Volltreffer im Kabarett

Selbst am Klo wird man im Theater am Alsergrund bestens unterhalten. Denn am Pissoir darf Mann – sagen wir einmal – so etwas wie Elfmeterschießen. Hinter dem spielerischen Vergnügen steckt – wie so oft im Kabarett – jedoch MEHR. Denn seitdem das Tor im Pissoir installiert ist, hat sich die Treffergenauigkeit erhöht. „Zumindest ein bisschen“, meint Theaterchef Michi Auernigg.

Jetzt mal ehrlich: Wer fotografiert ein Pissoir?
Jetzt mal ehrlich: Wer fotografiert ein Pissoir?

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Große und kleine rosa Hasen

Mit einem rosa Hasen, genauer gesagt mit einem Dürer-Feldhasen, feierte die Wiener Albertina im Vorjahr die Osterzeit. Die riesige Plastikskulptur des Künstlers Ottmar Hörl wurde damals mit einem Kran auf das Flügeldach des Museums gehoben. Inzwischen soll das auffällige Ding versteigert worden sein. Der Startpreis lag bei 5.000 Euro. Auf Ebay kann man übrigens dasselbe Modell in der Mini-Version kaufen. Startpreis 54 Euro.

Rosa Hase bei der Albertina

Der drei Meter lange und 1,5 Meter hohe Plastikhase am Dach der Wiener Albertina

Update: Laut Albertina wurden insgesamt drei Hasen versteigert. Käufer und Preis werden natürlich nicht veröffentlicht. Kulturblogger.at dürfte zwei gefunden haben:

Rabbit, Opera, Vienna

Der rosa Hase beim Dinner Club neben der Staatsoper

Würstelstand Bitzinger neben der Oper

Ein grüner Hase am Dach des Würstelstands Bitzinger neben der Albertina

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Klassische Konzerte in der Disco

Das Konzept der Yellow Lounge ist genial: Klassik-Künstler geben kurze Konzerte, aber nicht im barocken Stiftssaal, sondern in noblen, elektronischen Clubs. Zwischen den Acts legt ein DJ klassische Musik – von Bach bis Mozart – auf. Je später der Abend wird, desto elektronischer werden die Klänge und die Scheinwerfer und Visuals passen sich der Stimmung an. Am Donnerstag standen etwa der iranische Cembalospieler Mahan Esfahani,  die italienische Gamba-Virtuosin Maddalena Del Gobbo, der serbische Geigenspieler Nemanja Radulovic und das Janoska Ensemble live im Chaya Fuera auf der Bühne. Fazit: Entspannender kann ein Afterwork-Clubbing nicht sein!

Mahan Esfahani und Maddalena Del Gobbo

Mahan Esfahani und Maddalena Del Gobbo live im Chaya Fuera

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Countryklänge aus Oberösterreich

„Railroad Ride“ heißt das Debütalbum von Georg Höfler und Sigi Mittermayr. Die beiden Oberösterreicher nehmen ihre Fans damit auf eine 45-minütige Reise in das Folk-Country-Blues-Genre mit. Sie singen ein- und zweistimmig auf Englisch und begleiten sich mit verschiedenen Gitarren. Aber auch Harmonika, Percussion, Bass und Klavier kommen zum Einsatz.

Rund um Ostern stellen die beiden Musiker ihre neue CD bei Konzerten in London vor

Zu Ostern stellen die beiden Musiker ihre CD bei Konzerten in London vor

Insgesamt hält das professionell produzierte Album zwölf Nummern bereit, die manchmal angenehm unaufgeregt und manchmal fröhlich-flott-harmonisch sind. Es wirkt zwar ein bisschen ungewohnt, wenn einem hörbar junge Stimmen Geschichten aus alten Tagen, von alten Reisen und alten Häusern erzählen („Old McLaughlin’s House“), aber das gehört zur Countrymusik ja irgendwie dazu. Außerdem werden auch mehrere „vielsaitige“ Instrumentalnummern geboten.

Fazit: Die beiden sympathischen Musiker legen sich mit ihrem Debutalbum nicht auf die Gleise, sondern gehen ihrem Erfolgszug entgegen! Ein schönes Album für gemütliche Abende! Einen Beweis dafür liefern die Hörproben.

———————————————————————————-

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

„Kopfwaschpulver“ in Bildern

Robert Blöchl und Roland Penzinger kämpfen, lieben, saufen, spielen, singen, fliegen – und das alles an einem Abend! Wer  BlöZingers neues Programm „Kopfwaschpulver“ noch nicht gesehen hat, sollte dieses Versäumnis dringend nachholen. Hier ein paar Eindrücke von einer höchst unterhaltsamen Vorstellung im Theater am Alsergrund:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERAkopf3 OLYMPUS DIGITAL CAMERA  OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Das Kreuz bei McDonald‘s

Höchst interessant, aber absolut kein Aufreger: Ausgerechnet bei McDonald’s hängt in Loosdorf ein Jesus-Kreuz im Speisesaal. Warum? „Das ist eine individuelle Entscheidung des Franchisenehmers. (…) In Loosdorf ist das völlig akzeptiert, weil der Mäcci da wie der Wirt ums Eck ist und bei dem hängt auch oft ein Kreuz“, lautet die offizielle Antwort. Fazit:  Man darf gespannt sein, wann die ersten Hirschgeweihe, präparierten Fischköpfe und ausgestopften Eichhörnchen neben der BigMac-Werbung zu finden sind! 😉

Das Kreuz in Loosdorf

Das Kreuz bei McDonald’s in Loosdorf

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Retro-Café mit Charme

Ein Salonzimmer mit dämmriger Beleuchtung und alten Tapeten, eine Kellnerin, die dank Frisur und Kleidung aussieht, als käme sie per Zeitreise aus den 1950er-Jahren, ein liebevoll zubereitetes Mittagsmenü um sieben Euro – das ist das Cafe Moped im dritten Wiener Gemeindebezirk. Es befindet sich direkt neben dem Rochusplatz und könnte ideal als Filmkulisse für Agententhriller dienen. Außerdem gibt es dort W-LAN und regelmäßig Veranstaltungen. Fazit: Höchste Empfehlung für Retro-Fans!

Hinterzimmer und Raucherbereich

Hinterzimmer und Raucherbereich

Tapeten und Einrichtung aus den 50er-Jahren

Wandtapeten aus den 1950er-Jahren

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Pfarrer trägt Kreuze durch Enns

Wenn Gläubige mit Holzkreuzen auf den Schultern den Berg nach Enns hinauf marschieren, dann lädt Stadtpfarrer Pater Martin zur Kreuzwegandacht. Das vorösterliche Spektakel findet jeden Sonntag statt. Wie es dazu gekommen ist und wie die Bevölkerung darauf reagiert, erzählt der beliebte Franziskanermönch selbst:

„Jeder nur ein Kreuz“

Vor Ostern ist es Brauch, gemeinsam den Kreuzweg zu gehen. In vielen Orten gibt es dafür einen Kreuzweg mit vierzehn Stationen. Auch in Enns hat es einmal zwischen der Basilika in Lorch und der Post in der Nähe des Hauptplatzes einen Kreuzweg gegeben. Doch inzwischen sind die meisten Stationen Bauprojekten oder Wegbegradigungen zum Opfer gefallen. Also habe ich mir vor vier Jahren etwas einfallen lassen, um wieder eine Kreuzwegandacht im Freien anbieten zu können.

Pater Martin

Kinderkreuzweg (c) Christoph Huemer

Und zwar wollte ich jeweils an den Sonntagen vor Ostern einen Kreuzweg vom so genannten „Papstkreuz“ am Enns-Fluss bis hinauf in den Schlosspark machen. Denn die dortige Aussichtsplattform eignet sich perfekt als Berg Golgota, also als letzte Kreuzwegstation. Ich bin daher in den Baumarkt gefahren, habe Holz gekauft und an einem schönen Nachmittag im Klosterhof vierzehn Kreuze gebastelt. Seither schleppe ich diese Kreuze vor jeder Andacht alleine vom Kloster bis zum Schlosspark.

Verwunderte Touristen am Hauptplatz

Mich schauen dann die Leute am Hauptplatz immer komisch an. Aber das ist auch verständlich. Man sieht ja nicht alle Tage einen Franziskaner, der einen Stapel Holzkreuze in der Gegend herumschleppt. Man muss sich außerdem vorstellen, dass jedes Kreuz so um die – gefühlte – drei Kilogramm schwer ist. Selbst wenn es draußen kalt ist, komme ich da bei 14 Kreuzen ganz schön ins Schwitzen. „Ja Herr Pfarrer, haben Sie leicht so viele Sünden begangen, weil sie so viele Kreuze tragen müssen?“, fragen mich dann die Leute. Vor allem die Touristen wollen immer wissen, was ich denn mit den vielen Kreuzen vorhätte. Manchmal entwickeln sich so viele Gespräche, dass ich statt der gewöhnlichen zehn Minuten eine ganze Stunde vom Kloster in den Schlosspark benötige. Dort angekommen stelle ich die Kreuze nacheinander an besonderen Stellen auf – meistens bei schönen Bäumen. Kurz darauf geht die Veranstaltung beim „Papstkreuz“ los.

Kreuze für Kinder bis Senioren

Je nach Wetter gehe ich dann mit bis zu fünfzig Personen von Kreuz zu Kreuz. Bei jeder Station gibt es ein kurzes Programm. Danach lade ich immer jemanden ein, das Kreuz aus dem Boden zu reißen und mitzunehmen. Zum Schluss folgen mir also 14 Leute, von Kindern bis Senioren, im Gänsemarsch und schleppen jeweils ein Holzkreuz. Mir gefällt es, das am Ende wieder aufgeräumt ist. Denn ich kann ja nicht den ganzen Schlosspark mit Kreuzen zustellen – der Park wird ja etwa auch von Muslime genützt. Nach der Veranstaltung bringe ich die Kreuze wieder alleine ins Kloster. Doch zuletzt haben mir schon einige Leute angeboten, die Kreuze mit dem Auto zurückzufahren. Sie sagen dann: „Pater Martin, wir können das nicht länger mitansehen, wie du mit den vielen Kreuzen auf deiner Schulter durch Enns marschierst“.

Mehr Geschichten über Pater Martin – zum Beispiel wie er das Klosterauto im See versenkt oder eine Hochzeit im Fußballtor gefeiert hat – gibt es im Buch: „Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen.“ von Florian Kobler (Freya Verlag). Zur Bestellung.

Die nächsten Kreuzwegtermine in Enns: So, 15. März, 15.00 Uhr; So, 22. März, 15.00 Uhr; Freitag, 27. März, 15.00 Uhr: Kinderkreuzweg; Palmsonntag, 29. März, 15.00 Uhr.

Bären in Havanna

Meer, Musik, Rum, Kolonialhäuser und Kanonenkugeln: Die kubanische Hauptstadt Havanna hat ohne Frage viel zu bieten. Zu den beliebtesten Fotoobjekten gehört dort derzeit allerdings das Projekt „United Buddy Bears„. Dabei handelt es sich um 128 lebensgroße Bärenskulpturen, die individuell von Künstlern gestaltet wurden und jeweils eine Nation repräsentieren. Gemeinsam werben die Bären auf ihrer Welttournee für Toleranz und Verständigung zwischen Völkern, Religionen und Kulturen. 2004 waren die Bären in Kitzbühel, 2006 in Wien – und jetzt sind sie eben in Havanna.

Der österreichische Buddy Bear in Havanna

Der österreichische Buddy Bear in Havanna

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

„Flo und Wisch“ gewinnen Ennser Kleinkunstkartoffel

Wenige Stunden vor der Oscar-Verleihung ist am Sonntag in der Stadthalle Enns die Kleinkunstkartoffel 2015 vergeben worden. Heuer konnte das Kabarettduo „Flo und Wisch“ mit seiner zehnminütigen Showeinlage das Publikum überzeugen und „den renommiertesten Kabarettpreis der Stadt“ für sich gewinnen. „Flo und Wisch“ begeisterten zum einen mit originellen Wortspielen (mit Enns-Bezug), aber auch mit bitterböser Innenpolitik-Satire in musikalischer Form. „Wir freuen uns sehr über den Preis“, sagten die beiden Kabarettisten David Krammer und Florian Roehlich bei der Veranstaltung sichtlich erleichtert. „Denn bis jetzt sind wir bei Wettbewerben immer Zweiter geworden. Einmal mussten wir uns sogar einem Hund geschlagen geben.“

Doch auch die anderen fünf teilnehmenden Kabarettisten boten dem Publikum mit ihren Kurzauftritten ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm. Während Matthias Kleinart seine Sepp-Forcher-Parodie zum Besten gab, Gino Cultura als österreich-italienischer Sprachjongleur mit beschrifteten Schildern Sympathie erntete, Gerhard Gradinger das Publikum mit Halbwahrheiten aus seinem Beziehungsleben zum Lächeln brachte und Leopold Toriser mit außergewöhnlichen Zeichnungen auf dem Flipchart das Publikum überraschte, sangen sich Mini & Claus mit schrägen Texten zu durchaus bekannten Melodien in die Herzen der rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Kammerhofer sorgt für Lachkrampf

Außer Konkurrenz – und das völlig zu Recht – standen an diesem Abend auch Clemens Maria Schreiner als Moderator und Theaterkabarettist Walter Kammerhofer als Showact auf der Bühne. Während Schreiner gekonnt, spontan und höchst sympathisch durch den Abend führte, bot Kammerhofer dem Publikum locker-lässig einen halbstündigen Dauerlachkrampf. Und zwar indem er erzählte, wie er – als frischer Single – nach Jahrzehnten versucht, alleine in einem Supermarkt einzukaufen – und dabei mit Einkaufswagerl und Hausverstand kämpft.

Flo und Wisch

Walter Kammerhofer, KKK-Sieger 2015 Flo und Wisch, Clemens Maria Schreiner

Neue Livetermine von Schreiner und „Flo und Wisch“

„Flo und Wisch“ sind als Gewinner der Ennser Kleinkunstkartoffel 2015 im Oktober im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik mit ihrem neuesten Programm zu sehen. Clemens Maria Schreiner ist bereits im April bei der Langen Nacht des Kabaretts wieder in Enns zu Gast. Gemeinsam mit Paul Pizzera, Otto Jaus und Petutschnig Hons werden sie die Stadthalle rocken. Karten gibt es bei Ö-Ticket.

Die bisherigen Kleinkunstkartoffel-Gewinner sind: BlöZinger (2008), Klaus Bandl (2009), Michael Eibensteiner (2010), Andy Sauerwein (2011), Fii (2012), Gerafi (2013), Rudi Schöller (2014). Veranstaltet wird der Kabarettpreis vom Kulturverein Pa-Events jedes Jahr im Februar.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.