Pferd macht Straßenmusik

Straßenkunst ist ein hartes Geschäft. Wer gesehen und gehört werden will, muss kreative Wege finden, um auf sich aufmerksam zu machen (oder braucht jede Menge Talent…). Ein Straßenmusiker auf der Mariahilferstraße in Wien kam jetzt auf die Idee, sich einen Pferdekopf aufgesetzt. Der Trick funktioniert. Ein gutes Foto und ein Lächeln zwischendurch sind vielen ein paar Münzen wert…

pferd

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

20 Jahre Kulturarbeit in der Zuckerfabrik

Das Kulturzentrum d’Zuckerfabrik in Enns feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einer aufwendig gestalteten Retrospektive von Ulla Seifert. Ein Besuch zahlt sich aus, da die Fotoausstellung eine Zeitreise in die vergangenen 20 Jahre der außergewöhnlichen Kultureinrichtung sowie Blicke auf Künstler wie TM Stevens oder Robbin Thompson zulässt. Infos dazu gibt es auf der Homepage.

Zucker Ausstellung

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Don Carlo leidet, das Publikum genießt

Der Hype rund um die Verdi-Oper Don Carlo bei den Salzburger Festspielen ist enorm. Schon bei der Generalprobe standen Stunden vor Vorstellungsbeginn zahlreiche Fans vor dem Festspielhaus, die verzweifelt Pappkartons mit der Aufschrift „Suche Karte“ in die Höhe hielten. Die 5-Stunden-Produktion (inkl. zwei Pausen) ist musikalisch auf allerhöchstem Niveau. Im Orchestergraben und auf der Bühne wird Perfektion geboten. Jonas Kaufmann als Don Carlo und Anja Harteros als Elisabetta singen sowieso perfekt, die anderen Hauptrollen sind ebenfalls grandios besetzt und die Wiener Philharmoniker sind auch in bester Form.

Don Carlo

Diskutieren könnte man über die farblosen Kostüme (Annamaria Heinreich) und über das einfallslose Bühnenbild (Ferdinand Wögerbauer). Okay, es gibt auch mal einen mit Wasser gefüllten Pool auf der Bühne und es werden Leute auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Aber es wird visuell nichts geboten, das einen so richtig vom Hocker haut. Das erledigt ausschließlich die Musik.

Fazit: Diese Produktion sollte man sich vor allem anhören – am besten live (Premiere ist am 13. August), noch besser im Fernsehen (16. August in ORF 2), denn da bleibt man die fünf Stunden über beweglich und sitzt erste Reihe fußfrei.

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Posaunen-Graffiti als Hingucker

Die Musicbar „Sincopa“ in Barcelona hat ihre Schaufenster-Rollgitter von Graffitikünstlern verzieren lassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Am ersten Gitter ist das Logo der Bar sowie eine Posaune zu sehen. Am zweiten Gitter werden die Buchstaben durch Kästchen getauscht und die Posaune besteht nur noch aus Ecken und Kanten. Die Gegenüberstellung erinnert an Computerprobleme – wenn beispielsweise eine Schrift im System fehlt oder ein Passwort eingegeben werden muss. Sehr originell! Super Hingucker!

Die runde Posaune.

Die runde Posaune.

Die Pixelposaune.

Die Pixelposaune.

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Rockparty mit Skabucks & Ladyshare

Gute Musik aus Österreich – das wurde den Besuchern gestern im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik geboten. Die Linzer Rock-Pop-Band Ladyshare sowie die berühmt-berüchtigten Skabucks aus Linz gaben Konzerte vom Feinsten. Videomitschnitte der Songs „Finally Alive“ und „Ready to Leave“ von Ladyshare sowie „You And Me“ von den Skabucks sind bereits auf YouTube. Fotos gibt es in Kürze auf der Homepage der d’Zuckerfabrik und hier im Blog:

 Skabucks Ladyshare

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Mnozil Brass feiern 20. Geburtstag

Eine Sensation! Mnozil Brass feierten gestern Abend im ausverkauften Wiener Konzerthaus ein Best-Of-Programm – bestehend aus Gags und Musikstücken der vergangenen 20 Jahre. Mit dabei waren auch Klassiker wie „Bohemian Rhapsody“ oder „Ich hatt‘ einen Kameraden“. Auf einer Weltkarte, die im Foyer des Konzerthauses ausgestellt war, wurden sämtliche Städte markiert, die bereits in den Genuss eines Mnozil Brass-Konzertes gekommen waren. Die sieben Musiker bereisten bereits 30 Länder auf vier Kontinenten. Wer das grandiose Festkonzert verpasst hat, kann sich mit dem Mnozil Brass-Bilderband inkl. CD trösten, das zum Jubiläum erschienen ist.

Mnozil2 Österreich

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

PRO Brass feiern 30. Geburtstag

Zum 30-Jahre-Jubiläum hat die Gruppe PRO Brass eine formatfreie Musikrevue unter dem Titel „weil’s wurscht is'“ zusammengestellt. Passend dazu trafen sich die Musiker kürzlich beim Würstelstand zum Fotoshooting. Zu sehen, hören und erleben gibt es das neue Programm unter anderem beim Jubiläumskonzert am 21. April in der Stadthalle Enns. Karten sind bereits erhältlich.

Pro Brass

TICKETS: Vorverkaufskarten gibt es in allen Raffeisenbanken Österreichs um 29 Euro (Reihe 1 bis 10) und 24 Euro (Parkett oder Galerie) sowie bei Ö-TICKET.  Ermäßigungen gibt es ausschließlich für Raiffeisen-Club-Mitglieder.

6. Ennser Neujahrskonzert im Videorückblick

Im Auftrag des Collegium Ennsegg enstanden folgende wunderbare Videos über das 6. Ennser Neujahrskonzert in der Stadthalle, welches sich in puncto Qualität nicht verstecken muss 🙂

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Vocalensemble Lalá im Interview

Das Vocalensemble Lalá hat ein neues Album herausgebracht und im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik in Enns ein grandioses Konzert gegeben. Kulturblogger.at traf die vier sympathischen Oberösterreicher zum Interview.

Lalá bei ihrem Konzert im Kulturzentrum d'Zuckerfabrik in Enns

Das Vocalensemble Lalá bei ihrem Konzert im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik in Enns

Kulturblogger.at: Warum heißt euer Ensemble „Lalá“?

Julia: Die Ilia, der Mathias, der Peter und ich waren gemeinsam im Stiftergymnasium in Linz. Da hatten wir einen Philosophie- und Psychologie-Professor und der war und ist ein großer Fan von uns. Eines Tages kam er auf uns zu und sagte: Hey Leute, ich hab den perfekten Namen für euch – Lalá. Das heißt so viel wie „Nachsingen“ auf Griechisch, besteht aus vier Buchstaben und wir sind zu viert. Zwei L für zwei Männer, zwei A für zwei Frauen. Der Name war also die Inspiration unseres Professors.

Kulturblogger.at: Warum singt ihr a-capella?

Ilia: Warum nicht?
Peter: Weil wir keine Instrumente brauchen.
Julia: Weil wir keine Instrumente können! (lacht)
Ilia: Nein, das stimmt nicht. Weil es mal was anderes ist.
Peter: Ich glaube es gibt kein Warum.
Ilia: Es macht uns einfach Spaß.

Kulturblogger.at: Hört ihr privat auch a-capella?

Julia: Ja, vor allem weil wir uns weiterbilden. Und aufgrund unseres beruflichen Weges sind wir mit einigen a-capella-Gruppen in Kontakt und da forscht man ein bisschen – wie machen das die anderen, wie klingen die anderen?

Kulturblogger.at: Wie weltweit seid ihr unterwegs?

Ilia: Wir fahren in einer Woche nach China. Das ist natürlich ein Highlight für uns – unser erster Auftritt in Asien. Und wir werden schauen, was sich dort ergibt. Wir waren in Europa schon in Norwegen, Schweiz,  Deutschland  – einmal in Algerien – und einmal in Afrika für drei Tage.

Kulturblogger.at: Was sind eure größten Erfolge bisher?

Julia: Das sind schon so viele, da müssen wir nachdenken. (lacht)
Peter: Wir haben im Vorjahr den Brucknerpreis in Linz gewonnen. Das war eine coole Sache.
Julia: Eine große Auszeichnung war für uns der a-capella-Wettbewerb für Ensembles in Leipzig – da haben wir den besten Platz belegt. Der größte Erfolg war ein Konzert mit extrem vielen Jugendlichen in der algerischen Hauptstadt Algier. Damals war es dort politisch ein bisschen schwierig und die Jugendlichen hatten ein großes Verlangen nach Freiheit – und das haben wir in unserem Konzert so richtig aus ihnen rausholen können. Am Schluss war eine extrem gute Stimmung und die Jugendlichen sind herumgesprungen und haben getanzt – das ist eigentlich verboten. Es gibt ein Tanzverbot in Algerien.

Kulturblogger.at: Wird zu a-capella gewöhnlich getanzt?

Julia: Wenig.
Mathias: Eigentlich gar nicht.
Julia: Wir gehen auf der Bühne im Rhythmus rechts und links. (lacht)

Kulturblogger.at: Gibt es viel Konkurrenz bzw. ist die a-capella-Szene gut unterwegs?

Mathias: Man muss schon sagen, dass die Szene in Österreich nicht so ausgeprägt ist. Die Gruppen, die etwas öfter in den Medien vorkommen, kann man an einer Hand abzählen.

Kulturblogger.at: Ist das ein Vorteil für euch?

Alle: Ja, sicher.

Kulturblogger.at: Ihr macht kein Musikkabarett auf der Bühne – sondern betreibt eure Musik ernst?

Julia: Wir sind ziemlich seriös muss man sagen. (lacht)
Ilia: Wir haben verschiedene Programme und singen alle Stilrichtungen. Heute präsentieren wir ein Pop-Jazz-Programm und in Linz präsentieren wir unsere neue CD, die etwas ganz anderes bietet, nämlich Bruckner, Brahms und Komponisten aus der Romantik.
Julia: Unser Schwerpunkt liegt beim Singen.

Kulturbogger.at: Die Gruppe Bauchklang ist mit elektronisch-klingender Musik erfolgreich, Fii macht als Beatboxer seinen Weg. Probiert ihr so etwas auch?

Mathias: Ich probiere, dass ich ein Beatbox-Element hineinbringe, aber allgemein fehlt uns dazu einfach ein fünfter Mann – weil uns sonst einfach eine Stimme abgeht.
Ilia: Aber wir sind am 8. Dezember im Metropol, wo wir mit Beatboxern unsere Lieder noch einmal aufpeppen.

Kulturblogger.at: Seid ihr zu viert, weil es praktisch ist zu proben?

Julia: Wir haben uns in der Schule so kennen gelernt und sind in dieser Formation geblieben.
Ilia: Es ist auch praktisch, weil bei klassischer Literatur eine normale Stimmaufteilung, also Sopran, Alt, Tenor und Bass, einfach da ist. Und das ist bei uns einfach der Fall.

Kulturblogger.at: Was sind die näheren Ziele von euch?

Peter: Von China wieder zurückkommen. (lacht) Im Dezember geht es weiter mit Weihnachtskonzerten und Weihnachtsliedern.
Ilia: Was wir in näherer Zukunft auch planen ist eine CD oder ein Projekt für Kinder. Und wir werden mit einem Streichensemble aus Linz etwas machen. Mal schauen, was auf uns zukommt.

Kulturblogger.at: Welchen Stellenwert nimmt die Band Lalá in eurem Leben ein?

Julia: Die Band trägt uns finanziell. Wir machen das beruflich. Wir haben zwar nebenbei alle ein Studium rennen, aber das Vocalensemble ist ab Herbst jetzt unser Beruf. Wir treffen uns zwei- bis dreimal pro Woche den ganzen Tag und proben, organisieren und haben Spaß miteinander. Lalá ist unsere Arbeit.
Ilina: Und unser Vergnügen.

Kulturblogger.at: Danke für das Interview!

—————–

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Bier und Fußball: Nigel Kennedy im Konzerthaus

Unglaublich!!! Was Geigen-Superstar Nigel Kennedy gestern Abend im Wiener Konzerthaus aufführte, war der absolute Wahnsinn. Kein YouTube-Handyvideo kann zeigen, was da los war. Nigel kommt – gekleidet wie ein Straßenmusiker, Punk oder Fußballfan – auf die Bühne, scherzt mit dem Publikum und spielt dann locker-lässig ein paar Werke von J.S. Bach. Seine Solostücke hören sich an, als würde ein ganzes Streichquartett spielen. Dabei spielt er alleine. Gehen die Töne in die unendliche Höhe, so quietscht es nicht, sondern klingt noch immer angenehm leicht. (Das ist man von Geigenmusik nicht gewöhnt…)

Der 55-jährige Nigel Kennedy ist der Punk unter den Violinsolisten.

Star ohne Sakko: Der 55-jährige Nigel Kennedy ist der Punk unter den Violinsolisten.

Die Leichtigkeit, mit der Nigel virutose Stücke runterfetzt ist beachtlich. Er konzentriert sich ausschließlich auf die Musik. Der Rest scheint ihm egal zu sein. Es gibt keine große Technik und auch keine Lichtshow. Auf der Bühne steht er gemeinsam mit Jarek Smietana (Akkustikgitarre), Yaron Stavi (Kontrabass) und Krzysztof Dziedzic (Trommel). Diese Besetzung spielt – beinahe unverstärkt – das riesige Konzerthaus aus.

Es groovt und swingt, wenn Kennedys Quartett ein paar Werke von Bach interpretieren.

Es groovt und swingt, wenn Nigel Kennedys Quartett Werke von Bach interpretieren.

Kennedy ist im ständigen Kontakt mit dem Publikum. („Was steht am Progammzettel? Was kommt als nächstes Stück?“, „Sie wollen sicher ein Bier trinken – wir machen eine Viertelstunde Pause.“, „Wie viel hat die Karte gekostet? So viel? Dann muss ich noch ein Stück spielen.“) Er läuft durch den Zuschauerraum, flirtet mit den Damen, schießt seinen Geigenbogen durch die Gegend, trinkt Bier auf der Bühne, neckt seine Musikerkollegen indem er oft das Tempo wechselt und singt am Schluss ein Lied – inspiriert vom Gedicht „The Spider and The Fly.“ Nach jedem Applaus klatscht er mit seinen Musikerkollegen ab und freut sich wie ein Kind. Diese Freude ist ansteckend. Fazit: Nigel Kennedy muss man erlebt haben – live!

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch.