Großes Kino im Kasino

Wer die Möglichkeit hat, sollte schnell zur Burgtheater-Kassa laufen und sich Karten für „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke kaufen. Das Publikum im Kasino am Schwarzenbergplatz sitzt vor einer Leinwand und sieht einen Film über eine Frau, die einen minutiös geplanten Selbstmord begeht. Besonders an diesem Film (Regie: Katie Mitchell) ist, dass er unter und hinter der Leinwand live entsteht. Das Publikum kann sich also aussuchen, ob es sich ein Theaterstück, einen Film oder die Entstehung eines Films ansehen möchte. Fazit: Selten erlebt man abseits der Wiener Festwochen so einen faszinierenden Theaterabend. Großartig! Wunschlos glücklich!

Bei "Wunschloses Unglück" wird kein Theaterstück abgefilmt, sondern ein Live-Film gedreht.

Im Kasino wird kein Theaterstück abgefilmt, sondern ein professioneller Live-Film gedreht.

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Spielkasino fürs Theater

Das schönste Gebäude einer Kaserne ist oft das Offizierskasino. Auch Kaiser Franz Josephs kleiner Bruder wollte nur das Beste für Österreichs Soldaten und stellte ihnen sein prunkvolles Palais am Schwarzenbergplatz zur Verfügung. Heute befindet sich darin die dritte Spielstätte des Burgtheaters – das Kasino. Wenn man dort die alte Steinstiege hinaufgeht und die historische Holztüre passiert, wird man überrascht sein, wie modern der Theatersaal aussieht. Er erinnert an einem Designtempel für Modeschauen oder an eine Nobeldisko für junges Publikum. Statt Sessel gibt es hier Bänke. Zuschauerraum, Orchestergraben und Bühne teilen sich ohne räumliche Trennung den Platz.  Hier sitzt man nicht vor der Vorstellung, sondern in der Vorstellung. (Vermutlich ist das unangenehm für Besucher, die gerne im Theater schlafen…)

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