Politik-Kabarett in der Kulisse

Mit seiner tagesaktuellen Programmreihe „Kabarainment“ begeistert Kabarettist Robert Mohor regelmäßig in der Wiener Kulisse sein Publikum. Auch gestern, bei der DVD-Aufzeichnung, baute Mohor jene Demonstranten ein, die noch wenige Stunden zuvor mit Bademantel bekleidet durch die Stadt zogen, um sich für mehr Lieder von Udo Jürgens einzusetzen. Auch die die österreichische Innenpolitik, der Ukraine-Krieg, der Islamische Staat und der Nahostkonflikt, Ebola und die E-Zigarette wurden thematisiert.

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In seiner Vortragsweise und Erscheinung (Glatze, Bart) erinnerte Mohor dabei manchmal an Roland Düringer. Klammert man die Lückenfüllerthemen „Sex am Strand“, „Alternativcafés“ und „Katholische Kirche“ aus, dann schaffte es Mohor, das Publikum auf höchst humorvolle und intelligente Weise zum Nachdenken zu bewegen. Und mehr kann man von einem gelungenen Kabarettabend nicht erwarten.

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Gardiner berührt mit Leichtigkeit

Dirigent Sir John Eliot Gardiner und sein Monteverdi Choir sind für ihre CD-Einspielungen großer Vokalwerke – von Bach, Händel, Mozart bis Beethoven – berühmt und haben weltweit eine Fangemeinde. Nun boten sie im ausverkauften Wiener Konzerthaus gemeinsam mit den „English Baroque Soloists“ die Stücke „Christ lag in Todesbanden“ von Bach, „Stabat mater“ von Scarlatti und „Dixit Dominus“ von Händel mit einer unglaublichen Leichtigkeit, Exaktheit und Perfektion dar. Der Höhepunkt des Abends, das Händel-Duett De torrente in via bibet, wurde als Zugabe erneut gespielt. Anhören!

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Gänsehaut bei „Hollywood in Vienna“

„Comedy Tonight“ lautete das Motto der heurigen Filmmusikgala „Hollywood in Vienna“ im Wiener Konzerthaus. Das ORF Radio-Symphonieorchester bot unter der Leitung von David Newman Melodien aus den Filmen „Der große Diktator“, „The Simpsons“, „The Muppets“, „Das Leben des Brian“ und viele mehr in höchster Qualität dar. Besondere Highlights waren „Glasgow Love Theme“ von Craig Armstrong aus der britischen Filmkomödie „Tatsächlich Liebe“ und das Klaviersolo von Frantisek Janoska. Gänsehaut-Feeling! Im zweiten Teil des Konzerts wurde der inzwischen 70-jährige Komponist Randy Newman mit dem Max Steiner-Preis geehrt. Völlig zu Recht, man denke an seinen „Monk“-Song  „It’s A Jungle Out There“ oder an die Freundschaftshymne „You’ve Got A Friend In Me“ aus Toy Story. Fazit: Schon jetzt kann man sich auf Hollywood in Vienna 2015 freuen. Großes Kino für Augen und Ohren!

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Lässiges Konzert im Ö1-Zelt

Es lag sicherlich nicht am Regen und am Wind, dass das Ö1-Zelt am Donauinselfest am Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt war, sondern an den hervorragenden Künstlern: Für große Begeisterung sorgte zum Beispiel die Familie Lässig, bei der Manuel Rubey zeigte, dass er lieber als Sänger statt als Moderator auf einer Bühne steht. Auch Kabarettist Gunkl bewies sein musikalisches Talent – vor allem als Saxofonist. Als Gäste waren neben Clara Luzia auch Radeschnig mit dabei: Die beiden Zwillingsschwestern boten nach dem „lässigen Konzert“ noch eine Dreiviertelstunde Kabarett auf musikalisch höchstem Niveau. Fazit: Mit Angeboten wie dem Ö1-Zelt wird das Jahrmarktspektakel auf der Donauinsel tatsächlich zum Fest.

Familie Lässig und Gäste im Ö1-Zelt am DIF2014

Familie Lässig und Gäste im Ö1-Zelt am DIF

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Jauchzen und Jubeln

Nicht nur die Fußballfans haben am Sonntag vor dem Fernseher gejubelt, sondern auch das Publikum im Veranstaltungszentrum Gunskirchen. Dort gaben der Chor Ad Libitum und das Ensemble Sonare Linz unter der Leitung von Heinz Ferlesch ein Konzert. Dargeboten wurde unter anderem die „Cantus missae“ von Rheinberger und die Krönungsmesse von Mozart. Star des Abends war Elisabeth Wimmer: Die sympathische Sopranistin begeisterte mit Mozarts „Exsultate, jubilate“. Vor allem das „Alleluja“ sang sie traumhaft leicht und fröhlich. Verschiedene Versionen der Motette gibt es auf YouTube.

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Standing Ovation für Elisabeth Wimmer im Veranstaltungszentrum Gunskirchen.

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Das Ende der Bequemlichkeit

„Warum tut er sich das an“, fragte sich heute so mancher Gast in einer Wiener Buchhandlung. Hannes Androsch stellte dort sein neuestes Buch „Das Ende der Bequemlichkeit. 7 Thesen zur Zukunft Österreichs“ vor. Nach dem Bildungsvolksbegehren vor drei Jahren ist es sein nächster Versuch das Land zu verändern. Man kann zu Androsch stehen wie man will, aber man muss dankbar sein, wenn ein 76-Jähriger heutzutage noch an die nächste Generation denkt.

Voller Saal bei der Androsch-Lesung!

Voller Saal bei der Androsch-Lesung!

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Großes Kino im Kasino

Wer die Möglichkeit hat, sollte schnell zur Burgtheater-Kassa laufen und sich Karten für „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke kaufen. Das Publikum im Kasino am Schwarzenbergplatz sitzt vor einer Leinwand und sieht einen Film über eine Frau, die einen minutiös geplanten Selbstmord begeht. Besonders an diesem Film (Regie: Katie Mitchell) ist, dass er unter und hinter der Leinwand live entsteht. Das Publikum kann sich also aussuchen, ob es sich ein Theaterstück, einen Film oder die Entstehung eines Films ansehen möchte. Fazit: Selten erlebt man abseits der Wiener Festwochen so einen faszinierenden Theaterabend. Großartig! Wunschlos glücklich!

Bei "Wunschloses Unglück" wird kein Theaterstück abgefilmt, sondern ein Live-Film gedreht.

Im Kasino wird kein Theaterstück abgefilmt, sondern ein professioneller Live-Film gedreht.

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Graffiti-Kunst am Hauptbahnhof

Graffiti wird bei den Österreichischen Bundesbahnen normalerweise nicht gern gesehen. Doch es gibt Ausnahmen: In der Eingangshalle am neuen Wiener Hauptbahnhof durften Graffiti-Künstler im Rahmen des „Cash, Cans & Candy“-Festivals 170 Quadratmeter Fläche besprühen. Noch bis Ende Mai sind die Kunstwerke zu sehen, dann werden die Gipswände abmontiert und für einen karikativen Zweck versteigert.

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Gemütlicher Jazz aus Österreich

Simone Kopmajer hat unter dem Titel „the best in you“ ein neues Album herausgebracht. Mit zwölf Songs zeigt sich die österreichische Jazzsängerin von ihrer besten Seite. Neben den selbst geschriebenen Songs sind auch ein paar Covernummern, wie der Nummer-1-Hit „Blue Bayou“ von Roy Orbison und Joe Melson, auf der Scheibe. Begleitet wird Kopmajer klassisch von Klavier, Gitarre, E-Bass und Schlagzeug, manchmal auch von Flöte, Sax, Akkordeon, Harmonika und Blechbläsern.

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Wie schon das CD-Cover mit den verschwommenen Lichtern anzeigt, eignet sich die CD perfekt für gemütliche Abendstunden. Die Jazznummern laden 56 Minuten zum Entspannen und Cocktailtrinken ein. Erwähnenswert ist der einminütige Bonustrack, der mit Störgeräuschen an ein altes Radio erinnert. Retro-Feeling! Fazit: Ein rundum stimmiges, österreichisches und absolut hörenswertes Jazzalbum.

Pferd macht Straßenmusik

Straßenkunst ist ein hartes Geschäft. Wer gesehen und gehört werden will, muss kreative Wege finden, um auf sich aufmerksam zu machen (oder braucht jede Menge Talent…). Ein Straßenmusiker auf der Mariahilferstraße in Wien kam jetzt auf die Idee, sich einen Pferdekopf aufgesetzt. Der Trick funktioniert. Ein gutes Foto und ein Lächeln zwischendurch sind vielen ein paar Münzen wert…

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