„Gentle Monster“: Mehr Prävention als Ziel

Wenige Tage nach dem „Fall Gunkl“ und vier Jahre nach dem „Fall Teichtmeister“ feierte Marie Kreutzers neuer Film „Gentle Monster“ Premiere im Wiener Gartenbaukino – mit dem Thema Pädokriminalität: „Der Ursprung war ein Zeitungsartikel in der deutschen Zeitung ‚Die Zeit‘ im Jahr 2020 über einen großen pädokriminellen Ring in Deutschland. Und dieser Artikel hat mit bewusst gemacht, dass ich mit Sicherheit nicht nur Opfer, sondern auch Täter von sexualisierter Gewalt gegen Kinder kenne“, so Kreutzer.

Täter würden laut der Regisseurin zu viel Raum bekommen, dabei gehe es um die Opfer: „Wir können so viel mehr in der Prävention machen. Wenn es um einen prominenten Fall geht wie jetzt, dann reden wir wieder über Strafen. Letztlich wäre aber wichtiger, dass wir alles tun, um solche Fälle zu verhindern oder zumindest zu minimieren.“

Laurence Rupp, Marie Kreutzer und Jella Haase bei der Wien-Premiere

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Große Fragen der Menschheit

„Es wäre ein Verbrechen, sich den Film nur am kleinen Bildschirm anzusehen“, sagt Oscarpreisträger und Regisseur Stefan Ruzowitzky bei der Premiere seines neuen Werks Narziss und Goldmund im Cineplexx Wienerberg. Immerhin würde der Film „viel Gefühl, große Kinobilder und tolle Schauspieler“ bieten. Heute startet die Verfilmung des Hermann-Hesse-Buchs – trotz massiver Coronavirus-Einschränkungen – in den Kinos. Die Geschichte spielt im Mittelalter, soll aber nichts an Aktualität verloren haben. „Es geht um die großen Fragen der Menschen“, sagt Ruzowitzky. „Wo geht es hin? Was ist Freundschaft? Was ist Liebe? Was ist das Wesen der Frau? Was ist Kunst? Und diese Fragen haben sich wirklich seit dem Mittelalter nicht maßgeblich verändert.“ Hier gehts zum Trailer.

Die beiden Hauptdarsteller Sabin Tambrea und Jannis Niewöhner

Nackte Werbung für alte Filme

Weltberühmt – das Bild von Marilyn Monroe mit dem hochwehenden, weißen Kleid – eigentlich ein Werbefoto für den Film Das verflixte 7. Jahr. Die Albertina zeigt in ihrer neuen Austellung „FilmStills“ 130 solcher berühmter Fotos. Sie wurden zwischen 1902 und 1975 abseits der Filmsets extra von Fotografen hergestellt, um den jeweiligen Film zu bewerben. Auffallend ist, dass Frauen und Verführung dabei eine große Rolle spielten, wie die folgenden Bildbeispiele zeigen. Fazit: „Sex sells“ heute wie damals.

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Im Bann der Mafia-Musik

Wenn die Trompete den weltberühmten Godfather Waltz von Nino Rota spielt, ist Gänsehaut garantiert. Generell ist die Musik von Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Der Pate“ (1972) ein Erlebnis. Noch intensiver kann man den Film mit Liveorchester erleben. Gestern Abend spielte etwa das Tschechische Nationale Symphonieorchester (CNSO) mit Dirigent Justin Freer die Musik zum Film in der Wiener Stadthalle. Fazit: Karten um 80 Euro sind eine Menge Geld, die Bildqualität ist nicht gerade atemberaubend, die Akustik in der Stadthalle auch nicht. Aber das Orchester spielte hervorragend und die Gelegenheit, diese Filmmusik live zu hören (und zu sehen) ist ein einmaliger Genuss. Top!

"The Godfather live" in der Wiener Stadthalle

„The Godfather live“ in der Wiener Stadthalle

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Science-Fiction im Konzerthaus

Gestern Abend verwandelte sich das Wiener Konzerthaus zum größten Kinosaals Wien. Gezeigt wurde der Science-Fiction-Klassiker „Metropolis“ von Fritz Lang. Dazu spielte das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich die Musik von Gottfried Huppertz. Dirigent Frank Strobel leitete das über 60 Musiker umfassende Orchester lässig im weiß-leuchtenden Hemd. Recht lange konnte man sich aber nicht auf solche Details konzentrieren, da der gesellschaftskritische Schwarz-Weiß-Film zunehmend die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.

Kino im Konzerthaus: Das Tonkünstler-Orchester lieferte den Soundtrack zu Metropolis.

Kino im Konzerthaus: Das Tonkünstler-Orchester lieferte den Soundtrack zu Metropolis.

Da die restaurierte Fassung von „Metropolis“ weit über zwei Stunden dauerte und keine leichte Kost war, hätte der Veranstaltung eine Pause gut getan. Die Besucher hielten aber bis zum Ende durch und applaudierten dem Orchester für die grandiose Musikdarbietung. Es ist schon etwas Besonderes, einen Stummfilm mit Livemusik in einem der schönsten Konzertsäle Europas zu erleben.