Vocalensemble Lalá im Interview

Das Vocalensemble Lalá hat ein neues Album herausgebracht und im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik in Enns ein grandioses Konzert gegeben. Kulturblogger.at traf die vier sympathischen Oberösterreicher zum Interview.

Lalá bei ihrem Konzert im Kulturzentrum d'Zuckerfabrik in Enns

Das Vocalensemble Lalá bei ihrem Konzert im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik in Enns

Kulturblogger.at: Warum heißt euer Ensemble „Lalá“?

Julia: Die Ilia, der Mathias, der Peter und ich waren gemeinsam im Stiftergymnasium in Linz. Da hatten wir einen Philosophie- und Psychologie-Professor und der war und ist ein großer Fan von uns. Eines Tages kam er auf uns zu und sagte: Hey Leute, ich hab den perfekten Namen für euch – Lalá. Das heißt so viel wie „Nachsingen“ auf Griechisch, besteht aus vier Buchstaben und wir sind zu viert. Zwei L für zwei Männer, zwei A für zwei Frauen. Der Name war also die Inspiration unseres Professors.

Kulturblogger.at: Warum singt ihr a-capella?

Ilia: Warum nicht?
Peter: Weil wir keine Instrumente brauchen.
Julia: Weil wir keine Instrumente können! (lacht)
Ilia: Nein, das stimmt nicht. Weil es mal was anderes ist.
Peter: Ich glaube es gibt kein Warum.
Ilia: Es macht uns einfach Spaß.

Kulturblogger.at: Hört ihr privat auch a-capella?

Julia: Ja, vor allem weil wir uns weiterbilden. Und aufgrund unseres beruflichen Weges sind wir mit einigen a-capella-Gruppen in Kontakt und da forscht man ein bisschen – wie machen das die anderen, wie klingen die anderen?

Kulturblogger.at: Wie weltweit seid ihr unterwegs?

Ilia: Wir fahren in einer Woche nach China. Das ist natürlich ein Highlight für uns – unser erster Auftritt in Asien. Und wir werden schauen, was sich dort ergibt. Wir waren in Europa schon in Norwegen, Schweiz,  Deutschland  – einmal in Algerien – und einmal in Afrika für drei Tage.

Kulturblogger.at: Was sind eure größten Erfolge bisher?

Julia: Das sind schon so viele, da müssen wir nachdenken. (lacht)
Peter: Wir haben im Vorjahr den Brucknerpreis in Linz gewonnen. Das war eine coole Sache.
Julia: Eine große Auszeichnung war für uns der a-capella-Wettbewerb für Ensembles in Leipzig – da haben wir den besten Platz belegt. Der größte Erfolg war ein Konzert mit extrem vielen Jugendlichen in der algerischen Hauptstadt Algier. Damals war es dort politisch ein bisschen schwierig und die Jugendlichen hatten ein großes Verlangen nach Freiheit – und das haben wir in unserem Konzert so richtig aus ihnen rausholen können. Am Schluss war eine extrem gute Stimmung und die Jugendlichen sind herumgesprungen und haben getanzt – das ist eigentlich verboten. Es gibt ein Tanzverbot in Algerien.

Kulturblogger.at: Wird zu a-capella gewöhnlich getanzt?

Julia: Wenig.
Mathias: Eigentlich gar nicht.
Julia: Wir gehen auf der Bühne im Rhythmus rechts und links. (lacht)

Kulturblogger.at: Gibt es viel Konkurrenz bzw. ist die a-capella-Szene gut unterwegs?

Mathias: Man muss schon sagen, dass die Szene in Österreich nicht so ausgeprägt ist. Die Gruppen, die etwas öfter in den Medien vorkommen, kann man an einer Hand abzählen.

Kulturblogger.at: Ist das ein Vorteil für euch?

Alle: Ja, sicher.

Kulturblogger.at: Ihr macht kein Musikkabarett auf der Bühne – sondern betreibt eure Musik ernst?

Julia: Wir sind ziemlich seriös muss man sagen. (lacht)
Ilia: Wir haben verschiedene Programme und singen alle Stilrichtungen. Heute präsentieren wir ein Pop-Jazz-Programm und in Linz präsentieren wir unsere neue CD, die etwas ganz anderes bietet, nämlich Bruckner, Brahms und Komponisten aus der Romantik.
Julia: Unser Schwerpunkt liegt beim Singen.

Kulturbogger.at: Die Gruppe Bauchklang ist mit elektronisch-klingender Musik erfolgreich, Fii macht als Beatboxer seinen Weg. Probiert ihr so etwas auch?

Mathias: Ich probiere, dass ich ein Beatbox-Element hineinbringe, aber allgemein fehlt uns dazu einfach ein fünfter Mann – weil uns sonst einfach eine Stimme abgeht.
Ilia: Aber wir sind am 8. Dezember im Metropol, wo wir mit Beatboxern unsere Lieder noch einmal aufpeppen.

Kulturblogger.at: Seid ihr zu viert, weil es praktisch ist zu proben?

Julia: Wir haben uns in der Schule so kennen gelernt und sind in dieser Formation geblieben.
Ilia: Es ist auch praktisch, weil bei klassischer Literatur eine normale Stimmaufteilung, also Sopran, Alt, Tenor und Bass, einfach da ist. Und das ist bei uns einfach der Fall.

Kulturblogger.at: Was sind die näheren Ziele von euch?

Peter: Von China wieder zurückkommen. (lacht) Im Dezember geht es weiter mit Weihnachtskonzerten und Weihnachtsliedern.
Ilia: Was wir in näherer Zukunft auch planen ist eine CD oder ein Projekt für Kinder. Und wir werden mit einem Streichensemble aus Linz etwas machen. Mal schauen, was auf uns zukommt.

Kulturblogger.at: Welchen Stellenwert nimmt die Band Lalá in eurem Leben ein?

Julia: Die Band trägt uns finanziell. Wir machen das beruflich. Wir haben zwar nebenbei alle ein Studium rennen, aber das Vocalensemble ist ab Herbst jetzt unser Beruf. Wir treffen uns zwei- bis dreimal pro Woche den ganzen Tag und proben, organisieren und haben Spaß miteinander. Lalá ist unsere Arbeit.
Ilina: Und unser Vergnügen.

Kulturblogger.at: Danke für das Interview!

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