (Regie) im Akademietheater. Dieser Satz trifft die Beschreibung des Theaterabends auf den Punkt. Dörte Lyssewski und Jens Harzer führten auf der Bühne einen Sommerdialog über die Liebe – leider einen ziemlich langweiligen. Erst nach fünfundfünzig Minuten schmunzelte das Publikum zum ersten Mal. Ein Lebenszeichen! Ansonsten sah man nur eine konzentrierte Souffleuse in der ersten Reihe, Leute, die genervt die Vorstellung verließen und lang anhaltendes Gegähne – und das, obwohl das Saallicht nie abgedunkelt wurde. Hätte es eine Pause gegeben, wäre wohl die Hälfte des Publikums gegangen.

Dörte Lyssewski (rechts) und Jens Harzer (links) ernten höflichen Applaus

Dörte Lyssewski (rechts) und Jens Harzer (links) ernten höflichen Applaus

Die Dialoge sind stinklangweilig. Man hofft vergebens auf Überraschungen und lässt sich von billigen Gags zum Schmunzeln verleiten. Jens Harzer verkleidet sich als Indianerhäuptling und schaut blöd (Gelächter). Jens Harzer spritzt sich Blut ins Gesicht und auf sein Hemd (Gelächter). Jens Harzer verschüttet Sekt am Gartentisch (Gelächter). Jens Harzer ist Oberkörperfrei (Gegaffe). Das waren die Höhepunkte des Stücks. Leider. Das war die langweiligste Festwochenproduktion der Saison. Respekt verdienen die Schauspieler, die den irrsinnig langen Text gelernt hatten und mit Leidenschaft darboten.

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Festwochen: The Master and Margarita

Eine Mischung aus Tarantino-Filmen und Inception – so könnte man die Inszenierung „The Master and Margarita“, die bei den Wiener Festwochen große Erfolge feiert, zusammenfassen. Regisseur Simon McBurney verwandelte den gleichnamigen Roman von Mikhail Bulgakov in ein verstörendes und bewegendes Psychatrie-Traumspiel. Auf der Bühne agieren nicht nur Schauspieler, sondern auch Videokünstler und Puppenspieler. Inhaltlich fühlt man sich an Faust erinnert. Der Teufel treibt in Moskau sein Unwesen, es gibt eine Art Gretchen, die einen Pakt mit ihm eingeht. Dann gibt es noch einen Schriftsteller, der die Geschichte von Jesus, Pilatus und Judas neu erzählt.

Großer Applaus für "The Master and Margarita"

Großer Applaus für „The Master and Margarita“

Höhepunkt der Inszenierung sind Lichteffekte und Videoprojektionen, die beinahe für das gesamte Bühnenbild verantwortlich sind. Die Räume und Türen werden – wie bei Architekturplänen – mit Linien dargestellt. Durch die Kameras sieht man die Szenen gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven und einmal wird das Publikum sogar selbst zum Akteur. Als Requisiten reichen dem grenzgenialen Ensemble im wesentlichen Stühle, ein Tisch, ein Bett, eine Zimmerwand und eine Art Telefonzelle. Begleitet wird das Spektakel, wie bei einem Hollywood-Film, von einem Soundtrack.

Die „The Master and Margarita“-Inszenierung provoziert mit einer Jesus-Kreuzigung, Hinrichtungen oder einem erschossenen Kind, sie übertreibt mit Blutspritzer, die an „Kill Bill“ oder „300“ erinnen, sie bedient die Theater-Freikörperkultur mit obligatorisch nackten Schauspielern, sie fasziniert mit ihren ständigen Verwandlungen von Räumen und Dimensionen – und zusätzlich beweist sie auch Tiefe. Fazit: Sehr empfehlenswert! Bis jetzt das Beste, das die Wiener Festwochen 2012 zu bieten hatten.

Randnotiz: Das Stück dauerte über drei Stunden. Solche Längen sind kaum auszuhalten, da im Sommer das Burgtheater eine gefühlte Innentemperatur von vierzig Grad Celsius hat. Die heutige Vorstellung war schon fast gesundheitsgefährdend. Die Besucher waren so ausgetrocknet, dass sie in der Pause nicht nur die Bars stürmten, sondern sich auch bei den Waschbecken am WC zum Wassertrinken anstellten.

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Cate Blanchett in „Big and Small“

Mit dem Stück „Big and Small“ wurden gestern im Museumsquarter die Wiener Festwochen eröffnet. Star des Abends war natürlich Hollywoodgröße Cate Blanchett. Die Australierin ist aus Filmen wie „Elizabeth“, „Aviator“, „Herr der Ringe“ oder „Robin Hood“ bekannt. In „Big and Small“ spielt sie die arbeitslose Heldin Lotte, die sich nach der Trennung von ihrem Mann auf eine Reise begibt. Dabei begegnet sie ehemaligen Freunden und Verwandten, denen sie mit ihrer Verzweiflung hilft, während sie selbst auf der Strecke bleibt.

Zehn Szenen durchstreift die Heldin – und wird dabei jedes Mal mit Mitmenschen konfrontiert, die sich hinter technischen Apparaten wie Gegensprechanlagen, Diktiergeräten, Fernseher etc. verstecken. Starke, teils philosophische aber zugleich komische Dialoge sorgen trotz des bescheidenen Inhalts für Unterhaltung.

Ansonsten sind die Umbaupausen das Spannendste an der Inszenierung mit der „The Sydney Theatre Company“. Die Bühne verwandelt sich in Sekundenschnelle und mit minimalem Aufwand in eine Straße, eine Wohnblocksiedlung, eine Telefonzelle, ein Büro, ein Arztzimmer oder eine Hotelterrasse.

Cate Blanchett (Credit: Lisa Tomasetti 2011)

Cate Blanchett (Credit: Lisa Tomasetti 2011)

Eigentlich ist „Big and Small“ ein Solostück für außergewöhliche Schauspielerinnen. Es steht und fällt mit der Heldin, die verzweifelt, verrückt, lustig und intelligent zugleich sein soll. „Unspielbar“, nennt Benedict Andrews (Inszenierung) den Charakter der Lotte. Cate Blanchett spielt sie trotzdem und das mit großer Begeisterung und Leidenschaft. Blanchett ist ein Wahnsinn – optisch sowie künstlerisch – und wahrscheinlich der einzige Grund, warum die Inszenierunng von „Big and Small“ so sehnsüchtig bei den Festwochen erwartet wurde. / Höflicher Applaus für „The Sydney Theatre Company“ sowie die Inszenierung, stürmischer Applaus für den Star des Abends, Cate Blanchett.

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„Der zerbrochne Krug“ im Akademietheater

Wer Vertrauen in die Justiz hat und es behalten will, sollte sich „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist im Akademietheater nicht ansehen. Wer eine Bühne voller Schlamm sowie einen unterhaltsamen und humorvollen Abend mit grandiosen Schauspielern erleben will, dem kann die Inszenierung von Matthias Hartmann empfohlen werden.

Es dauerte keine Minute bis der weiße, quadratische Gerichtssaal in der Mitte der Schlammbühne befleckt ist. Zuerst blutete und kotzt ihn der Dorfrichter Michael Maertens voll, dann beginnt eine Schlammschlacht zwischen Klägern, Verteidigern und dem Gericht. Gegenstand des Verfahrens ist ein zerbrochener Krug. Doch in Wahrheit geht es um viel mehr. Zwei Stunden lang wird der Zuschauer überrascht und muss am Schluss zu Kenntnis nehmen, dass jeder im Gerichtssaal Dreck am Stecken (und an den Schuhen) hat. Ebenso der sonst so saubere Gerichtsrat Roland Koch versinkt am Schluss im Schlamm. Und auch das Publikum wird nicht verschont. Daher folgender Tipp: Die erste Reihe ist in „der zerbrochne Krug“ nicht zu empfehlen. (Obwohl der Gerichtsrat dem Publikum versichert: „Für die Reinigung der Kleidung kommt das Gericht auf!“)

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Raumklänge in der Minoritenkirche

Der eindeutige Höhepunkt des heutigen Musica Sacra-Konzertes „Raumklänge-Klangräume“ in der Linzer Minoritenkirche war bereits das Eröffnungsstück. Dirigent Heinz Ferlesch und der Chor Ad Libitum interpretierten Josef Rheinbergers‘ „Cantus Missae“ (Kyrie, Gloria und Sanctus) auf berührende Weise und ließen Hoffnungen auf eine genussvolle Konzertstunde aufkommen. Die anderen a-capella-Werke („Doxologia“ von Mocnik, „O Sapientia“ von Sulzer, „Parce mihi Domine“ von de Morales, „Twinkle, twinkle“ von Englbrecht und „Der Mond ist aufgegangen“ von Schulz/Länger) waren zwar spannungsreich und anspruchsvoll, dafür aber selten harmonisch, fast bedrückend und manchmal stresserzeugend. Das merkte man auch am unruhigen und unkonzentrierten Publikum. Die Darbietung von Ferlesch und seinen Sängerinnen und Sängern war ausgezeichnet, aber an einem Frühlingssonntag kurz nach Ostern erwartet man sich womöglich leichtere Kost, mehr Freude und weniger Leid. Versöhnlich waren die Zugaben. (Locus Iste von Bruckner…)

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