Klavier unter der Woche

Man muss nicht im Alter von drei Jahren am Klavier gedrillt werden, um für einen Klavier-Soloabend den Mozartsaal des Wiener Konzerthauses zu füllen. So wie letzte Woche Lucas Debargue. Der Pariser mit den Wuschelhaaren, Jahrgang 1990, begann mit neun Jahren und unterbrach das Klavierspielen in seinen Teeniejahren sogar, um E-Bass in einer Rock-Band zu spielen.

Im hübschen Mozartsaal verzauberte er mit fünf Stücken von Frédéric Chopin, einer Bach-Toccata und der Sonate in c-moll op. 111 von Ludwig van Beethoven. Beeindruckend! Als Zugabe ließ er ein kleines, feines Stück von Stephane Delplace erklingen. Es sind Klavierabende wie diese, der sympathische Saxophonspieler vor dem Eingang und das Lachsbrötchen in der Pause, die das Konzerthaus so einzigartig und besonders machen.

Lucas Debargue Mozartsaal

Dinnerstein begeistert im Konzerthaus

Die in New York lebende Pianistin Simone Dinnerstein gab vor drei Jahren ihr Debüt im Konzerthaus, heute kam sie zurück und führte das Klavierkonzert C-Dur K 467 von Wolfgang Amadeus Mozart auf. (Speziell das Andante ist aus der Werbung bekannt!) Große Begeisterung im Publikum! Es dirigierte Stardirigent Eliahu Inbal, da Ivor Bolton aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen musste.

Im Anschluss stand Anton Bruckners Symphonie Nr. 5 in B-Dur am Programm. Speziell das Finale ging ins Ohr. Elemente daraus verwendet übrigens das Linzer Brucknerhaus für seine Pausenmelodie. Noch ein interessantes Detail am Rande: Die Symphonie schlummerte 15 Jahre in der Schublade, bis sie Franz Schalk im April 1894 in Graz zur Uraufführung brachte. Anton Bruckner selbst hat sie nie gehört. Das Wiener Publikum heute hingegen schon – und war begeistert! Langer Applaus!

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