Beethoven für Rätselfans

Beethoven bewegt heißt es dieses Jahr im Kunsthistorischen Museum Wien – und die Sonderausstellung hält, was sie verspricht. Erst wandern 21 Euro für Eintritt und Timeslot aus dem Börsl. Dafür klappt der hängende Konzertflügel von Rebecca Horn alle paar Minuten seinen Deckel auf und spuckt die Tasten aus. Daneben hängen grafisch dargestellte Beethoven-Sonaten (für Rätselfans?). Wen das nicht beeindruckt, der wird im nächsten Raum Augen machen. Dort wird – Trommelwirbel – der alte Parkettboden aus Beethovens Wohnung im Schwarzspanierhaus ausgestellt. Eine Reliquie, die man gesehen haben muss. Und im letzten Raum werden Fragmente aus „Für Elise“ und Co. live gesungen und getanzt. Fazit: Bewegend!

Das Klavier zeigt den Beethoven-Fans die Zunge (Concert for Anarchy von Rebecca Horn)

Klavier unter der Woche

Man muss nicht im Alter von drei Jahren am Klavier gedrillt werden, um für einen Klavier-Soloabend den Mozartsaal des Wiener Konzerthauses zu füllen. So wie letzte Woche Lucas Debargue. Der Pariser mit den Wuschelhaaren, Jahrgang 1990, begann mit neun Jahren und unterbrach das Klavierspielen in seinen Teeniejahren sogar, um E-Bass in einer Rock-Band zu spielen.

Im hübschen Mozartsaal verzauberte er mit fünf Stücken von Frédéric Chopin, einer Bach-Toccata und der Sonate in c-moll op. 111 von Ludwig van Beethoven. Beeindruckend! Als Zugabe ließ er ein kleines, feines Stück von Stephane Delplace erklingen. Es sind Klavierabende wie diese, der sympathische Saxophonspieler vor dem Eingang und das Lachsbrötchen in der Pause, die das Konzerthaus so einzigartig und besonders machen.

Lucas Debargue Mozartsaal

Pfeifkonzert im MuseumsQuartier

Er ist ein schräger Vogel, dieser Nikolaus Habjan. Vielen kennen ihn als Puppenspieler, weniger bekannt ist seine musikalische Karriere als Kunstpfeifer. Am Samstag hat er gemeinsam mit dem Pianisten Daniel Nguyen zu einem Open-Air-Pfeifkonzert ins MuseumsQuartier geladen. Dargeboten wurden Opernklassiker wie „La Donna E Mobile“ (Rigoletto), „Der Hölle Rache“(Die Zauberflöte) oder Nessun Dorma (Turandot). Und weil das Publikum so still war, konnten alle im Kreis rundherum sein virtuoses Pfeifen bestens hören. Das Konzert regte außerdem oft zum Schmunzeln an. Weil ein Solist mit Dauer-Duckface und weißen Sportschuhen einfach lustig aussieht, und weil ein gepfiffenes Liedchen einfach Unbeschwertheit und Fröhlichkeit vermittelt. Außerdem top: Beim Konzert wurden Spenden für Flüchtlinge gesammelt.

haba

Nikolaus und Daniel bei Open Piano for Refugees

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Improvisationen am Klavier

„Ein Klavier und ein Bild – mehr soll auf der Bühne gar nicht sein“, so kündigte Maximilian Lehner sein Konzert im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik an. Aus dem Klavier wurde ein hochwertiger Yamaha-Flügel, der extra für das Konzert angemietet wurde. Das Bühnenbild von Malerin Klara Hofinger zeigte zwei menschliche Körper und ließ viele Interpretationsmöglichkeiten offen.  Vor dieser Kulisse spielte Lehner Improvisationen mit virtuoser Technik und begeisterte damit das Publikum. „Es war unheimlich schön“, „Sehr gefühlvoll, wirklich traumhaft“, „Ein Wahnsinn!“, lauteten die Reaktionen der anspruchsvollen Besucherinnen und Besucher.

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