Mehr Show für Soundtracks

Was ist passiert? Blue Carpet, singende Diva aus Los Angeles im sexy Glitzerkleid, deutscher Hollywood-Moderator, urige Jodler aus der Schweiz, Balletttänzer der Wiener Staatsoper, russische Volksmusiker in Tracht, orientalisches Ensemble und ein stöhnender Stradivari-Geiger: Die Filmmusik-Gala Hollywood in Vienna entwickelt sich immer mehr vom qualitativ hochwertigen Konzert zum weltweit gut verkaufbaren und durchinszenierten Film-Showevent. Eine Show fürs Auge, Fernsehen vor Filmmusik quasi, Abwechslung und Action um jeden Preis.

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Große Show bei „Hollywood in Vienna“ 2016

Irgendwie schade, aber aus ökonomischen Gründen vielleicht die einzige Möglichkeit für die Veranstalterin, die Zukunft der Gala zu sichern. Aber, und das muss man auch sagen,  Hollywood in Vienna ist noch immer das beste Konzert für Filmmusikfans, das Österreich zu bieten hat. Nirgendwo sonst kann man Soundtracks in dieser Qualität (ORF Radio-Symphonieorchester) und Akkustik (Wiener Konzerthaus) erleben. Schon gar nicht bei den derzeit so häufigen Stadthallen-Shows.

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Desplat hat bereits über 150 Film-Soundtracks geschaffen

Top: Heuer ist Alexandre Desplat mit dem Max-Steiner-Award ausgezeichnet worden. Ein sympathischer Komponist mit grandioser Musik – wie Harry Potter, Pets oder The King’s Speech. Unbedingt anhören!

Über den Dschungel zur Trompete

Er ist gebürtiger Londoner, 49 Jahre alt und spielt Trompete bei den Vereinigten Bühnen Wien. Am 28. Oktober ist Aneel Soomary live mit Pro Brass in der Stadthalle Enns zu hören. Im Alter von zehn Jahren hat Aneel Soomary „Das Dschungelbuch“ im Kino gesehen. „Da gibt es eine Szene, in der Mogli von Affen entführt wird. Balu der Bär und Bagheera der Panther versuchen ihn wieder zurückzubringen. Da hab ich beim Lied ‚I Wan‘na Be Like You‘ die Trompete gehört – und war sofort gefesselt. Für mich ist nichts anderes in meinem Leben mehr infrage gekommen, als Trompeter zu werden.“ Seit zwanzig Jahren lebt Aneel nun schon in Wien, er spielt neben vielen anderen Musikprojekten hauptsächlich Trompete im Ronacher und Raimundtheater. Dort gibt er aktuell bei Musicals wie Evita und Schikaneder den Ton an.

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Trompeter Aneel Soomary von Pro Brass

Keine Mauer zwischen Jazz und Klassik

Seit vielen Jahren ist er auch beim oberösterreichischen Blechbläser-Ensemble Pro Brass im Einsatz. „Ich genieße diese Zeit ohne Ende. Pro Brass ist musikalisch gesehen die größte Herausforderung für einen Blechbläser. Die Musik ist extrem vielseitig. Es gibt keine Mauer zwischen Jazz und Klassik. Und die Moderation ist voll trockenem Humor, manchmal auch ein bisschen politisch und gesellschaftskritisch.“ Pro Brass-Konzerte wie das kommende in Enns empfiehlt er allen, die den „Blechbläser-Klang“ lieben.

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Aneels Grimassen mit dem Klostopfer

Aneel Soomary ist bei den Shows auch für den einen oder anderen Spaß zu haben. Er steckt sich beispielsweise gern seinen Trompetendämpfer – den so genannten Plunger – in den Mund und schneidet damit lustige Grimassen. “Das ist ja eigentlich ein Klostopfer, nur ohne Stock. Aber keine Angst, der war vorher nicht am Klo im Einsatz.“

Dieser Text ist auch in der Wochenzeitung „Ennser Tips“ erschienen. 

Pfeifkonzert im MuseumsQuartier

Er ist ein schräger Vogel, dieser Nikolaus Habjan. Vielen kennen ihn als Puppenspieler, weniger bekannt ist seine musikalische Karriere als Kunstpfeifer. Am Samstag hat er gemeinsam mit dem Pianisten Daniel Nguyen zu einem Open-Air-Pfeifkonzert ins MuseumsQuartier geladen. Dargeboten wurden Opernklassiker wie „La Donna E Mobile“ (Rigoletto), „Der Hölle Rache“(Die Zauberflöte) oder Nessun Dorma (Turandot). Und weil das Publikum so still war, konnten alle im Kreis rundherum sein virtuoses Pfeifen bestens hören. Das Konzert regte außerdem oft zum Schmunzeln an. Weil ein Solist mit Dauer-Duckface und weißen Sportschuhen einfach lustig aussieht, und weil ein gepfiffenes Liedchen einfach Unbeschwertheit und Fröhlichkeit vermittelt. Außerdem top: Beim Konzert wurden Spenden für Flüchtlinge gesammelt.

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Nikolaus und Daniel bei Open Piano for Refugees

Buchtipp: „Pater Martin 2“ von Florian Kobler – rund 80 neue Anekdoten und Abenteuer des beliebten Franziskanermönchs. Mit humorvollen Comics von Georg Atteneder

Tanz auf der Orgel

Sie sind das Traumpaar der österreichischen Orgelszene – Maria Grillenberger (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und Marco Paolacci (Stiftskapellmeister in Zwettl). Am Sonntag gaben die beiden ein vierhändiges Orgelkonzert der Extraklasse im Linzer Mariendom. Am Programm standen Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart, Max Reger und Jean Langlais. Absoluter Höhepunkt: Das Orchesterstück Danse Macabre von Camille Saint-Saens – gespielt auf der Orgel. Ein Erlebnis!

Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe: Inge erlebt den Zweiten Weltkrieg in Gablonz – als junge Österreicherin zwischen Sudetendeutschen und Nazis, Tschechen und Russen. Damit ihre Familie flüchten kann, geht sie jedes Risiko ein. Blick ins Buch.

Kardinal auf der Life-Ball-Bühne

Was war das für ein Moment, als Kardinal Christoph Schönborn am Freitag plötzlich auf der Bühne des Red Ribbon Celebration Concert im Burgtheater stand. Es war der Abend, an dem auch die Lange Nacht der Kirchen stattfand. Der Kardinal nahm sich dennoch Zeit, mit roter Schleife eine Rede für den Life Ball zu halten. Er sprach davon, Vorurteile abzubauen, dass es um Menschen geht und darüber, wie wertvoll das Gespräch ist. Ein starkes Signal. Doch auch sonst hatte das Konzert viel zu bieten: Der Auftritt von Anna Netrebko,  das Barockorchester Wiener Akademie unter der Leitung von Martin Haselböck, aber auch das Duett „That’s What Friends Are For“ von Dionne Warwick und Cheyenne Elliott. Einziger Wehrmutstropfen: Die zwar emotionale, aber leider unvorbereitete und viel zu lange Dankesrede von Life-Ball-Chef Gery Keszler. Ansonsten jedoch ein Top-Konzert, eine Aneinanderreihung von Highlights.

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Top: Das Bühnenbild und die Visuals der Videokünstler Opium Effect

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Rockstar unter den Komponisten

Am Freitag gab Hans Zimmer mit einem 70 Musiker starken Orchester ein Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle. Zu hören war ein „Best of“ seiner Soundtracks – von Sherlock Holmes, Da Vinci Code, Fluch der Karibik, Gladiator, Der schmale Grat, The Dark Knight, König der Löwen bis Inception. Der gebürtige Deutsche und nun Hollywood-Komponist moderierte amüsant und anekdotenreich durch das Programm und versammelte großartige Sänger und Musiker um sich auf der Bühne. Musikalisch war das Konzert ein Hammer! Doch die Akustik in der Halle D sowie die irritierende Lichtshow (inklusive Visuals im Windows-Media-Player-Stil) trübten die Freude etwas. Fazit: Ein „amerikanisches“ Konzert – bombastisch, aber mitunter ohne Gefühl.

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Drei Stunden Musik mit dem 58-jährigen Oscar-Preisträger

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Gesteuerte Puppen und Drohnen

Es ist natürlich beeindruckend, wenn Dronen mit Suchscheinwerfern über den Köpfen tausender Fans schweben, wenn Kanonen Luftschlangen in die Menge schießen, wenn mit Konfetti gefüllte und leicht zerplatzende XXL-Luftballone durch die Massen wandern, wenn eine drehende 360-Grad-Bühne inklusive 60 Meter Steg mithilfe von durchsichtigen Leinwandnetzen mit riesigen Visuals bespielt werden kann – aber dabei bleibt es ja nicht: Muse überzeugen mit einer musikalisch perfekten, durchchoreografierten Show. Konzerte, wie jenes am Montag in der Wiener Stadthalle, sind eine Aneinanderreihung von Höhepunkten und Überraschungen. Absolutes Highlight: Wenn bei „The Handler“ mit Visuals dargestellte Hände die Musiker an Fäden wie Puppen tanzen lassen.

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Muse spielen musikalisch wie technisch in der ersten Liga.

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Ostern: Konzert statt Kirche

Mit einem der größten Werke der Musikgeschichte, der h-Moll-Messe von Bach, lässt es sich ideal auf Ostern einstimmen: Am Wochenende war das Werk im Wiener Konzerthaus zu hören. Ein Traum etwa das Solo des ersten Konzertmeisters der Wiener Symphoniker, Anton Sorokow – einer der wenigen Orchestermusiker, die während des Konzerts lächelten. Unglaublich gut auch die Solistinnen Camilla Tilling (Sopran) und Wiebke Lehmkuhl (Alt) – letztere besonders beim Agnus Dei. Ein Highlight zum Schluss: Dona nobis pacem. Fazit: Ein „Osterklang“-Konzert mit vielen Höhepunkten. Auch unserem Bundespräsidenten Heinz Fischer und seiner Gattin Margit hats sichtlich gefallen.

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h-moll-Messe mit den Wiener Symphonikern, der Wiener Singakademie, mit Philippe Jordan uvm.

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Weinende Geige von Williams

Wenn die „weinende Geige“ das Thema von Schindlers Liste anstimmt, ist Gänsehaut garantiert. So auch am Sonntag im Wiener Konzerthaus, wo Christian Kolonovits gemeinsam mit 130 Musikern Filmmusik von John Williams darbot. An der Sologeige brillierte Emmanuel Tjeknavorian. Ein absoluter Höhepunkt des Konzertes. Da verzieh man dem Max Steiner (Jugend)-Orchester auch den einen oder anderen Patzer. Fazit: Die Produktion, die im Dezember erneut aufgeführt werden soll, kann mit der Qualität von Hollywood in Vienna nicht mithalten. Es ist aber großartig, wenn sich immer mehr Musiker und Veranstalter bemühen, Filmmusik live im Konzertsaal aufzuführen.

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Best of John Williams im Konzerthaus

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Proben mit dem Meister

Bevor es für das Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) drei Wochen lang auf Asien-Tournee geht, proben die Musiker mit Cornelius Meister noch intensiv im ORF RadioKulturhaus. Am Programm stehen Werke von Mozart und die Symphonie Nr. 1 in c-Moll von Johannes Brahms. Fazit: Ein Erlebnis! Perfekt zum Abschalten und Genießen nach der Arbeit. Tipp: Auf Facebook werden die Musiker regelmäßig von der Reise und den Konzerten in Bangkok, Osaka etc. berichten.

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Probe am 2. Februar im großen Sendesaal

Buchtipp: „Pater Martin 2“ von Florian Kobler – rund 80 neue Anekdoten und Abenteuer des beliebten Franziskanermönchs. Mit humorvollen Comics von Georg Atteneder.