Der Blutschrank in der Maske

Bevor die Stars der Wiener Staatsoper die Bühne betreten, verbringen sie rund eine halbe Stunde in der Maske. Dort werden sie von Maskenbildnern für das jeweilige Werk vorbereitet. Die Maskenbildner sind jedoch nicht nur für das Make-up zuständig, sondern leisten oft auch psychologische Betreuung, reden den Schauspielern gut zu und lassen das immer wiederkehrende Lampenfieber verschwinden.

Ein klassischer Theaterspiegel in der Wiener Staatsoper.

Ein klassischer Theaterspiegel in der Staatsoper.

Ein besonders gruseliger Anblick im Zimmer ist der durchsichtige Kühlschrank. Darin stehen nicht nur Milch, Mineralwasser und Orangensaft, sondern auch dutzende Kapseln und Flaschen Theaterblut.

Ein gewöhnlicher Kühlschrank voller Theaterblut.

Ein gewöhnlicher Kühlschrank voller Theaterblut.

Natürlich arbeiten Maskenbildner nicht nur mit Make-up, sondern auch mit Modelliermasse, falschen Bärten, Haaren und Glatzen etc.

Dutzende Autogrammkarten und Erinnerungen schmücken das Zimmer.

Dutzende Autogrammkarten und Erinnerungen von Theaterlegenden schmücken das Zimmer.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

„Pussy Pilot“ gewinnen Make Music 2012

„Ein Zwischenstopp auf dem Weg vom Probekeller zur großen Bühne“ – so beschrieb Profimusiker Papa Joe den Make Music-Bandwettbewerb, der vergangenen Sonntag zum 13. Mal im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik über die Bühne ging. Nachwuchsbands aus ganz Österreich stellten sich in Enns einer Band- und Fachjury und gaben je 20 Minuten lang ihr Bestes. Schlussendlich konnte sich die Wiener Rock’n’Roll-Band „Pussy Pilot“  vor den Mundart-Rockern „Hoib so Wüd“ und der Rockband „Epix“ durchsetzen. Neben Geldpreisen gab es ein Fotoshooting, Gutscheine für Bandequipment, ein Radiointerview und Tonstudio-Unterstützung zu gewinnen. Über Sonderpreise freuten sich der Ennser Songwriter Pi (Christoph Pichler) sowie die Ennser Metalband „Before Us All“.

Pussy Pilot: Johannes Meindl, Philipp Hackl, Jan Schütz und Michael Rührnößl.

Die Band „Pussy Pilot“: Johannes Meindl, Philipp Hackl, Jan Schütz und Michael Rührnößl.

"Pussy Pilot" live bei "Make Music" im Kulturzentrum d'Zuckerfabrik

„Pussy Pilot“ live bei „Make Music“ im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik

Starker Auftritt: Die drittplatzierte Band „Epix“ fuhr mit einer Luxuslimousine bei "Make Music" vor.

Starker Auftritt: Die drittplatzierte Band „Epix“ fuhr mit einer Limousine bei „Make Music“ vor.

Gruppenfoto mit allen Beteiligten von Make Music 2012

Gruppenfoto mit allen beteiligten Künstlern und Jurymitgliedern von Make Music 2012

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Aloe Blacc singt für die Volkshilfe

Der amerikanische Superstar Aloe Blacc wurde durch seinen Song „I Need A Dollar“ berühmt. Gestern Abend trat er bei der „Nacht gegen Armut“ der Volkshilfe im Innenhof des Wiener Rathauses auf. Hier ein paar Eindrücke und Fotos vom Benefizkonzert:

Aloe Blacc war der Star des Abends und heizte mit seinem Hit "I Need A Dollar" seinen Fans ein.

Aloe Blacc war der Star des Abends und heizte mit seinem Hit „I Need A Dollar“ seinen Fans ein.

Für beste Stimmung im Rathaus-Innenhof sorgte Big John Whitfield mit Band.

Für (die) beste Stimmung im Rathaus-Innenhof sorgte Big John Whitfield mit Band.

Life Ball-Organisator Gery Keszler unterstützte die Benefizaktion.

Life Ball-Organisator Gery Keszler unterstützte als prominenter Gast die Benefizaktion.

Volkshilfe-Chef Erich Fenninger bedankte sich beim Publikum und kündigte eine "Nacht gegen Armut 2013" an.

Volkshilfe-Chef Erich Fenninger bedankte sich beim Publikum und kündigte eine „Nacht gegen Armut 2013“ an.

Das verfahrbare Membrandach des Innenhofs schützte die rund 500 bis 1.000 Konzertbesucher vor Regen.

Das mobile Membrandach des Innenhofs schützte die ca. 500 bis 1.000 Konzertbesucher vor Regen.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Sommer, Wein und Blasmusik

Trotz tropischer Temperaturen von über 30 Grad war die Stimmung am „Konzert am Bauernhof“ der Stadtkapelle Enns ausgesprochen gut. Während die Musiker ihr Outfit den Temperaturen anpassten und nur in Hemd und Lederhose das Konzert bestritten, benützten die Besucher die Programmflyer als Windfächer und konsumierten dutzende Sommerspritzer am Stand der Ennser Weinwerkstatt! Hier ein paar Fotos vom Konzert am Hartlauerhof in Ennsdorf:

Stadtkapelle Enns beim Konzert am Bauernhof 2012

Songwei Liang und die Stadtkapelle Enns beim „Konzert am Bauernhof“ in Ennsdorf

Ehrenstabführer Robert Podpeskar mit Marketenderinnen Eva Aichbauer und Christina Stockmayr

Ehrenstabführer Robert Podpeskar mit Marketenderinnen Eva Aichbauer und Christina Stockmayr

Konzertpause im Hartlauerhof

Konzertpause im Hartlauerhof

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Standing Ovation für „Die Jahreszeiten“

Mit Standing Ovation, Bravo-Rufen, Freudentränen und nicht enden wollenden Applaus ging Samstagabend das Konzert „Die Jahreszeiten“ in der Stadthalle Enns zu Ende.

Die sympathischen und hochprofessionellen Solisten Maria Erlacher, Daniel Johannsen und Josef Wagner interpretierten die Rezitative des Haydn-Oratoriums mit fröhlicher Leichtigkeit und viel Gefühl. Heinz Ferlesch dirigierte die rund 110 Künstler des Chor Ad Libitum und Ensemble Sonare Linz meisterhaft und war der Held des Abends. Der Kulturverein Pa-Events sorgte für einen reibungsfreien Ablauf der Veranstaltung und mit kühlen Erfrischungen für das Wohl der rund 600 Besucherinnen und Besuchern in der sommerlichen Atmosphäre der Stadthalle.

Am Ende des Konzertes brach ein regelrechter Begeisterungssturm im Publikum aus. „Es war ein einmaliges Erlebnis“, meinte auch Bürgermeister Franz Stefan Karlinger. „Eine perfekte Leistung“, zog Jun Ono, Musikschuldirektor von St. Valentin, Bilanz. „Es war ein grandioses Konzert, das alle Erwartungen nicht nur erfüllte, sondern auch bei weitem übertraf. So eine überwältigende Publikumsreaktion habe ich noch nie erlebt“, freute sich Veranstalter Florian Kobler.

Das Büro des Staatsopern-Chefs

Wie sieht eigentlich das Büro des Direktors der Wiener Staatsoper aus? Kurz zusammengefasst lautet die Antwort: Ein helles Zimmer voller CDs, Bücher und persönlicher Erinnerungen. Der Ausblick aus dem Fenster auf den Ring ist herrlich, die Arbeitsathmosphäre angenehm ruhig. Da Dominique Meyer mit seinen Kollegen und Geschäftpartnern auf gleicher Ebene verhandeln wollte, orderte er zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2010 einen runden Tisch für sein Büro. Einen richtigen Schreibtisch gibt es im Büro des Direktors nicht. Hier zwei exklusive Bilder:

Runder Tisch statt Chef-Schreibtisch: Meyer möchte mit Mitarbeitern auf gleicher Ebene diskutieren.

Runder Tisch statt Chef-Schreibtisch: Meyer möchte auf gleicher Ebene diskutieren.

Hunderte CDs und Bücher von aktuellen Künstlern schmücken das Regal.

Hunderte CDs und Bücher von aktuellen Künstlern schmücken das Regal.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Rundgang im Slowacki Theater

In der polnischen Kulturmetropole Krakau gibt es neben dem neuen Opernhaus auch noch das Juliusz Slowacki Theater. Das Theatergebäude und seine Einrichtung sind sehr alt, aber beeindruckend. Es wurde im Jahr 1893 eröffnet, nach dem polnischen Dichter Juliusz Slowacki benannt und erinnert optisch an das Pariser Opernhauses „Opéra Garnier“ des französischen Architekten Charles Garnier. Während der Nazi-Zeit übernahmen die Deutschen die Führung und Bespielung des Theaters. Heute sind vor allem polnische Opern, Konzerte und Lesungen im Slowacki Theater zu sehen. Hier ein paar Fotos:

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Totentanz bei den Festwochen

Wer geht an einem 35 Grad heißen Sommerabend freiwillig zu den Wiener Festwochen, wenn das Stück 3,5 Stunden dauert? Bei „Glaube, Liebe, Hoffnung“ von Ödön von Horváth in der Inszenierung von Christoph Marthaler macht sich sowas bezahlt.

Zum einen war die Halle E im Museumsquartier derart heruntergekühlt, dass man als Besucher glauben konnte, sich in der Kühlkammer des Anatomieinstitutes zu befinden, das auf der Bühne zu sehen war. Das Stück beginnt mit einem kurzen, wortlosen Sketch, der an ein Vorprogramm im Kino erinnert. Ein Mann steigt auf eine Leiter, um den Schriftzug „Anatomieinstitut“ zu vervollständigen. Dann bricht die Leiter zusammen. Begleitet wird er von E-Gitarrenmusik.

Vor dem Bühnenbild ist ein Orchestergraben mit vielen Sesseln und Notenständern aufgebaut. Auf Musiker wartet man aber vergeblich. Diese werden durch Verstärker und Lautsprecher ersetzt, die auf den Sesseln platziert wurden. Den Chor bilden die Schauspieler auf der Bühne. Sie singen teils furchtbar falsch, aber mit Begeisterung, manchmal aber auch erstaunlich richtig und mehrstimmig. Einen Dirigenten (Clemens Sienknecht) gibt es auch. Er begleitet den Abend am Klavier und als Sänger. Das Hauptthema bildet Frédéric Chopins „Marche funèbre in b-Moll“. Dazwischen werden andere Begräbnislieder wie „Der gute Kamerad“ oder „Der Tod und das Mädchen“ dargeboten. Die Musik wird immer verfälscht. Es klingt, als würde ein Teil des Orchesters während der Stücke noch mit dem Stimmen beschäftigt sein. Höhepunkt ist der Radetzkymarsch, der, gemischt mit Maschinengewehr- und Bombengeräuschen, unertäglich laut abgespielt wird. Allein schon wegen der schrägen Musik ist diese Inszenierung empfehlenswert!

Grob zusammengefasst der Inhalt: Eine junge Frau möchte aufgrund finanzieller Probleme ihren (künftig) toten Körper an das Anatomieinstitut verkaufen und wird von Männern (Polizist, Gerichtsrat, Präparator) langsam in den Selbstmord getrieben. Ödön von Horváth schrieb das Stück zwischen den beiden Weltkriegen – und das merkt man auch. Die Uraufführung wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten.

Ein roter Faden, der sich durch das Stück zieht, sind Doppeldeutigkeiten im Text und eine extreme Entschleunigung in der Ausführung. Der Text von Ödon von Horavth funktioniert ohne Frage auf mehreren Ebenen. Dies wird dadurch dargestellt, dass die junge Frau Elisabeth zweifach besetzt ist und mehrere Szenen  – wie bei der Kleinkindersendung „Teletubbies“ – wiederholt werden. Da ohnehin alles im Zeitlupentempo abläuft, kann man als Besucher den Text schon bald mitsprechen. Diese Langsamkeit kann einen in den Wahnsinn treiben. Das geschah auch – und so verließen dutzende Besucher schon während der ersten Hälfte und dann spätestens in der Pause die Vorstellung. Die Stücklänge hätte man sicher um die Hälfte kürzen können. Allerdings entsteht gerade durch diese Langsamkeit die bedrückende Stimmung, die in „Glaube, Liebe, Hoffnung“ ständig vorhanden ist. Damit man dennoch immer im Geschehen bleibt, werden Überraschungen eingebaut. Humorvolle Dialoge oder Details im Bühnenbild, es wird gemordet und geküsst – und zweimal zerschlägt ein Schauspieler eine Glasflasche auf seinem Kopf.

Fazit: Spannende Aufführung mit grandiosem Ensemble. Vor allem Musiker Clemens Sienknecht ist genial. Das Stück hätte man jedoch – trotz allem – etwas kürzen können.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Festwochen: Pornokrimi im Theater

Zwei Kommissare von Scotland Yard, ein großer und ein kleiner, versuchen einen Mordfall zu lösen. Einer Prostituierten wurde der Kopf abgesägt. Die Spur führt nach Deutschland – soweit zur Geschichte von „Three Kingdoms“, das heute im Theater an der Wien seine „Festwochen-Premiere“ feierte.

Das Bühnenbild besteht aus einem Holzkasten. Darin finden dutzende Verhöre statt, es werden Pornofilme gedreht, es springen Leute aus Reisekoffern, es wird gesungen und Prostituierte gehen als Rehe und Freier als Wölfe ihren Tätigkeiten nach. Die Dialoge der englischsprachigen Schauspieler sind amüsant, sie erinnern auch etwas an das Duo Stermann und Grissemann. Für die deutschsprachigen Schauspieler schämt man sich ein bisschen. Vielleicht wegen der Sprache? Die Esten sind grandios – und verkörpern im Stück komischerweise östliche Staaten wie Russland.

Fazit: Die Inszenierung von Sebastian Nübing ist humorvoll, spannend und kommt ohne großer technischer Hilfsmittel aus. Hin und wieder gibt es Momente, die durch Musik in die Länge gezogen werden oder langweilige Dialoge, die ins Nichts führen. Gerne wird auch provoziert (Frauen mit umgeschnallten Dildos, Männer die am Hintern bluten, viele Nackte, viele Gewaltszenen,…) Ansonsten ein sehr unterhaltsamer Theaterabend. Ein Krimi, der vielleicht wegen zu hohen Niveaus, vom Fernsehen ins Theater verlegt wurde.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Schwebender Scheich in Krakau

Nicht nur am Wiener Stephansplatz lockt ein schwebender Scheich die Blicke der Touristen auf sich, auch in der polnischen Kulturmetropole Krakau zeigt sich einer – jedoch in weiblicher und dunkelroter Form! Bilder gibt’s hier:

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch.