Von Putin und kleinen Menschen

Randy Newman ist alt geworden. Dennoch begeisterte der 71-Jährige beim gestrigen Konzert in Wien. Das lag zum einen an seinen Hits wie “You’ve Got A Friend”, „I Love To See You Smile”, “My Life Is Good”,  “You Can Leave Your Hat On”, „I’m Dead (But I Don’t Know It)“ oder auch „Feels Like Home“. Was dabei die Stimme nicht mehr schaffte, übernahm das Klavier. Viele Lacher erntete Newman mit Anekdoten zwischendurch. Er bezeichnete etwa seinen Song „Short People” als  „die schlechtestmögliche Art von Hit, die man habe kann.“ Denn nun hasse ihn ein „winziges Segment der Bevölkerung.“ Sein Lied „I Miss You“ schrieb und widmete er seiner ersten Frau, während er bereits mit der zweiten vermählt war. Newman präsentierte auch Neues – etwa den „Putin„-Song.

Randy Newman im MuseumsQuartier (Halle E) in Wien

Randy Newman im MuseumsQuartier (Halle E) in Wien

Buchtipp: „Pater Martin 2“ von Florian Kobler – rund 80 neue Anekdoten und Abenteuer des beliebten Franziskanermönchs. Mit humorvollen Comics von Georg Atteneder.

Ein Streit als Dankeschön

Wenn sich zwei Kabarettisten streiten, dann freut sich das Publikum. Zumindest war das bei der Verleihung des Österreichischen Kabarettpreises in der Wiener Urania so. Dort lieferten sich Matthias Egersdörfer und Martin Puntigam in ihren jeweiligen Dankesreden einen grenzgenialen, verbalen Kampf darüber, wer den – gemeinsam erhaltenen  – Förderpreis mehr verdient habe. Schade, dass ihr Programm „Erlösung“ erst wieder im März 2016 im Kabarett Niedermair zu sehen ist. Großartig waren auch maschek, die für die Sonderpreisträger von der Tagespresse eine Filmlaudatio hielten. Mehr als würdig präsentierte sich Florian Scheuba, der zurecht den Hauptpreis gewonnen hatte.

Deutschland vs. Österreich bei Egersdörfer gegen Puntigam

Deutschland vs. Österreich bei Egersdörfer gegen Puntigam

maschek ließ die Bundesregierung die Laudatio verkünden

maschek ließ die Bundesregierung die Laudatio verkünden

Buchtipp: „Pater Martin 2“ von Florian Kobler – rund 80 neue Anekdoten und Abenteuer des beliebten Franziskanermönchs. Mit humorvollen Comics von Georg Atteneder.

Eine Gala für die Filmmusik

Es gibt kein Konzert, auf das ich mich jedes Jahr so freue wie auf Hollywood in Vienna. Gestern wurde James Newton Howard bei der Filmmusikgala im Wiener Konzerthaus ausgezeichnet. Höhepunkt war, als das RSO Wien gemeinsam mit Keith Lockhart und zahlreichen Solisten die Themen von The Village, Blood Diamond und The Dark Knight sowie den Song He Sleeps aus Pretty Woman aufführten. Ein Traum! Ein kleiner Dämpfer war Moderator Steven Gätjen, der es mit deutschem Humor versuchte. „Ich hatte auch grad etwas Pipi im Auge“, sagte er etwa nach der Verleihung des „Max Steiner Film Music Achievement Awards“ an Howard. Fazit: Ein musikalisch-traumhafter Abend, der wenig(er) Worte bedarf. Nachzuhören am 18. Oktober um 19.30 Uhr auf Ö1 und am 25. Oktober um 20.15 Uhr auf ORF III. Absolute Empfehlung für Filmmusik-Fans!

Hollywood in Vienna 2015

Hollywood in Vienna 2015 – ein Gesamtkunstwerk bestehend aus grandioser Filmmusik, Musikern, Solisten, Konzerthalle und Lichttechnik.

James Newton Howard

James Newton Howard bekam 2015 den Max Steiner Award verliehen.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Im Bann der Mafia-Musik

Wenn die Trompete den weltberühmten Godfather Waltz von Nino Rota spielt, ist Gänsehaut garantiert. Generell ist die Musik von Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Der Pate“ (1972) ein Erlebnis. Noch intensiver kann man den Film mit Liveorchester erleben. Gestern Abend spielte etwa das Tschechische Nationale Symphonieorchester (CNSO) mit Dirigent Justin Freer die Musik zum Film in der Wiener Stadthalle. Fazit: Karten um 80 Euro sind eine Menge Geld, die Bildqualität ist nicht gerade atemberaubend, die Akustik in der Stadthalle auch nicht. Aber das Orchester spielte hervorragend und die Gelegenheit, diese Filmmusik live zu hören (und zu sehen) ist ein einmaliger Genuss. Top!

"The Godfather live" in der Wiener Stadthalle

„The Godfather live“ in der Wiener Stadthalle

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Asylpolitik zum Lachen

Wem der Villacher Fasching gefällt, der wird auch mit der neuen Revue „Bitte alles aussteigen!“ im Kabarett Simpl seine Freude haben. Wobei der Vergleich vielleicht unfair ist, denn die Qualität der Gesangseinlagen und Sketches ist – dank des hervorragenden Ensembles – im Simpl deutlich höher. Positiv überrascht hat die Aktualität der Nummern: Griechenland-Krise, Wien-Wahl und Asyldebatte werden thematisiert – und das ziemlich deutlich. Wenn der Bürgermeister aus Niederösterreich mit der Innenministerin am Telefon über mögliche Asylquartiere verhandelt, bleibt einem das Lachen fast im Hals stecken. Fazit: Zwischen seichter Unterhaltung versteckt sich aktuelle, hochpolitische und bissige Satire. Mehr kann man vom Simpl nicht verlangen!

Applaus für das Kabarett-Simpl-Revue-Ensemble

Großer Applaus für das Kabarett-Simpl-Revue-Ensemble

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Lieder über Kühe und Holzhacker

Nicht selten erscheint zu einer Castingshow eine dazugehörige CD. So auch bei „Auftrieb“, jener Show, die Rudi Schöller derzeit auf Österreichs Kleinkunstbühnen präsentiert. Dabei verkörpert Schöller Kandidaten, die erklären, dass Curt Cobain für Niavarani spielte. Oder, dass nicht nur Shades of Grey ein fesselndes Buch ist, sondern etwa auch der Jahresbericht von Amnesty International. Zusätzlich wird gezaubert, in Alf-Poier-Manier schräge Kunst gezeigt – und gesungen. Letzteres kann Schöller am besten. Seine intelligent-witzigen Lieder – wie „Holz hacken“ oder „Muh“ – sind nun auf einem Doppelalbum erschienen. Gestern Abend wurde die CD im Kabarett Niedermair präsentiert, ab Oktober ist sie im Handel erhältlich.

Rudi Schöller

Rudi Schöllers Castingshow „Auftrieb“ im Kabarett Niedermair

Rudi Schöller bei der CD-Präsentation

Rudi Schöller bei der CD-Präsentation am 21. September 2015

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Posaunisten mit Poesie

Wer Kirchensteuer zahlt, sollte am Sonntag auch in die Kirche gehen. Zum Beispiel zu einem Konzert. Eine Gelegenheit ergab sich gestern in St. Valentin: Trombone Attraction spielte die Premiere ihrer neuen Show „Mensch“. Die vier Posaunisten – zwei davon fixe Orchestermusiker der Wiener Volksoper – setzten dabei eher auf E- als auf U-Musik und versuchten das mit einer humorvoll-poetisch-durchchoreografierten Moderation auszugleichen. Fazit: Über Humor lässt sich streiten, über Qualität nicht. Trombone Attraction schaffen traumhaft-schöne Klänge und spielen Arrangements mit Überraschungen. Am meisten Freude bereiten sie mit Klassikern – etwa von Joe Zawinul.

Der Karliklub St. Valentin lud zum Kirchenkonzert mit

Der Karliklub lud zum Kirchenkonzert mit „Trombone Attraction“

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Zoe verführt auf Französisch

Wer berühmt werden will, muss ins Fernsehen? Zoe, die Tochter von Papermoon-Sänger Christof Straub, hat mit ihren 18 Jahren schon reichlich TV-Erfahrung. Sie moderierte die Confetti-TiVi-Sendung „Close Up“, trat als Sängerin beim Kiddy Contest auf, wurde bei der Vorauswahl-Show für den Eurovision Song Contest „Wer singt für Österreich?“ bekannt und hatte seither eine Rolle in der TV-Serie „Vorstadtweiber“. Am 22. Oktober präsentiert sie ihr erstes Album mit dem Titel „debut“ im Café Francais. Darauf enthalten sind zehn Songs, darunter die bereits bekannten Nummern “Adieu” und “Quel Filou”. Fazit: Mit Ausnahme von „Mon coer a trop aimé„, wo der Computersound stört, werden die zumeist schwungvoll-einfachen Chansons („Je m’en fous“, „Danse avec moi“…) große Freude bereiten – vor allem Fans von französischen Chansons, Gypsy- und Elektroswing.

Da schau her: Das Coverfoto von Zoes Debutalbum geizt nicht mit Reizen.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Grooves aus dem Labor

Was entsteht, wenn sich sieben Musiker immer wieder zu einer Jam Session treffen? Im besten Fall eine Band  (Global Groove LAB) mit Debutalbum (I’m a Stranger). Der Bandname zeigt, worum es sich hier handelt: Musiker aus verschiedenen Nationen experimentieren wie im Labor und kombinieren verschiedene Genres, Grooves und Sprachen. Entstanden sind zwölf flotte Songs, die Balkan, Gypsy, Reggae, Funk, Klezmer und sogar Austropop vereinen. Fazit: Experiment gelungen! Am 1. Oktober findet die Albumrelease-Party beim Global Beatz Festival in der Szene Wien statt. Hörbeispiele.

„I’m a Stranger“ erscheint am 2. Oktober bei Artform Music (Hoanzl)

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Schwitzen für die Kunst

Man soll ins Museum gehen, wenn es draußen heiß ist. Denn die Museen sind klimatisiert. Zumindest in der Christoph-Niemann-Schau im MAK stimmt das nicht. Dort kommt man derzeit ordentlich ins Schwitzen. Aber das nimmt man gern in Kauf, denn die Grafiken, Cartoons und Zeichnungen von Niemann sind extrem lustig. Fotografieren ist in der Schau erstaunlicherweise erlaubt, daher hier ein paar Eindrücke:

Kaffee

Katze

Star Wars

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.