Im Bann der Mafia-Musik

Wenn die Trompete den weltberühmten Godfather Waltz von Nino Rota spielt, ist Gänsehaut garantiert. Generell ist die Musik von Francis Ford Coppolas Meisterwerk „Der Pate“ (1972) ein Erlebnis. Noch intensiver kann man den Film mit Liveorchester erleben. Gestern Abend spielte etwa das Tschechische Nationale Symphonieorchester (CNSO) mit Dirigent Justin Freer die Musik zum Film in der Wiener Stadthalle. Fazit: Karten um 80 Euro sind eine Menge Geld, die Bildqualität ist nicht gerade atemberaubend, die Akustik in der Stadthalle auch nicht. Aber das Orchester spielte hervorragend und die Gelegenheit, diese Filmmusik live zu hören (und zu sehen) ist ein einmaliger Genuss. Top!

"The Godfather live" in der Wiener Stadthalle

„The Godfather live“ in der Wiener Stadthalle

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Asylpolitik zum Lachen

Wem der Villacher Fasching gefällt, der wird auch mit der neuen Revue „Bitte alles aussteigen!“ im Kabarett Simpl seine Freude haben. Wobei der Vergleich vielleicht unfair ist, denn die Qualität der Gesangseinlagen und Sketches ist – dank des hervorragenden Ensembles – im Simpl deutlich höher. Positiv überrascht hat die Aktualität der Nummern: Griechenland-Krise, Wien-Wahl und Asyldebatte werden thematisiert – und das ziemlich deutlich. Wenn der Bürgermeister aus Niederösterreich mit der Innenministerin am Telefon über mögliche Asylquartiere verhandelt, bleibt einem das Lachen fast im Hals stecken. Fazit: Zwischen seichter Unterhaltung versteckt sich aktuelle, hochpolitische und bissige Satire. Mehr kann man vom Simpl nicht verlangen!

Applaus für das Kabarett-Simpl-Revue-Ensemble

Großer Applaus für das Kabarett-Simpl-Revue-Ensemble

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Lieder über Kühe und Holzhacker

Nicht selten erscheint zu einer Castingshow eine dazugehörige CD. So auch bei „Auftrieb“, jener Show, die Rudi Schöller derzeit auf Österreichs Kleinkunstbühnen präsentiert. Dabei verkörpert Schöller Kandidaten, die erklären, dass Curt Cobain für Niavarani spielte. Oder, dass nicht nur Shades of Grey ein fesselndes Buch ist, sondern etwa auch der Jahresbericht von Amnesty International. Zusätzlich wird gezaubert, in Alf-Poier-Manier schräge Kunst gezeigt – und gesungen. Letzteres kann Schöller am besten. Seine intelligent-witzigen Lieder – wie „Holz hacken“ oder „Muh“ – sind nun auf einem Doppelalbum erschienen. Gestern Abend wurde die CD im Kabarett Niedermair präsentiert, ab Oktober ist sie im Handel erhältlich.

Rudi Schöller

Rudi Schöllers Castingshow „Auftrieb“ im Kabarett Niedermair

Rudi Schöller bei der CD-Präsentation

Rudi Schöller bei der CD-Präsentation am 21. September 2015

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Posaunisten mit Poesie

Wer Kirchensteuer zahlt, sollte am Sonntag auch in die Kirche gehen. Zum Beispiel zu einem Konzert. Eine Gelegenheit ergab sich gestern in St. Valentin: Trombone Attraction spielte die Premiere ihrer neuen Show „Mensch“. Die vier Posaunisten – zwei davon fixe Orchestermusiker der Wiener Volksoper – setzten dabei eher auf E- als auf U-Musik und versuchten das mit einer humorvoll-poetisch-durchchoreografierten Moderation auszugleichen. Fazit: Über Humor lässt sich streiten, über Qualität nicht. Trombone Attraction schaffen traumhaft-schöne Klänge und spielen Arrangements mit Überraschungen. Am meisten Freude bereiten sie mit Klassikern – etwa von Joe Zawinul.

Der Karliklub St. Valentin lud zum Kirchenkonzert mit

Der Karliklub lud zum Kirchenkonzert mit „Trombone Attraction“

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Zoe verführt auf Französisch

Wer berühmt werden will, muss ins Fernsehen? Zoe, die Tochter von Papermoon-Sänger Christof Straub, hat mit ihren 18 Jahren schon reichlich TV-Erfahrung. Sie moderierte die Confetti-TiVi-Sendung „Close Up“, trat als Sängerin beim Kiddy Contest auf, wurde bei der Vorauswahl-Show für den Eurovision Song Contest „Wer singt für Österreich?“ bekannt und hatte seither eine Rolle in der TV-Serie „Vorstadtweiber“. Am 22. Oktober präsentiert sie ihr erstes Album mit dem Titel „debut“ im Café Francais. Darauf enthalten sind zehn Songs, darunter die bereits bekannten Nummern “Adieu” und “Quel Filou”. Fazit: Mit Ausnahme von „Mon coer a trop aimé„, wo der Computersound stört, werden die zumeist schwungvoll-einfachen Chansons („Je m’en fous“, „Danse avec moi“…) große Freude bereiten – vor allem Fans von französischen Chansons, Gypsy- und Elektroswing.

Da schau her: Das Coverfoto von Zoes Debutalbum geizt nicht mit Reizen.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

O-Töne startet mit Pop-Literatur

Ewas Regen und zarte Klänge – so startete am Donnerstagabend das Literaturfest O-Töne im MuseumsQuartier. Bevor Arno Geiger aus seinem neuesten Werk „Selbstporträt mit Flusspferd“ las, stimmte Sängerin und Gitarristin Mira Lu Kovacs mit ihrer Band Schmieds Puls das unter Regenschirmen zusammengekauerte Publikum ein. Anspieltipps auf Youtube: „You Can Go Now“ und „Play Dead“ (live @ Popfest).

Schmieds Puls im MQ

Schmieds Puls im MuseumsQuartier

Regenschirme bei der  O-Töne-Eröffnung

Regenschirme bei der O-Töne-Eröffnung

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Österreichs Antwort auf die ZDF heute show

Es heißt ja immer, dass Nachrichten unterhaltsamer werden müssen, damit auch junge Menschen sie konsumieren. Klaus Eckel nimmt sich das zu Herzen und präsentiert in seiner Sendung „Eckel mit Kanten“ satirische Nachrichtenberichte, humorvolle Studiogäste und Kabarettisten aus Österreich und Deutschland. Und damit auch wirklich nichts schiefgeht, hat er sich Profis vom Fach ins Boot geholt – nämlich „Die Tagespresse„-Schreiber Fritz Jergitsch und Jürgen Marschall! Fazit: 35 Minuten satirisches Infotainment – und das an noch sechs Dienstagen! Unbedingt einschalten!

Nachrichten aus dem Casanova Wien

Nachrichten aus dem Casanova Wien. Studiokarten gibts ab fünf Euro.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Vorlesung im Kabarett

Seid ihr alle da? – Über diese unsinnige Kasperlfrage ärgert sich Gunkl in seinem Kabarettprogramm „So Sachen“. Vor allem stört es ihn, dass die Masse ohne Nachzudenken mit „Jaaaaaa“ antwortet. Dass „Ja-Sager“ zu problematischen Entwicklungen führen, zeigt ein Blick auf die Geschichte.

Gunkls Bühnenshow: Stehen. Reden. Verbeugen.

Gunkls Bühnenshow: Stehen. Reden. Verbeugen.

Fazit: Ein Kabarett von Gunkl ist wie eine selten gute Vorlesung auf der Universität. Man wird niveauvoll mit Wortspielen und interessanten Gedanken unterhalten und verlässt zwei Stunden später den Saal als ein Mensch, der Lust hat, allgemein propagierte Ansichten mehr zu hinterfragen. Hoffentlich.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Vom Schas zur Ukrainekrise

Um das Publikum in Stimmung für ernste Themen zu bringen, startet Lukas Resetarits sein aktuelles Programm „Schmäh“ mit „Schas“-Witzen. Im Besonderen wird der berühmte „Aufzug-Schas“ sowie die damit verbundenen Unanehmlichkeiten und Ablenkungstaktiken behandelt. Sind die Lacher auf seiner Seite, kann der 67-jährige Kabarettist das tun, was er möchte: Über „die Märkte“ sprechen, über das Alter, über das sinnlose Kaufen-Kaufen-Kaufen, über Putin und die Ukrainekrise, über die NSA und Millionärssteuer-Debatte. Fazit: Resetarits ist ein so wunderbarer Erzähler, dass er es schafft, zwei Stunden lang durchzureden und trotz ernster Themen zu unterhalten.

Lukas Resetarits am 21. Mai 2015 im Wiener Stadtsaal

Lukas Resetarits am 21. Mai 2015 im Wiener Stadtsaal

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Ampel: Männchen werden Paare

Stillgestanden! Jetzt, wo es die neuen Ampelpärchen in Wien gibt, fällt erst auf, wie langweilig die alten Ampelmännchen sind. Vielleicht wäre es doch eine Überlegung wert, diesen vorrübergehenden „Gag“ als ständige Tourismusmarke in Wien aufzubauen.

Links alt, rechts neu

Links alt, rechts neu

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.