Donauinselfest als Sitzkonzert

Am Wochenende war Donauinselfest, coronabedingt allerdings nur für rund tausend Fans pro Tag. Der Veranstalter verloste Platzkarten, für die man sich mit Namen, Geburtsdatum und Handynummer registrieren musste. Am Festivaleingang wurde Fieber gemessen, es herrschte überall Maskenpflicht – außer am zugewiesenen Sitzplatz. Vier Personen durften pro Bierbankgarnitur Platz nehmen. Aufstehen war nur erlaubt, um Getränke zu holen oder aufs Klo zu gehen. Tanzen? Mitsingen? Ja, aber nur am Tisch.

Donauinselfest 2020: Bierzelt-Stimmung ohne Zelt, dafür mit guter Musik.

Die Festbühne war in gewohnt riesiger Dimension aufgebaut. Dadurch hatte man das Gefühl, tatsächlich irgendwie am Donauinselfest zu sein. Mit Russkaja, Kreiml & Samurai, Mathea, Granada, Opus und Parov Stelar waren am Samstag Acts zu hören, die keine internationalen Bands vermissen ließen. Fazit: Das heurige Donauinselfest war kein riesiges Volksfest wie zuletzt, sondern ein gemütliches Sitz- und Fernsehkonzert. Das Livepublikum hatte vor allem eine Statistenrolle – aber dennoch eine Riesenfreude!

Headliner Parov Stelar heizte bei kühlen Abendtemperaturen mit Elektroswing ein

Party mit Parov Stelar, Chillen mit The Cure

Wer nach den vier Festivaltagen nicht ohnehin müde war, wurde es spätestens, als „The Cure“ ihren Auftritt starteten. Die Band blieb sowohl musikalisch als auch optisch in den 1970ern stehen und präsentierte langsam-ruhigen Rock/Pop/Dark Wave/Was-auch-immer. Highlight war Sänger Robert Smith, der Lippen-geschminkt und mit Steckdosenfrisur das Festival melancholisch ausklingen ließ.

Alte Männer vor jungem Publikum: "The Cure" am Frequency.

Alte Männer vor jungem Publikum: „The Cure“ am Frequency-Festival 2012.

Für die jüngeren Festivalbesucher waren wohl die „Sportfreunde Stiller“ der eigentliche Headliner des Abends. Die deutschen Indie-Rocker ließen sich von Backgroundsängerinnen und einem Percussionensemble aufpeppen. Um ein wenig von der Musik abzulenken, wurde auch bei Videoeffekten nicht gespart. Dutzende Kameras und eine große Videowall im Hintergrund der Bühne putzten den Auftritt zusätzlich auf. Mit ihren alten Hits wie „Ein Kompliment“ konnten sie ihr Publikum – wie gewohnt – begeistern.

Sportfreunde-Frontmann Peter Brugger sorgte für Kreischen bei den Teenagern.

Sportfreunde-Frontmann Peter Brugger sorgte für Kreischen bei den Teenagern.

Zum musikalischen Höhepunkt des Tages zählte ohne Zweifel der oberösterreichische DJ und Produzent Parov Stelar mit Band. Schon alleine die groovigen Elektro-Swing-Jazz-Songs (von der aktuellen „The Princess“-CD) sorgten für Begeisterung bei der Green Stage. Die Musiker hatten sichtlich Spaß bei ihrem Auftritt. Unnötig aber unterhaltsam: Sängerin Cleo Panther geizte nicht mit ihren Reizen und präsentierte sich in Mini-Mini-Hot Pants.

Parov Stelar blieb im Hintergrund - für eine ausgelassene Show sorgte Sängerin Cleo Panther.

Parov Stelar blieb im Hintergrund – für eine ausgelassene Show sorgte Sängerin Cleo Panther.

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