Ein Franzose in Berlin

In der Auguststraße versteckt sich ein französisches Restaurant mit dem Namen „Nord Sud“. Darin bietet Monsieur Jean-Claude täglich drei verschiedene dreigängige Menüs an. Wer will, kann auf Französisch bestellen – dabei riskiert man aber eine längere Unterhaltung mit dem charmanten Chef. Das Essen schmeckt mehr als herrlich, der Preis bleibt unter zehn Euro. Fazit: Wer französische Küche schätzt und keine dicke Geldbörse hat, kann hier edel und fein essen gehen. Fantastique!

Die Einrichtung des Restaurants ist schlicht, aber sehr freundlich.

Holz- und Biergarnituren: Die Einrichtung des Restaurants ist schlicht, aber sehr freundlich.

Dank offener Küche kann man dem Koch beim Zubereiten der Speisen zusehen.

Dank offener Küche kann man dem Koch beim Zubereiten der Speisen zusehen.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Biergenuss in Berlin-Mitte

Die W. Prassnik-Gaststätte in der Berliner Torstraße ist bekannt für ihr selbstgebrautes und unfiltriertes Bier. Dieses sollte man auf jeden Fall kosten. Dazu lädt nicht nur das gemütlich-urige Holzmobiliar ein, sondern auch der faire Preis. 0,33 Liter Bier kommen hier auf sagenhaft günstige zwei Euro. Ein Geschmackserlebnis für Bierliebhaber! 🙂

Unfiltriertes Bier im W. Prassnik.

Unfiltriertes Bier im W. Prassnik.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Cocktailbar mixt Brasilien mit Berlin

Brasilianisches Flair und extrem günstige Cocktails – das bietet die „BR101„-Bar in Berlin-Mitte. Während der Woche schupft nur eine Person, die gleichzeitig Barkeeper, DJ und Kellner ist, das kleine aber feine Lokal. Neben den Standard-Cocktails wie „Sex On The Beach“, „Pina Colada“ und Co, werden rund 60 Eigenkreationen angeboten, die sehr zu empfehlen sind. Dazu gibt es brasilianische Petiscos oder (kostenlos) Salzstangen. Zur Unterhaltung werden auf einem Videobeamer Surf- und Strandfilme sowie Fußballspiele übertragen. Gesurft werden kann auch im WLAN, dazu gibt es Loungemusik. Im BR101 und im dazugehörigen Gastgarten auf der Straße sind hauptsächlich Studierende anzutreffen. Das liegt eventuell daran, dass für die großen und ansprechend dekorierten Cocktails nur 3 bis 4,5 Euro zu löhnen sind. Fazit: Gemütliche Bar mit sensationellen Cocktails! Sehr empfehlenswert!

Die Bar ist nach einer 4.500 Kilometer langen Bundestraße entlang der brasilianischen Küste benannt.

Die Bar ist nach einer 4.500 Kilometer langen Straße entlang der brasilianischen Küste benannt.

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über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Nicholas Ofczarek als grandioser Jedermann

Salzburg ist nicht nur für die Festspiele bekannt, sondern auch für den Schnürlregen. Am Freitag wurde daher die Jedermann-Vorstellung vom Domplatz in das große Festspielhaus verlegt. Noch vor Beginn der Vorstellung wurde rund um das Festspielhaus sowie von der Festung aus die Saison mit Kanonenfeuer eröffnet. Ebenso imposant ging es beim Jedermann weiter.

Großer Applaus für das Salzburger Jedermann-Ensemble

Großer Applaus für das Jedermann-Ensemble.

Bis es soweit war, dauerte es aber rund eine Dreiviertelstunde. Nicholas Ofczarek, Ben Becker und Birgit Minichmayr waren von da an von ihrer besten Seite zu sehen – der Star des zweistündigen Abends war jedoch eindeutig Nicholas Ofcarek als Jedermann. Die Buhlschaft hatte eigentlich eine absolute Nebenrolle und musste (fast) nur schön sein. Das war für Birgit Minichmayr ein Klax. Auch der Tod (Ben Becker) ist mit seiner Rolle nicht überfordert. Er musste nur stark geschminkt böse dreinschauen und im Zeitlupentempo über die Bühne wandern. Mehr Einsatz brauchten der Teufel (Peter Jordan) und die Frau, die die guten Werke des Jedermann verkörpert (Lina Beckmann). Super waren auch die musikalischen Orchester-, Blasmusik- und Choreinlagen, die sparsamen Pyroeffekte, das Glockengeläute und die „Jedermann“-Rufe.
Ofczarek, Minichmayr, Becker, Weis, Jordan

Staraufgebot beim Jedermann: Ofczarek, Minichmayr, Becker, Weis & Jordan.

Fazit: Wer die Möglichkeit hat, sich den Jedermann anzusehen, sollte dies tun. Die Erwartungen dürfen aber nicht zu hoch sein – vor allem, wenn die Vorstellung vom schönen Domplatz im Freien in das dunkle Festspielhaus verlegt wird. Denn dies wirkt sich negativ auf das Flair und die Akustik aus. Auch das Stück von Hugo von Hoffmansthal selbst ist keine leichte Kost – doch die Salzburger Inszenierung von Christian Stückl und der stets aktuelle Hintergrund des Werks machen (dank großartiger Schauspieler) daraus ein Highlight.

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„Pussy Pilot“ gewinnen Make Music 2012

„Ein Zwischenstopp auf dem Weg vom Probekeller zur großen Bühne“ – so beschrieb Profimusiker Papa Joe den Make Music-Bandwettbewerb, der vergangenen Sonntag zum 13. Mal im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik über die Bühne ging. Nachwuchsbands aus ganz Österreich stellten sich in Enns einer Band- und Fachjury und gaben je 20 Minuten lang ihr Bestes. Schlussendlich konnte sich die Wiener Rock’n’Roll-Band „Pussy Pilot“  vor den Mundart-Rockern „Hoib so Wüd“ und der Rockband „Epix“ durchsetzen. Neben Geldpreisen gab es ein Fotoshooting, Gutscheine für Bandequipment, ein Radiointerview und Tonstudio-Unterstützung zu gewinnen. Über Sonderpreise freuten sich der Ennser Songwriter Pi (Christoph Pichler) sowie die Ennser Metalband „Before Us All“.

Pussy Pilot: Johannes Meindl, Philipp Hackl, Jan Schütz und Michael Rührnößl.

Die Band „Pussy Pilot“: Johannes Meindl, Philipp Hackl, Jan Schütz und Michael Rührnößl.

"Pussy Pilot" live bei "Make Music" im Kulturzentrum d'Zuckerfabrik

„Pussy Pilot“ live bei „Make Music“ im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik

Starker Auftritt: Die drittplatzierte Band „Epix“ fuhr mit einer Luxuslimousine bei "Make Music" vor.

Starker Auftritt: Die drittplatzierte Band „Epix“ fuhr mit einer Limousine bei „Make Music“ vor.

Gruppenfoto mit allen Beteiligten von Make Music 2012

Gruppenfoto mit allen beteiligten Künstlern und Jurymitgliedern von Make Music 2012

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Rundgang im Slowacki Theater

In der polnischen Kulturmetropole Krakau gibt es neben dem neuen Opernhaus auch noch das Juliusz Slowacki Theater. Das Theatergebäude und seine Einrichtung sind sehr alt, aber beeindruckend. Es wurde im Jahr 1893 eröffnet, nach dem polnischen Dichter Juliusz Slowacki benannt und erinnert optisch an das Pariser Opernhauses „Opéra Garnier“ des französischen Architekten Charles Garnier. Während der Nazi-Zeit übernahmen die Deutschen die Führung und Bespielung des Theaters. Heute sind vor allem polnische Opern, Konzerte und Lesungen im Slowacki Theater zu sehen. Hier ein paar Fotos:

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Totentanz bei den Festwochen

Wer geht an einem 35 Grad heißen Sommerabend freiwillig zu den Wiener Festwochen, wenn das Stück 3,5 Stunden dauert? Bei „Glaube, Liebe, Hoffnung“ von Ödön von Horváth in der Inszenierung von Christoph Marthaler macht sich sowas bezahlt.

Zum einen war die Halle E im Museumsquartier derart heruntergekühlt, dass man als Besucher glauben konnte, sich in der Kühlkammer des Anatomieinstitutes zu befinden, das auf der Bühne zu sehen war. Das Stück beginnt mit einem kurzen, wortlosen Sketch, der an ein Vorprogramm im Kino erinnert. Ein Mann steigt auf eine Leiter, um den Schriftzug „Anatomieinstitut“ zu vervollständigen. Dann bricht die Leiter zusammen. Begleitet wird er von E-Gitarrenmusik.

Vor dem Bühnenbild ist ein Orchestergraben mit vielen Sesseln und Notenständern aufgebaut. Auf Musiker wartet man aber vergeblich. Diese werden durch Verstärker und Lautsprecher ersetzt, die auf den Sesseln platziert wurden. Den Chor bilden die Schauspieler auf der Bühne. Sie singen teils furchtbar falsch, aber mit Begeisterung, manchmal aber auch erstaunlich richtig und mehrstimmig. Einen Dirigenten (Clemens Sienknecht) gibt es auch. Er begleitet den Abend am Klavier und als Sänger. Das Hauptthema bildet Frédéric Chopins „Marche funèbre in b-Moll“. Dazwischen werden andere Begräbnislieder wie „Der gute Kamerad“ oder „Der Tod und das Mädchen“ dargeboten. Die Musik wird immer verfälscht. Es klingt, als würde ein Teil des Orchesters während der Stücke noch mit dem Stimmen beschäftigt sein. Höhepunkt ist der Radetzkymarsch, der, gemischt mit Maschinengewehr- und Bombengeräuschen, unertäglich laut abgespielt wird. Allein schon wegen der schrägen Musik ist diese Inszenierung empfehlenswert!

Grob zusammengefasst der Inhalt: Eine junge Frau möchte aufgrund finanzieller Probleme ihren (künftig) toten Körper an das Anatomieinstitut verkaufen und wird von Männern (Polizist, Gerichtsrat, Präparator) langsam in den Selbstmord getrieben. Ödön von Horváth schrieb das Stück zwischen den beiden Weltkriegen – und das merkt man auch. Die Uraufführung wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten.

Ein roter Faden, der sich durch das Stück zieht, sind Doppeldeutigkeiten im Text und eine extreme Entschleunigung in der Ausführung. Der Text von Ödon von Horavth funktioniert ohne Frage auf mehreren Ebenen. Dies wird dadurch dargestellt, dass die junge Frau Elisabeth zweifach besetzt ist und mehrere Szenen  – wie bei der Kleinkindersendung „Teletubbies“ – wiederholt werden. Da ohnehin alles im Zeitlupentempo abläuft, kann man als Besucher den Text schon bald mitsprechen. Diese Langsamkeit kann einen in den Wahnsinn treiben. Das geschah auch – und so verließen dutzende Besucher schon während der ersten Hälfte und dann spätestens in der Pause die Vorstellung. Die Stücklänge hätte man sicher um die Hälfte kürzen können. Allerdings entsteht gerade durch diese Langsamkeit die bedrückende Stimmung, die in „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ständig vorhanden ist. Damit man dennoch immer im Geschehen bleibt, werden Überraschungen eingebaut. Humorvolle Dialoge oder Details im Bühnenbild, es wird gemordet und geküsst – und zweimal zerschlägt ein Schauspieler eine Glasflasche auf seinem Kopf.

Fazit: Spannende Aufführung mit grandiosem Ensemble. Vor allem Musiker Clemens Sienknecht ist genial. Das Stück hätte man jedoch – trotz allem – etwas kürzen können.

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Festwochen: Pornokrimi im Theater

Zwei Kommissare von Scotland Yard, ein großer und ein kleiner, versuchen einen Mordfall zu lösen. Einer Prostituierten wurde der Kopf abgesägt. Die Spur führt nach Deutschland – soweit zur Geschichte von „Three Kingdoms“, das heute im Theater an der Wien seine „Festwochen-Premiere“ feierte.

Das Bühnenbild besteht aus einem Holzkasten. Darin finden dutzende Verhöre statt, es werden Pornofilme gedreht, es springen Leute aus Reisekoffern, es wird gesungen und Prostituierte gehen als Rehe und Freier als Wölfe ihren Tätigkeiten nach. Die Dialoge der englischsprachigen Schauspieler sind amüsant, sie erinnern auch etwas an das Duo Stermann und Grissemann. Für die deutschsprachigen Schauspieler schämt man sich ein bisschen. Vielleicht wegen der Sprache? Die Esten sind grandios – und verkörpern im Stück komischerweise östliche Staaten wie Russland.

Fazit: Die Inszenierung von Sebastian Nübing ist humorvoll, spannend und kommt ohne großer technischer Hilfsmittel aus. Hin und wieder gibt es Momente, die durch Musik in die Länge gezogen werden oder langweilige Dialoge, die ins Nichts führen. Gerne wird auch provoziert (Frauen mit umgeschnallten Dildos, Männer die am Hintern bluten, viele Nackte, viele Gewaltszenen,…) Ansonsten ein sehr unterhaltsamer Theaterabend. Ein Krimi, der vielleicht wegen zu hohen Niveaus, vom Fernsehen ins Theater verlegt wurde.

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Schwebender Scheich in Krakau

Nicht nur am Wiener Stephansplatz lockt ein schwebender Scheich die Blicke der Touristen auf sich, auch in der polnischen Kulturmetropole Krakau zeigt sich einer – jedoch in weiblicher und dunkelroter Form! Bilder gibt’s hier:

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Langweiliger Liebesdialog von Peter Handke

Die schönen Tage von Aranjuez sind vorbei – ich war vergebens hier„, so ein Zitat aus der Festwochenproduktion von Peter Handke und Luc Bondy (Regie) im Akademietheater. Dieser Satz trifft die Beschreibung des Theaterabends auf den Punkt. Dörte Lyssewski und Jens Harzer führten auf der Bühne einen Sommerdialog über die Liebe – leider einen ziemlich langweiligen. Erst nach fünfundfünzig Minuten schmunzelte das Publikum zum ersten Mal. Ein Lebenszeichen! Ansonsten sah man nur eine konzentrierte Souffleuse in der ersten Reihe, Leute, die genervt die Vorstellung verließen und lang anhaltendes Gegähne – und das, obwohl das Saallicht nie abgedunkelt wurde. Hätte es eine Pause gegeben, wäre wohl die Hälfte des Publikums gegangen.

Dörte Lyssewski (rechts) und Jens Harzer (links) ernten höflichen Applaus

Dörte Lyssewski (rechts) und Jens Harzer (links) ernten höflichen Applaus

Die Dialoge sind stinklangweilig. Man hofft vergebens auf Überraschungen und lässt sich von billigen Gags zum Schmunzeln verleiten. Jens Harzer verkleidet sich als Indianerhäuptling und schaut blöd (Gelächter). Jens Harzer spritzt sich Blut ins Gesicht und auf sein Hemd (Gelächter). Jens Harzer verschüttet Sekt am Gartentisch (Gelächter). Jens Harzer ist Oberkörperfrei (Gegaffe). Das waren die Höhepunkte des Stücks. Leider. Das war die langweiligste Festwochenproduktion der Saison. Respekt verdienen die Schauspieler, die den irrsinnig langen Text gelernt hatten und mit Leidenschaft darboten.

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