Dass Athene Pallas, die griechische Göttin der Weisheit, dem österreichischen Parlament seit über hundert Jahren den Rücken zukehrt, ist absolut verständlich und kein Geheimnis. Vielmehr drängt sich folgende spannende Frage auf: Wie ist es möglich, dass eine der Brunnenfiguren seit eh und je ein „Ipad“ in der Hand hat????
„Ein bisschen nervös waren wir schon“, sagten Robert Blöchl und Roland Penzinger (BlöZinger) nach ihrem ersten Auftritt im Wiener Stadtsaal. „Denn auf so einer großen Bühne kann man leicht untergehen.“ Aber natürlich ging alles gut. Das Publikum zeigte sich von ihrem neuen Programm „Erich“ begeistert. „Wir waren eh schon öfter hier im Stadtsaal – als Zuschauer“, scherzte Penzinger. Für das sympathische Kabarettduo gab es an diesem Tag noch einen Grund zum Feiern. „Seit heute werden wir von der Kabarettagentur E&A vertreten“, freute sich Blöchl. Zahlreiche Kabarettkollegen – wie „Wir sind Kaiser“-Vormärz Rudi Schöller oder auch Birgit Radeschnig gratulierten den neuen Stars der österreichischen Kabarettszene.
Mit ihrem neuen Programm „Erich“ sind Blözinger auf Erfolgskurs. Am 13. Mai feierten sie vor begeistertem Publikum ihre Auftrittspremiere im Wiener Stadtsaal.
Der goldene Saal des Wiener Musikverein ist einer der schönsten Konzertsäle der Welt. Hier hat heute der Chor Ad Libitum aus St. Valentin gemeinsam mit dem Coro de la Universidad Politécnica de Madrid und dem Orchester der TU Wien mit Dirigent Juan Pablo Simónfd ein Frühlingskonzert gegeben. Am Programm stand neben Werken von Ludwig van Beethoven und Arvo Pärt auch der Lobgesang von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Es war schon beeindruckend von einem großen Orchester und 140 Sängerinnen und Sängern die Schlusszeile „Lobe den Herrn“ zu hören. Vor allem in diesem einzigartigen Saal!
Beeindruckende Atmosphäre und Akustik im Wiener Musikverein – auch wenn der goldene Saal auf Fotos und Videos weit größer aussieht, als er wirklich ist.
Das Café Edison in der Alser Straße hat eine besondere Attraktion für ihre Gäste am Herren-WC vorbereitet. Zur Unterhaltung stehen Zungenbrecher-Sprüche über den Pissoirs. Gute Idee, wobei „Schüttelreime“ an diesem Ort besser geeignet wären 😉
Täterinnen oder Opfer? Diese Frage stellt sich eine neue Doppel-Produktion am Theater Nestroyhof Hamakom. Gezeigt werden die beiden Monologe „Covergirl“ und „Die Kommandeuse“. Der erste Monolog handelt von Lynndie England, die im Jahr 2004 durch Folter-Fotos aus dem Irak-Krieg bekannt wurde. Sie hält einen nackten Häftling an der Hundeleine oder zeigt grinsend auf den Penis eines masturbierenden Gefängnisinsassen.
Grandiose Schauspielleistung von Ingrid Lang (Covergirl) und Barbara Gassner (Kommandeuse).
Das zweite Stück geht der Geschichte von Ilse Koch nach, der Frau des Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald während des zweiten Weltkriegs. Sie soll zahlreiche Kriegsverbrechen begangen haben – und sich aus Tattoos von Häftlingen einen Lampenschirm gebastelt haben.
Die beiden Monologe von Barbara Herold und Gilla Cremer gehen der Frage nach, warum Menschen zu solchen Taten fähig waren und wie ihre Gerichtsfälle vor der Öffentlichkeit ausgeschlachtet wurden. Der Theaterabend dauert intensive 2,5 Stunden, bietet verstörende Bilder und Effekte, und spielt mit dem Voyeurismus sowie der Belastbarkeit des Publikums. Empfehlenswert.
Heute gab Manfred Deix eine Autogrammstunde in Wien. Anlass war sein neues Buch „Der heilige Deix“ (Ecowin), das zufällig rechtzeitig zu Ostern, zur Papstwahl und zum Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien erschienen ist. Autogrammjäger standen Schlange, als wäre ein Superstar im Lande. Wobei – Deix kann schon als solcher unter den Karikaturisten bezeichnet werden. Ein interessantes Interview zum Thema Religion hat Deix übrigens vor einigen Jahren dem Journalisten Florian Klenk für die Zeit gegeben.
Um die Signierstunde im Thalia zu überstehen, ließ sich Manfred Deix ein Glas Rotwein bringen.
„‚Lesung‘ sei kein positiv besetztes Wort und habe dieselbe Endung wie Scheidung, Hinrichtung oder Bestattung“, erklärte Thomas Raab heute bei der Präsentation seines neuen Krimis „Der Metzger kommt ins Paradies“. Außerdem sei Unterrichtsministerin Claudia Schmid schon einmal bei einer seiner Lesungen eingeschlafen. Vielleicht bemühte er sich deshalb, den Abend so unterhaltsam wie möglich zu gestalten.
Der gutaussehende Thomas Raab ist schlecht im Flirten und glücklich verheiratet – teilte er dem Publikum unaufgefordert mit.
Damit das Publikum bei Laune blieb und um perfekte Überleitungen für seine Lesestellen zu bekommen, erzählte der Vollprofi viel aus seinem Privatleben und von seiner Schulzeit. (Er war ein schlechter Deutschschüler und war in die Lehrerin verliebt. Und er war Legastheniker und hat noch heute beim Signieren oft seine Probleme, alle Diktate seiner Fans richtig zu schreiben.) Dazwischen erzähle Raab immer wieder ein paar Witze wie „Warum ist in jedem Hotelzimmer ausgerechnet eine Bibel im Nachtkästchen? Die klaut keiner!“ Schauspielerisches Talent hat er, auch Sprachen- und Dialekte zu imitieren fällt Thomas Raab leicht. Der Unterhaltungsfaktor bei seiner Lesung war hoch, der Inhalt des Buches kam aber leider zu kurz. Ein bisschen Italien, ein bisschen Strandklischees – mehr war nicht zu erfahren.
Geistliche Abendmusik auf höchstem Niveau gab es gestern in der Kirche St. Ursula in Wien zu hören. Marco Paolacci, Dirigent und Studierender von Erwin Ortner und Ingrun Fußenegger, präsentierte gemeinsam mit dem „Chor der Studienrichtung Kirchenmusik“ Motetten von Johann Sebastian Bach. Am Programm standen die Stücke „Lobet den Herrn, alle Heiden“ sowie „Jesu, meine Freude„. Ergänzt wurde das Konzert mit dem Orgelstück „Preludium & Fuge in e-moll„, das Davide Mariano zum Besten gab.
Viel Applaus für Jungdirigent Marco Paolacci in der St. Ursula Kirche (Johannesgasse 8).
Buchtipp: “Pater Martin” – Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch.
Professor Paul Lendvai ist eine humorvolle sowie höchst intelligente Persönlichkeit, der man gerne zuhört. Kein Wunder also, dass heute ungewöhnlich viel Publikum zur Präsentation seines Buches „Leben eines Grenzgängers“ (Kremayr & Scheriau) in eine Wiener Buchhandlung gekommen ist. Lendvai, der als Osteuropa-Experte, ORF-Korrespondent und Publizist bekannt geworden ist, blickt in diesem Werk auf sein Leben zwischen Ost und West zurück.
Publizist Paul Lendvai präsentiert im Thalia W3 sein neues Buch „Leben eines Grenzgängers“.
Er erzählt Anekdoten – beispielsweise über Bruno Kreisky oder das Bilderberg-Treffen – sowie Erinnerungen über seine Flucht nach Wien und seine Arbeit als Journalist. Das Buch ist kein Roman, sondern gibt ein Gespräch mit der ungarischen Journalistin Zsófia Mihancsik wieder. Fazit: Wenn das Buch selbst so interessant ist, wie es die Präsentation war, dann kann man es ohne Weiteres empfehlen.
Das Stück „Winterreise“ von Elfriede Jelinek am Wiener Akademietheater (Inszenierung: Stefan Bachmann) ist absolut sehenswert. Nicht nur der Text ist schräg, sondern auch die Bühne. Die Schauspieler seilen sich – wie auf einer Kletterwand – an der Bühne ab und reden über Natasha Kampusch, über Bankskandale, das Internet und über die Vergänglichkeit des Lebens. Dazu kommt Livemusik – Schuberts Liederzyklus „Winterreise“. Der Sänger Jan Plewka ist übrigens nicht stark verkühlt, der „singt“ angeblich immer so.
Filmabspann im Theater 🙂
Der Text von Jelinek ist zwar interessant und witzreich, aber manchmal doch etwas langatmig. Doch der Schluss des Stücks ist eine Wucht. Hier kommt dem Publikum nicht nur ein Skifahrer, ein Snowboarder und ein Schlittenfahrer entgegen, sondern auch eine geballte Ladung österreichischer Aprés-Ski-Stimmung. Mit Turbobier, Schlagermusik, Schnee und allem was dazu gehört. Ein toller Theaterabend!
Buchtipp:Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe: Inge erlebt den Zweiten Weltkrieg in Gablonz – als junge Österreicherin zwischen Sudetendeutschen und Nazis, Tschechen und Russen. Damit ihre Familie flüchten kann, geht sie jedes Risiko ein.