„Der zerbrochne Krug“ im Akademietheater

Wer Vertrauen in die Justiz hat und es behalten will, sollte sich „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist im Akademietheater nicht ansehen. Wer eine Bühne voller Schlamm sowie einen unterhaltsamen und humorvollen Abend mit grandiosen Schauspielern erleben will, dem kann die Inszenierung von Matthias Hartmann empfohlen werden.

Es dauerte keine Minute bis der weiße, quadratische Gerichtssaal in der Mitte der Schlammbühne befleckt ist. Zuerst blutete und kotzt ihn der Dorfrichter Michael Maertens voll, dann beginnt eine Schlammschlacht zwischen Klägern, Verteidigern und dem Gericht. Gegenstand des Verfahrens ist ein zerbrochener Krug. Doch in Wahrheit geht es um viel mehr. Zwei Stunden lang wird der Zuschauer überrascht und muss am Schluss zu Kenntnis nehmen, dass jeder im Gerichtssaal Dreck am Stecken (und an den Schuhen) hat. Ebenso der sonst so saubere Gerichtsrat Roland Koch versinkt am Schluss im Schlamm. Und auch das Publikum wird nicht verschont. Daher folgender Tipp: Die erste Reihe ist in „der zerbrochne Krug“ nicht zu empfehlen. (Obwohl der Gerichtsrat dem Publikum versichert: „Für die Reinigung der Kleidung kommt das Gericht auf!“)

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Wine-Opening in Purbach

Mitte April wurde in Pubach am Neusiedlersee das Wine-Opening gefeiert. Zwanzig Winzer stellten ihre Betriebe und Weinkeller vor und ließen die Besucher ihre neuen (und alten) Jahrgänge verkosten. Dazu gab es meist köstliche Schmankerl, Schmalz- und Aufstrichbrote.

Der Eintritt für das All-You-Can-Drink-Event kostete 25 Euro. Darum gab es jedoch auch ein Weinglas, eine Glas-Tragetasche und einen Einkaufsgutschein in der Höhe von 10 Euro für die teilnehmenden Winzer.

Los ging es um 14 Uhr, offizielles Ende war 22 Uhr, inoffizielles Ende erst 2 Uhr. Wer klug ist startet bei den teuersten und angeblich besten Winzerbetrieben, denn mit der Zeit wird das Beurteilen der Weine immer schwieriger. (Außer man leert die hervorragenden Kostproben in die bereitstehenden Kübel. Aber wer macht das schon…)

Ebenfalls ein guter Tipp ist es, nicht nur die berühmte Kellergasse entlang zu gehen, sondern auch die Winzer außerhalb des Zentrum von Purbach zu besuchen. Die Spaziergänge tun gut und Präsentationsstuben und Innenhöfe sind den Weg wert.

Fazit: Wer das Wine-Opening in Purbach besucht, sollte nicht mit dem Auto anreisen. (Oder gleich einen Kurzurlaub zum Ausnüchtern anhängen.) Der Verfasser dieses Artikel schaffte es mit seiner Truppe 13 von 20 teilnehmenden Weinbaubetrieben innerhalb von 12 Stunden zu besuchen. Ingesamt wurden rund 65 Weine verkostet. Fortsetzung folgt im Jahr 2013.

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Fluch der Karibik mit Liveorchester

Dirigent Helmut Imig gastierte gestern mit dem Babelsberger Filmorchester in der Stadthalle Wien. Am Programm stand der Soundtrack zum Disneyfilm „Fluch der Karibik“. Zahlreiche (teilweise maskierte) Fans ließens sich dieses Ereignis nicht entgehen und erlebten den Film auf Kinoleinwand mit Liveorchester.

Das Orchester und der 12-Mann starke Filmchor musizierten perfekt – fast zu perfekt. Der Live-Charakter fehlte, da sämtliche Instrumente verstärkt waren und das Publikum über Boxen stereo beschallt wurde. Das war wahrscheinlich nötig, da die Stadthalle für klassische Konzerte ungeeignet ist. Hätte das Orchester unverstärkt und in einem richtigen Konzerthaus mit guter Akkustik gespielt, dann wäre das Live-Erlebnis vielleicht spürbarer gewesen. So sah man eher einen musikalisch perfekt untermalten Kinofilm als ein Konzert – zumindest bis zum Abspann und den Zugaben! Dennoch war es ein beeindruckender Filmmusikabend.

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Fire, Light & Austrofred

Vergangen Mittwoch stellte Austrofred sowohl sein neues Buch als auch seine neue Konzert-Tournee im Thalia Landstraße in Wien vor. Nach seinen literarischen Erfolgen mit „Ich rechne noch in Schilling“ und „Du kannst dir deine Zauberflöte in den Arsch schieben“ war es für den Rock-Kabarettisten wieder an der Zeit, Bühnenluft zu schnuppern. Zitat Austrofred (Pressetext): „Ich freue mich, meinem Publikum diese außergewöhnliche Reunions-Show bieten zu können, in der nicht nur spektakuläre Laser-Technologie drin steckt, sondern auch viel von mir selbst. Licht als Medium bzw. als Visual ist der perfekte Träger für meine Ideen.“

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Neue Literatur aus Österreich

Lukas Meschik und Carolina Schutti stellten heute ihre Bücher in den Räumlichkeiten der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien vor. Schutti las aus ihrem Buch „einmal muss ich über weiches Gras gelaufen sein“ (Otto Müller Verlag). Darin geht es um ein Mädchen, das sich nach dem frühen Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihrer Herkunft macht. Dabei helfen ihr unter anderem eine russische Puppe, ihre Freundin und ein polnischer Zwangsarbeiter. In jedem Kapitel wird aus der Sicht einer anderen Person geschrieben. Wie bei einer russischen Puppe werden die Personen und Zusammenhänge pro Kapitel (Schicht) klarer.

Der Wiener Nachwuchsschriftsteller und Musiker Lukas Meschik las eine von zahlreichen Geschichten aus seinem 600-Seite Buch „Luzidin oder Die Stille“ (Jung und Jung Verlag). Die Geschichte handelt von Gott, der in Gestalt eines Menschen auf der Erde in einer Wohnung lebt. Gott macht Tee, kratzt sich am Hodensack und motiviert sich selbst, indem er sich vorsagt: „Heute ist ein guter Tag.“ Gott nimmt außerdem Medikamente, denn er hat Krebs. Er stolpert, rollt einen Weg hinunter und beschließt, an einem anderen Tag zu sterben. (Meschik hatte hörbar Spaß am Schreiben. Werden es die Leserinnen und Leser auch haben? Ich weiß nicht…)

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„Fool of Love“ im Burgtheater

„Schüttle den Speer“ bedeutet „Shakesspear“, wurde den Besuchern der Vorstellung „Fool of Love“ im Burgtheater erklärt. Aufgeführt wurden Sonette und Gedichte des legendären Dichters, teils auf Englisch, teils auf Deutsch, teils ohne Zusammenhang. Für die Musik der Sonette zeigte sich Karsten Riedel mit der Band Franui verantwortlich. Der deutsche Punkmusiker sang, im Gegensatz zu Dörte Lyssewski, richtig und ausdrucksvoll. Nicht versteckten brauchten sich Sunnyi Melles, Tilo Nest und Johannes Krisch für ihre Gesangsleistungen. Der eigentliche Star des Abends war kein Mensch, sondern eine greisenhafte Klappmaulpuppe, die vom Puppenspieler Nikolaus Habjan sowie von den Stimmen von Nicholas Ofczarek und Tilo Nest (Ein Wahnsinn!!) mit viel Humor und Können zum Leben erweckt wurde.

Beste Stelle des Abend: Die Puppe verkörperte einen alten Mann, den Herrn Sedlaczek, der während einer Führung durch das Burgtheater auf der Bühne zusammenbrach und starb. „Gehe zum Licht“, sagte ihm eine Stimme, doch das Theater hatte so viele Lichter über der Bühne hängen, sodass er nicht wusste, welches Licht gemeint war. Der Geist des toten Herrn Sedlaczek entschied daraufhin, noch ein bisschen auf der Bühne zu bleiben….

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Die Technik hinter dem Zauber

Vorträge der Bühnentechnik-Firma Gerriets sind spannend: Man sieht weltberühmte Theater mit ihren überdimensionalen Bühnenvorhängen, sieht Fotos von großen Galas und Firmenfeiern mit beindruckenden Videoprojektionen oder TV-Studios mit LED-Effekten.  Die Theater-Technik von Gerriets steckt in den österreichischen Bundestheatern oder auch in Großevents wie dem Opernball. Ein Blick hinter die Kulissen der Firma ist jedoch ernüchternd. Die Unternehmenshallen in Wien erinnern an eine Autowerkstatt, die Arbeit wirkt langweilig und eintönig. Es wird genäht, geschnitten und gerechnet. Was lernt man daraus? Vielleicht, dass hinter jeder Show eine Menge Arbeit und Technik steckt, die zumindest Veranstalter, Produzenten und Künstler verstehen müssen.

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Eröffnung des Tricky-Women-Festivals

Großes Frauenkino bei der Eröffnung des internationalen Animation Filmfestival Tricky Women. Das Gartenbaukino platzte aus allen Nähten, was nicht zuletzt daran lag, dass die meisten Kinotickets verlost und die Gäste mit Gratis-Sekt und Party gelockt wurden. Der Tiefpunkt der Veranstaltung war der einstündige Redemarathon zur Eröffnung. Immerhin waren mit der Oscar-nominierten Soundtrack-Produzentin Judith Gruber-Stitzer und „DreamWork“-Talentescout Shelly Page interessante Gäste dabei. Der Höhepunkt des Abends waren ohne Zweifel die gezeigten Festivalfilme. Es wurde gelacht, berührt, irritiert und verzaubert.

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Santos-Bar in der Lugner City

Wer nach der Arbeit gemütlich einen Cocktail trinken möchte, dem kann die Santos-Bar in der Lugner City empfohlen werden. Hier gibt es immer einen Drink im Tagesangebot und eine Happy Hour zwischen 16 und 20 Uhr (Cocktails um 5,5 Euro!). Die Kellner sind professionell und freundlich, die Musik macht gute Laune, die Preise sind in Ordnung. Besonders hervorzuheben ist die Einrichtung und Dekoration des Lokals. Die chilirote Grundstimmung, Kerzengläser aus alten Desperadosflaschen, mexikanische Wandmalerein und bequeme Ledersessel sorgen für ein langes Verweilen. Ein Blickfang ist die Bar mit ihren vielen Likören und Spirituosen. Durch einen Spiegel kann man sowohl bei der Zubereitung der Cocktails zusehen oder sich auch von der Sauberkeit der Arbeitsflächen überzeugen. Es gibt einen eigenen Raucherbereich, der aufgrund einer Glaswand nicht weg vom Schuss ist. Einziges Manko: Wie viele Lokale in der Lugner City hat auch die Santos-Cocktailbar kein eigenes WC. Um die nächstbeste Toilette zu erreichen, muss die Bar verlassen und sogar das Stockwerk gewechselt werden. Fazit: Super Cocktailbar mit einem angenehmen Ambiente, bei der man auch gut und scharf speisen kann. Empfehlenswert sind Ribs, Nachos und Steaks.

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Fii gewinnt Kleinkunstkartoffel

Die Kabarettisten Blitzgneisser, Michael Krappel, Guggi Hofbauer, Markus Kirchler, Urs-Sepp Troxler und Berti Fuchs ritterten bei der Kleinkunstkartoffel 2012 um die beliebte Trophäe. Schlussendlich wählte das Publikum Michael Krappel (Fii) zum Sieger. Krappel nahm in seinem Programm sämtliche Musikrichtungen gekonnt auf die Schaufel. „Ich bin sprachlos“, so Krappel, der künftig nicht nur als Beatboxer, sondern auch als Kabarettist durchs Land ziehen wird. Zu den Höhepunkten des Abends zählten die Moderatoren Blözinger und Clemens Maria Schreiner, der außer Konkurrenz Auszüge aus seinem aktuellen Programm zum Besten gab. Schreiner erzählte vom Bergsteigen im Burgenland und lieferte den rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauern ein Lachmuskeltraining.

Foto: Roland Penzinger, Michael Krappel, Robert Blöchl, Clemens Maria Schreiner.

Kleinkunstkartoffel 2013: Ab sofort können sich Kabarettisten für die nächste Kleinkunstkartoffel im Februar 2013 bewerben. (Mit Video + Kontaktdaten an: Pa-Events, EIbenstraße 10, 4470 Enns)

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