Ballett-Juwelen in der Staatsoper

Heute Abend präsentierte Manuel Legris, der Ballettdirektor der Wiener Staatsoper, die modifizierte Neuauflage des Programms „Juwelen der Neuen Welt“. Thematisch war der Abend jenen amerikanischen Choreographen gewidmet, die im 20. Jahrhundert in Europa ihr Können unter Beweis stellten. Musikalisch stand „Rubies“ von Igor Strawinski, die „Bach Suite III“, „Variationen zu einem Thema von Haydn“ von Johannes Brahms sowie „The Vertiginous Thrill of Exactitude“ von Franz Schubert am Programm.

Die Choreografien von George Balanchine, Twyla Tharp, John Neumeier und William Forsythe waren tatsächlich abwechslungsreich und manchmal sogar humorvoll-komisch. Beindruckend und spannend waren besonders die Zeitlupentänze zu Johann Sebastian Bachs „Air“. Über die Kostüme kann man diskutieren, Männer in Röcke sind nicht jedermanns Sache. Ein Bühnenbild war praktisch nicht vorhanden, dadurch konnte man sich jedoch auf das Wesentliche konzentrieren: Musik und Tanz auf höchstem Niveau. Langer Applaus für das Orchester, Dirigent Simon Hewett und Pianistin Laurene Lisovich.

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Raumklänge in der Minoritenkirche

Der eindeutige Höhepunkt des heutigen Musica Sacra-Konzertes „Raumklänge-Klangräume“ in der Linzer Minoritenkirche war bereits das Eröffnungsstück. Dirigent Heinz Ferlesch und der Chor Ad Libitum interpretierten Josef Rheinbergers‘ „Cantus Missae“ (Kyrie, Gloria und Sanctus) auf berührende Weise und ließen Hoffnungen auf eine genussvolle Konzertstunde aufkommen. Die anderen a-capella-Werke („Doxologia“ von Mocnik, „O Sapientia“ von Sulzer, „Parce mihi Domine“ von de Morales, „Twinkle, twinkle“ von Englbrecht und „Der Mond ist aufgegangen“ von Schulz/Länger) waren zwar spannungsreich und anspruchsvoll, dafür aber selten harmonisch, fast bedrückend und manchmal stresserzeugend. Das merkte man auch am unruhigen und unkonzentrierten Publikum. Die Darbietung von Ferlesch und seinen Sängerinnen und Sängern war ausgezeichnet, aber an einem Frühlingssonntag kurz nach Ostern erwartet man sich womöglich leichtere Kost, mehr Freude und weniger Leid. Versöhnlich waren die Zugaben. (Locus Iste von Bruckner…)

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Endstation Sehnsucht im Burgtheater

Tennessees Williams‘ Stück Endstation Sehsucht lässt sich im Wiener Burgtheater wie ein Film ansehen. In der Inszenierung von Dieter Giesing werden Szenen ein- und ausgeblendet. Schnitt. Dazu ein bisschen Hintergrundmusik und eine Geschichte, die sich auch mit halboffenem Auge mitverfolgen lässt. Worum geht es? Eine ehemals reiche Dame namens Blanche Dubois (Dörte Lyssewski) zieht in New Orleans bei ihrer schwangeren Schwester (Katharina Lorenz) ein, da ihr Anwesen versteigert werden musste. Das gefällt dem neurotischen Schwager Stanley Kowalski (Nicholas Ofczarek) natürlich nicht, der sie schnellstmöglich wieder loswerden möchte.

Endstation Sehnsucht ist ein Drama, in dem zwei Welten aufeinanderprallen. Die Personen werden zunehmend unsympatischer, die Situationen auf der Bühne eskalieren regelmäßig – und doch geht das Leben weiter. Eine Geburt steht an, und gleichzeitig erhöhen sich Alkoholkonsum und Gewalt. Fazit? Das Stück ist spannend, das Bühnenbild ist schräg, einen Höhepunkt gibt es nicht. Ein unterhaltsamer Abend mit grandiosen Schauspielern. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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RSO und Singakademie im Konzerthaus

„Werke von Brahms“ – unter diesem Titel begeistere das ORF Radio-Symphonieorchester sowie die Wiener Singakademie unter Dirigent Cornelius Meister im Wiener Konzerthaus. Leider war der Saal nicht bis auf den letzten Platz gefüllt. Das veranlasste (ausschließlich) älteres Publikum während der Tragischen Overture d-moll op. 81 ihre Plätze zu verlassen um sich bessere zu ergattern. Da die herumeiernden Pensionisten ablenkten, konnte man das Konzert erst bei den vier Gesängen für Frauenchor mit Begleitung von zwei Hörnern und Harfe erst so richtig genießen. Unglaublich schön spielte Hornist Peter Keserü seine Solostellen, genauso beeindruckend war das Harfenspiel von Anna Verkholantseva. Weniger angenehm für die Ohren war der Frauenchor. Das lag weniger an der musikalischen Leistung und mehr an den allgemein hohen Frauenstimmen. (Männerstimmen sind einfach angenehmer…) Es folgte der Höhepunkt der ersten Konzerthälfte, der „Gesang der Parzen“ für sechsstimmigen Chor und Orchester. „Es fürchten die Götter das Menschengeschlecht…“ – ein Traumstück, das zuletzt vor 44 Jahren im Konzerthaus aufgeführt wurde. (Die Gründe sind von ökonomischer Art. Hoher Aufwand, kurze Dauer.)

Die zweite Konzerthälfte war durchgehend ein Genuss. Am Programm standen acht Variationen über ein Thema von Joseph Haydn inklusive Choräle St. Antoni und Finale. Unbestrittener Höhepunkt des Abends war das Werk „Nänie“. Friedrich Schillers Text dazu lautet: „Auch das Schöne muss sterben.“ Leider hat er Recht. Auch dieses schöne Werk hatte ein Ende – großer Applaus für das RSO und die Wiener Singakademie für diesen traumhaften Abend.

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Angry Birds aus Wolle

Gestern entdeckte ich in einer Geschäftsauslage der Josefstädter Straße in Wien gestrickte „Angry Birds“. (Angry Birds heißt ein Handyspiel, wo Vögel per Steinschleuder gegen Gegenstände und Vogelkäfige geschossen werden. Kultspiel! Sehr unterhaltsam!)

Geschenkstipp: “Betriebsanleitung für den Mann” – ein praktischer Ratgeber für Männer. Von Robert Karbiner und Florian Kobler. Mehr Infos.

Schwebender Scheich in Wien

Seit einigen Wochen sorgt ein schwebender Straßenkünstler am Wiener Stephansplatz für Aufsehen unter den Touristengruppen. Der Trick dahinter ist zwar schnell erkannt, dennoch fasziniert die optische Täuschung. Für diesen Spaß sind viele Menschen bereit ein paar Cent zu bezahlen – vor allem wenn Sie ein Foto machen dürfen. Mich würde ja interessieren, in wie vielen Fotobüchern  dieser Scheich schon verewigt wurde.

Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe: Inge erlebt den Zweiten Weltkrieg in Gablonz – als junge Österreicherin zwischen Sudetendeutschen und Nazis, Tschechen und Russen. Damit ihre Familie flüchten kann, geht sie jedes Risiko ein.

Kuriositäten auf Friedhöfen

Dass Friedhöfe und Gruften ganz schön gruselig sein können, ist bekannt. Aber dass sie auch ziemlich kurios sein können, beweist der Friedhof in Ferrara.  Neben der Kathedrale Chiesa di San Cristoforo stehen Grabstätten im ägyptischen Stil. Bewacht werden diese von Sphinxe mit nackten Brüsten. Auf einem anderen Grab steht ein Engel, der auf ein Grab pisst. Ein paar Meter weiter ist auf einem Grabstein ein Totenbild  zu sehen, das ein junges Liebespaar beim Zigarettenrauchen zeigt. Ebenfalls am selben Friedhof befinden sich Kreuze, die mit dem Piraten-Totenkopf-Logo versehen sind. Was lernen wir draus? Verrückte sterben nicht aus!

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