BlöZinger über ihr neues Programm „ErIch“

Gestern Abend präsentierten Robert Blöchl und Roland Penzinger (BlöZinger) ihr neues Programm „ErIch“ im ausverkauften Kulturzentrum d’Zuckerfabrik. Dabei geht es um ein Familientreffen und Begräbnis der besonderen Art. Beide Kabarettisten schlüpften in zahlreiche Rollen und boten dem Publikum zwei Stunden lang beste Unterhaltung. BlöZinger gehören inzwischen zu den besten Kabarettisten des Landes. Kulturblogger.at traf sie zum Interview.

BlöZinger mit ihrem Programm "ErIch" im Kulturzentrum d'Zuckerfabrik.

BlöZinger mit ihrem Programm „ErIch“ im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik.

Kulturblogger.at: Seid ihr die vergangenen Jahre lustiger geworden?

Roland Penzinger: Ich würde ja jetzt gerne etwas sagen, aber ich darf nicht. Bitte Robert.
Robert Blöchl: Natürlich sind wir lustiger geworden. Hoffen wir. Ich hab den Roland vor zwanzig Jahren nicht gekannt, aber ich bin mir ziemlich sicher, er war damals gar nicht lustig und jetzt ist es mittlerweile voll okay.
Penzinger: Siehst du, das hätte ich auch gesagt, nur anders.

Kulturblogger.at: Und woran liegt das?

Penzinger: Wie gesagt, ich darf nicht. Bitte Robert.
Blöchl: Ein Riesenvorteil ist, dass man im Alter nicht mehr alles ernst nimmt. Ich mein, wir sind zwar nicht so alt, also ich bin nicht so alt… (Zu Roland) Wie alt bist du?
Penzinger: Alt genug. Danke! Ich darf‘s nicht sagen. Ich darf ja keine Fragen beantworten.
Blöchl: Also im Alter nimmt man nicht mehr alles ganz so ernst und das hilft uns beiden schon. Speziell auf der Bühne.
Penzinger: Ich kann dich gern Ernst nennen wenn du willst. Also wenn dir Robert nicht mehr gefällt. Das ist ja ein alter Name. Ernst würde auch zu dir passen!
Blöchl: Du hast keinen Text!

Kulturblogger.at: Ihr wechselt ständig die Charaktere. Wie schafft ihr es, euch den Text zu merken und die Köpersprache dem Charakter entsprechend umzustellen?

Blöchl: Mir fällt das persönlich eher leicht. Mein Kollege kämpft schon ein bisschen damit, aber er wird besser. Er ist wie Wein. Er korkt irgendwann.
Penzinger: Na super, was er gesagt hat. Ich hätte genau das gleiche gesagt, nur komplett anders. Ich glaube ja, es hilft schon, wenn man ein bisschen schizophren ist. Also wenn man eine multiple Persönlichkeit hat, dann hilft das schon sehr. Stimmt doch, Robert?
Blöchl: Und was auch hilft ist, dass wir durch die Clown-Arbeit schon lange Pantomime machen. Das hilft uns bei der Körpersprache entscheidend.

Kulturblogger.at: Übt ihr das vor dem Spiegel?

Penzinger: Nein, soll man auch nicht machen. Weil es immer nur zweidimensional ist. Also ich glaube nicht, dass das hilft.
Blöchl: Das Einzige, was ich vor dem Spiegel regelmäßig übe, ist Zähneputzen. Und das haut mittlerweile halbwegs hin.

Kulturblogger.at: Wie lange arbeitet ihr an so einem Programm?

Penzinger: Darf ich was sagen?
Blöchl: Ja.
Penzinger: Okay. Also ich sag immer so: Es ist wie eine Schwangerschaft. Also ungefähr neun Monate.
Blöchl: Von der Ideenfindung, bis zum Schreiben, bis zum Proben, bis zum Intensivproben vergehen zirka neun Monate.

Kulturblogger.at: Wie ist für euch der Tag der Entbindung?

Penzinger: Also wir verlieren das Fruchtwasser, lullen uns an, uns ist schlecht…
Blöchl: Der Vergleich hinkt gar nicht so, weil vor jeder Premiere denkt man sich: „Das tun wir uns nie wieder an. Nie wieder!“ Und da es doch auch Familien mit mehreren Kindern gibt… die Frage stellen sich wahrscheinlich viele Menschen auch…nie wieder ein zweites Kind…und irgendwie vergisst man es dann wieder, wenn man das Kind mag zumindest. Man vergisst den ganzen Stress und das nervös sein, das martern vor und hinter dem Vorhang – und irgendwann macht man dann doch ein neues Programm.

Kulturblogger.at: Es läuft schon ziemlich gut für euch. Ihr seid jetzt auch im Fernsehen zu sehen. Wo seht ihr eure Zukunft?

Blöchl: Also seine sehe ich bei Aktenzeichen.
Penzinger: Seine bei „Wer will mich?“
Robert: Das Ziel kann eh nur sein: Viel spielen und durch das neue Programm ein bisschen bekannter werden. Das Programm hat super gestartet und läuft sehr, sehr gut. Und wo es uns hinbringt – darauf lassen wir uns überraschen!

Kulturblogger.at: Warum macht ihr überhaupt Kabarett?

Penzinger: Weil wir sonst nichts können.
Blöchl: ich könnte natürlich total viele andere Sachen auch machen.
Penzinger: Jaaa. Du kannst ja nicht einmal Zähneputzen.
Blöchl: Da ist viel Mitleid von meiner Seite dabei…Generell macht es uns einfach Spaß!

Kulturblogger.at: Danke für das Interview!

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