Standing Ovations für Katie Melua

Gestern Abend gaben Boy und Katie Melua in der Wiener Stadthalle ein Konzert vom Feinsten. Zuerst brachten die sympathischen Mädels von Boy eine halbe Stunde lang das Publikum mit Hits wie „Drive Darling“ in Stimmung. Danach gaben sie Autogramme und verkauften dutzende CDs an ihre neuen Fans.

Boy erweiterten in der Stadthalle ihre Fangemeinde!

Boy erweiterten in der Stadthalle ihre Fangemeinde! (Foto: Volume/Florian Kobler)

Dann kam Katie Melua auf die Bühne. Zuerst alleine mit Gitarre, dann mit Streichquartett und schließlich erschien ihre Band hinter dem Vorhang. Nach eineinhalb Stunden stürmten die Besucher von ihren Sitzplätzen nach vorne und filmten die Zugaben – darunter natürlich auch „Nine Million Bicycles“ oder „If The Lights Go Out“ mit ihren Smartphones. Standing Ovation! Ehrliche Begeisterung im Publikum!

Die georgisch-britische Sängerin begeisterte mit Hits wie "The Closest Thing to Crazy" oder "Nine Million Bicycles".

Die georgisch-britische Sängerin begeisterte mit Hits wie „The Closest Thing to Crazy“ oder „Nine Million Bicycles“. (Foto: Volume/Florian Kobler)

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Filmmusik in der Stiftsbasilika

Gestern Abend gab der Musikverein St. Florian ein Konzert in der Stiftsbasilika. Hunderte Fans waren gekommen, um sich das vielversprechende Programm – darunter hauptsächlich Filmmusik und geistliche Werke – im beeindruckenden Ambiente live anzuhören. Stiftspfarrer Harald Ehrl predigte (bzw. moderierte) durch den Abend und freute sich besonders über die dargebotenen Werke von Anton Bruckner. Für die Besucher waren wohl Stücke wie „Pearl Harbour“, „The Rock“ oder „A Whiter Shade of Pale“ die Konzerthighlights. Etwas schade war, dass die Akustik in der Basilika jeden Ton rund drei Sekunden nachhallen ließ – was nicht optimal für Blasmusik ist. Doch Kapellmeister Franz Falkner wusste die Bedingungen zu nützen und spielte als Zugabe ein wunderschönes Trompetensolo mit leiser Orchesterbegleitung. Im Anschluss an das Konzert wurde bei wärmendem Glühmost noch lange nachgefeiert.

Der MV Florian präsentierte Filmmusik im Stift.

Der MV Florian präsentierte Filmmusik im Stift.

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Bier und Fußball: Nigel Kennedy im Konzerthaus

Unglaublich!!! Was Geigen-Superstar Nigel Kennedy gestern Abend im Wiener Konzerthaus aufführte, war der absolute Wahnsinn. Kein YouTube-Handyvideo kann zeigen, was da los war. Nigel kommt – gekleidet wie ein Straßenmusiker, Punk oder Fußballfan – auf die Bühne, scherzt mit dem Publikum und spielt dann locker-lässig ein paar Werke von J.S. Bach. Seine Solostücke hören sich an, als würde ein ganzes Streichquartett spielen. Dabei spielt er alleine. Gehen die Töne in die unendliche Höhe, so quietscht es nicht, sondern klingt noch immer angenehm leicht. (Das ist man von Geigenmusik nicht gewöhnt…)

Der 55-jährige Nigel Kennedy ist der Punk unter den Violinsolisten.

Star ohne Sakko: Der 55-jährige Nigel Kennedy ist der Punk unter den Violinsolisten.

Die Leichtigkeit, mit der Nigel virutose Stücke runterfetzt ist beachtlich. Er konzentriert sich ausschließlich auf die Musik. Der Rest scheint ihm egal zu sein. Es gibt keine große Technik und auch keine Lichtshow. Auf der Bühne steht er gemeinsam mit Jarek Smietana (Akkustikgitarre), Yaron Stavi (Kontrabass) und Krzysztof Dziedzic (Trommel). Diese Besetzung spielt – beinahe unverstärkt – das riesige Konzerthaus aus.

Es groovt und swingt, wenn Kennedys Quartett ein paar Werke von Bach interpretieren.

Es groovt und swingt, wenn Nigel Kennedys Quartett Werke von Bach interpretieren.

Kennedy ist im ständigen Kontakt mit dem Publikum. („Was steht am Progammzettel? Was kommt als nächstes Stück?“, „Sie wollen sicher ein Bier trinken – wir machen eine Viertelstunde Pause.“, „Wie viel hat die Karte gekostet? So viel? Dann muss ich noch ein Stück spielen.“) Er läuft durch den Zuschauerraum, flirtet mit den Damen, schießt seinen Geigenbogen durch die Gegend, trinkt Bier auf der Bühne, neckt seine Musikerkollegen indem er oft das Tempo wechselt und singt am Schluss ein Lied – inspiriert vom Gedicht „The Spider and The Fly.“ Nach jedem Applaus klatscht er mit seinen Musikerkollegen ab und freut sich wie ein Kind. Diese Freude ist ansteckend. Fazit: Nigel Kennedy muss man erlebt haben – live!

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Hitlers Auferstehung als Satire-Bestseller

Darf man über Hitler lachen? „Ja, nur so nimmt man einem Diktator seine Macht“, meinte ein Herr vom Eichborn-Verlag bei der heutigen Buchpräsentation des Bestsellers „Er ist wieder da“ in Wien. Nicht nur Autor Timur Vermes war gekommen, sondern auch der deutsche Schauspieler Hubert Kramer – mit Seitenscheitel und Hitlerbart.

Timur Vermes veröffentlichte als Ghostwriter vier Bücher. Mit "Er ist wieder da" gelang ihm der Durchbruch.

Timur Vermes veröffentlichte zuerst als Ghostwriter vier Bücher. Mit „Er ist wieder da“ gelang ihm der Durchbruch.

Im Buch geht es um Adolf Hitler, der im Jahr 2011 mitten in Berlin erwacht und versucht, sich in der neuen Zeit zurechtzufinden. Schon nach kurzer Zeit hat er einen Auftritt als vermeintlicher „Hitler-Imitator“ im Fernsehen und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Das Ganze ist denkbar komisch aufbereitet und Hitler wird in diesem Buch weniger als Diktator und mehr als Mensch betrachtet. Er wirkt mit seinen durchaus problematischen Ansichten und Analysen – leider – manchmal sympathisch. Das Buch ist eine Satire sondergleichen und nimmt die heutige Gesellschaft, die Politiker und Medien auf die Schaufel. Eigentlich wunderbar, wäre die Hauptperson nicht Hitler.

Hubert Kramar als Hitler: Die Lesung verursachte Schmunzeln und Bauchweh.

Hubert „Hubsi“ Kramar als Hitler: Die Lesung verursachte Schmunzeln und Bauchweh.

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Mörderische Klänge bei „Hollywood in Vienna“

Filmmusik, Konzerthaus, Stars: Die „Hollywood in Vienna“- Gala ist Jahr für Jahr DAS Konzerthighlight in Wien. Trotz des zunehmenden Promiauflaufes und der Verleihung des Max-Steiner-Film-Music-Achivement Awards bleibt die Musik bei dieser glamourösen Veranstaltung stets im Vordergrund. Heuer wurde unter dem Motto „Thrilling Moments“ Musik aus den Filmen „Sunset Boulevard“, „James Bond Casino Royale“ oder „Basic Instinct“ dargeboten. Ein Höhepunkt war, als das RSO die Geigen im Takt quietschen ließ und die mörderische Duschszene aus Alfred Hitchcocks Psycho musikalisch darbot.

Verleihung des Max Steiner Film Music Achivement Award an Lalo Schifrin.

Verleihung des Max Steiner Film Music Achivement Award an Lalo Schifrin.

Ebenfalls beeindruckt zeigte sich das Publikum von Operndiva Natalia Ushakova , die absolut textsicher (uhhh…) und stimmgewaltig den Soundtrack von „Once upon a Time in the West“ von Ennio Morricone zum Besten gab. Der offizielle Stargast des Abends war Lalo Schifrin. Der 80-jährige „Mission in Possible“-Komponist zeigte am Klavier, dass er noch rüstiger ist, als er aussieht. Ein bisschen wurde der Preisträger allerdings von Jazz-Sänger Al Jarreau in den Schatten gestellt, der zwei Songs charakterstark darbot – und der absolute Publikumsliebling war.

Organisatorin Sandra Tomek mit Operndiva Natalia Ushakova.

Blickfang: Organisatorin Sandra Tomek mit Operndiva Natalia Ushakova.

Das beste Filmmusikerlebnis hatte man, als das RSO unter Dirigent David Newman sowie mit Gitarrist Conrad Schrenk den Soundtrack von „Inception“ (Hans Zimmer) darbot. Weitere Persönlichkeiten des Abends: Schauspieler Gedeon Burkhard, der mit seiner tief-monotonen Stimme den Abend moderierte,  Frantisek Janoska, der mehrfach am Klavier begeisterte, US-Botschafter William C. Eacho, der eine kurzweilige Rede hielt und Sandra Tomek, die diesen Filmmusikabend seit 2007 organisiert. Hier noch ein paar Fotos vom Red Carpet:

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Spektakuläre Show beim Ennsdance-Clubbing

Party, Glamour und Blasmusik: Am Samstag lud der Kulturverein Pa-Events zum Ennsdance-Clubbing in die Stadthalle. DJ Joshua Grey heizte die Stimmung an, bis um Mitternacht plötzlich die Stadtkapelle Enns auf der Galerie stand und mit dem Radetzkymarsch die Halle zum Kochen brachte.  Nach einer bombastischen Eröffnungsshow mit Licht- und Spezialeffekten wurde zu den Klängen von DJ Insulin Junky und Dirty Impact bis in den frühen Morgen gefeiert. (Aftershowparty war im Harlekin Enns.) TOP: Beim Stylingcorner von Hedy Hair ließen sich dutzende Gäste ihre Frisuren und ihr Make –Up professionell aufpeppen. Der Ennsdorfer Fleischhauer Georg Berer gewann beim großen Gewinnspiel ein Fotoshooting mit dem Starfotografen Maik Rietentidt im April bei Hair Hedy.

Hit-Stimmungsfeuerwerk: Spektakuläre Eröffnungsshow beim Enndance-Clubbing.

Hit-Stimmungsfeuerwerk: Spektakuläre Eröffnungsshow beim Enndance-Clubbing.

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„Daniel Kehlmann steckt im Stau“

„Liebe Leserinnen und Leser, Daniel Kehlmann wird erst in zehn Minuten zu seiner Autogrammstunde anlässlich des Kinostarts von ‚Vermessung der Welt‘ erscheinen. Er steckt leider im Stau.“ Mit dieser Erklärung vertröstete ein Thalia-Mitarbeiter die rund 70 Autogrammjäger, die heute Abend auf eine kurze Begegnung mit dem Autor hofften. Wenige Minuten darauf erschien der deutsche Regisseur Detlev Buck auf der Bühne. „Und was soll ich jetzt tun?“, fragte er und ergriff das Telefon.

Medienprofi: Detlev Buck liefert auch beim Telefonieren ein gutes Bild ab.

Medienprofi: Regisseur Detlev Buck liefert auch beim Telefonieren ein gutes Bild ab.

„Herr Kehlmann wird leider noch weitere fünf Minuten brauchen“, vertröstete kurz darauf der Thalia-Mitarbeiter erneut. Irgendwann war es dann endlich soweit. Daniel Kehlmann betrat die Bühne, posierte für die Presse und entschuldigte sich bei seinen Fans mit den Worten: „Ich würde gerne sagen, dass ich im Stau war, aber das stimmt nun mal nicht. Ich war selber schuld.“

Keine Ausreden: Daniel Kehlmann sorgte mit seiner Entschuldigung für Schmunzeln.

Keine Ausreden: Daniel Kehlmann sorgte mit seiner Entschuldigung für Schmunzeln.

Der ehrlich-sympathische Autor verfasste das Drehbuch für die Verfilmung seines Romans „Die Vermessung der Welt“, welches Regisseur Detlev Buck umsetzte. Kinostart in Österreich ist am 25. Oktober.

Daniel Kehlmann gab zahlreiche Autogramme in der Buchhandlung Thalia.

Daniel Kehlmann gab zahlreiche Autogramme in der Buchhandlung Thalia-Landstraße.

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Literaten und Poeten werden Videokünstler

Texte müssen nicht auf Papier gedruckt werden, sondern können auch in Videos verarbeitet werden. Wie das funktioniert, zeigten gestern die Künstlerinnen Brigitte Falkner, Ilse Kilic und Liesl Ujvary bei der Österreichischen Gesellschaft für Literatur. Zwölf Videos waren zu sehen, die Texte, Grafiken und Bildcollagen zeigten.

Rund 20 Interessierte folgten der Einladung der Österreichischen Gesellschaft für Literatur.

Nischenprogramm: Nur 20 Interessierte folgten der Einladung zum literarischen Videoabend.

Die erzeugten Bilder lenkten gelegentlich von den Texten ab. Manchmal verstärkten oder veränderten sie aber auch die Aussagen. Es könnte sein, dass künftig – beispielsweise Gedichte – zunehmend das Medium wechseln und weniger in Büchern, als auf YouTube und anderen Videoplattformen zu finden sind. Beispiele: „Alphaversion 966“ von Liesl Ujvary oder „Aus dem Leben einer Fauna“ von Ilse Kilic.

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Meena Cryle singt gegen Armut

Das Thema Armut ist kein Publikumsmagnet. Das zeigte sich gestern Abend, als die Volkshilfe Österreich zum „Tag gegen Armut“ in das RadioKulturhaus Wien einlud. Trotz freien Eintritts, des Hauptacts Meena Cryle oder der spannenden Autoren Sibylle Hamann, Markus Marterbauer und Robert Misik, nahmen keine hundert Gäste an der Veranstaltung teil. (Vielleicht lag das auch am Fußballspiel Österreich gegen Kasachstan.)

Stimme gegen Armut: Meena Cryle bot einen Mix aus Blues, Jazz und Funk.

Stimme gegen Armut: Meena Cryle bot mit ihrer Band einen Mix aus Blues, Jazz und Funk.

Meena Cryle gab während ihres beeindruckenden „Privatkonzertes“ ein Statement ab: „Ich habe weniger Angst vor der kapitalen Armut, als vor der geistigen Armut der Gesellschaft. Ich fürchte mich davor, dass kein Mitgefühl mehr für Menschen in Armut empfunden wird.“

Texte mit Tiefgang boten 9dlinger und die geringfügig Beschäftigten.

Songs und Texte mit Tiefgang boten 9dlinger und die geringfügig Beschäftigten.

Volkshilfe-Chef Erich Fenninger erklärte, dass die Einkommensschere zwischen Arm und Reich in Österreich aus politisch-wirtschaftlichen Gründen weiter auseinander gehe und dies unsere Gesellschaft destabilisiere. An die Gäste der Veranstaltung wurde appelliert, den Blick für Armut in ihrem Umfeld zu sensibilisieren und zu handeln: Im Kleinen, bei Gesprächen, bei Schreiben an Politiker, beim Bloggen, beim Unterstützen von NGOs und beim Ankreuzen des Stimmzettels bei der nächsten Wahl.

Kurzweiliges Gespräch mit Marterbauer, Misik, Hamann und Fenninger.

Kurzweiliges Gespräch mit Marterbauer, Hamann, Schmidtkunz (Moderation), Fenninger und Misik.

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Science-Fiction im Konzerthaus

Gestern Abend verwandelte sich das Wiener Konzerthaus zum größten Kinosaals Wien. Gezeigt wurde der Science-Fiction-Klassiker „Metropolis“ von Fritz Lang. Dazu spielte das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich die Musik von Gottfried Huppertz. Dirigent Frank Strobel leitete das über 60 Musiker umfassende Orchester lässig im weiß-leuchtenden Hemd. Recht lange konnte man sich aber nicht auf solche Details konzentrieren, da der gesellschaftskritische Schwarz-Weiß-Film zunehmend die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm.

Kino im Konzerthaus: Das Tonkünstler-Orchester lieferte den Soundtrack zu Metropolis.

Kino im Konzerthaus: Das Tonkünstler-Orchester lieferte den Soundtrack zu Metropolis.

Da die restaurierte Fassung von „Metropolis“ weit über zwei Stunden dauerte und keine leichte Kost war, hätte der Veranstaltung eine Pause gut getan. Die Besucher hielten aber bis zum Ende durch und applaudierten dem Orchester für die grandiose Musikdarbietung. Es ist schon etwas Besonderes, einen Stummfilm mit Livemusik in einem der schönsten Konzertsäle Europas zu erleben.