Auf ihren U-Bahnen sehen die Wiener Linien Graffiti und Co. nicht so gern – und sei sie noch so schön gesprayt. Bei grauen Betonwänden ist das mitunter anders. Darum hat das Verkehrsunternehmen den Street-Art-Künstler David Leitner beauftragt, bei der U-Bahn-Station Spittelau eine 150 Meter lange Betonwand zum Thema Mobilität zu gestalten. „Wichtig war mir, dass es sich um ein inklusives Bild handelt. Daher sind Personen von jung bis alt dargestellt. Man sieht auch einen Mann oder eine Frau mit Stöckelschuhen“, erzählt Leitner. Auch die Natur spielt in dem riesigen Street-Art-Werk eine Rolle. Und, weil die farbenfrohe Wand neben der Müllverbrennungsanlage steht, sind auch Anspielungen auf Hundertwasser im Kunstwerk versteckt. Sehenswert!
Die Farbwelt „orientiert sich an den Farben der Wiener Linien sowie der Natur.“David Leitner zeigt Mobilität in allen möglichen Variationen„Mann oder Frau mit Stöckelschuhen.“
Sieben neue riesige Kunstwerke entstehen gerade auf Wiens Hauswänden. Die Leute vom Street-Art-Festival Calle Libre haben Geld aufgestellt, Farbkübel und Spraydosen besorgt, Genehmigungen eingeholt und Hebebühnen organisiert, damit Street-Art-Künstlerinnen und -Künstler die Stadt wieder ein bisschen schöner machen. Das Thema lautet heuer „Future Perfect“. Bis Freitag kann man den Profis tagsüber beim Sprayen ihrer hoffnungsvollen Zukunftsbilder zuschauen – coronasicher und bei jedem Wetter.
Crazy Mister Sketch malt auch bei Regen beim Karl-Farkas-Park
Einst waren die Pixel-Aliens überall zu sehen – auf Hausmauern, über Straßenschildern, bei Gehsteigen und Brücken. Ein französischer Street-Art-Künstler hat seit 2006 insgesamt mehr als fünfzig Space Invaders in Wien angebracht. Doch jetzt – Jahre nach der erfolgreichen Invasion – verschwinden die kleinen Mosaikwesen wieder, weil etwa Fassaden neu gestaltet werden. Beim Rhiz am Gürtel, bei der Burggasse 130, bei der Annagasse in der Innenstadt und Marxergasse im dritten Bezirk sind sie bereits abmontiert worden. Street-Art ist vergänglich. Bei den Space Invaders ist das sehr schade. Sie laden ein, Wien spielerisch zu erkunden.
Graffiti-Sprayer tragen bei ihrer Arbeit schon länger Masken. Seit der Coronavirus-Pandemie ist der Mund-Nasen-Schutz auch in der Kunst selbst angekommen. Beim MuseumsQuartier in Wien etwa sind aktuelle Werke von Wiener Künstlerinnen und Künstler auf großen Planen zu sehen. Sogar Jesus und Maria tragen hier Masken. Unter dem Motto „Alles wird gut“ soll die Kunst in „Zeiten einer sozialen Distanzierung und des totalen kulturellen Shutdowns“ Hoffnung verbreiten.
Jesus und Maria – von Kurator Sebastian Schager (artis.love)„Alles wird gut „- trotz allgegenwärtigem Mund-Nasen-Schutz
Es ist das berühmteste und berührendste Kunstwerk von Gustav Klimt – und nicht nur im Oberen Belvedere zu sehen! Auch in der Hernstorferstraße 12 in Wien-Penzing gibt es einen „Kuss“ – und zwar auf einer Hausmauer. Noch vor wenigen Jahren soll es an dieser Stelle ein Klimt-Restaurant gegeben haben. Heute erinnert nur noch die ansonsten oft so vergängliche Straßenkunst daran. Top: Gratis zu sehen – ohne Timeslot und ohne Touristen!
Der Kuss nach Gustav Klimt. Noch schöner, wenn der Zeitungsständer abmontiert ist.
Die Liebe steckt im Detail. Gold sucht man bei diesem Straßen-Liebespaar aber vergeblich.
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Die Stadt als Museum und Gebäude als Gemälde: Wer in Wien die Augen offen hält, kann dank Street-Art-Festivals wie Calle Libre riesige, professionelle Kunstwerke entdecken. Hier eine nicht vollständige Liste von Wiens schönsten Murals (Wandmalereien) und ein Video, das Simon Engl geschnitten und Simon Öggl vertont hat. Viel Spaß und Freude am Entdecken!
Noch ein Tipp: Einen aktuellen Überblick über Wiens Street-Art bietet Vienna Murals.
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