Wahrheiten über die Theaterbranche

Die beiden Schauspielerinnen Ute und Tatiana ziehen in ihrem ersten Kabarettprogramm „Nein, wir nehmen sie nicht!“ über die Film- und Theaterbranche her. Sie erzählen unterhaltsam von mühsamen Operndiven, verwirrten Regisseuren, arroganten Max-Reinhardt-Seminar-Absolventen, fragwürdigen Castings, Stimmübungen und Proben. Eigentlich genug Stoff für einen lustigen Abend. Doch leider füllen sie die Überleitungen mit Vegetarier-, Zahnarzt-, AMS- und ÖBB-Witzen. Fazit: Flop, wenn Witze bemüht in Dialogform dargeboten werden. Top, wenn es um ihre Branche, das Theater, geht, wenn chinesisch auf der Bühne gesprochen wird und wenn Romeo und Julia auf Facebook miteinander flirten. Die Vorfreude auf das zweite Programm ist groß. Potenzial wäre da, dass aus Ute und Tatianas „Enments“ künftig Engagements werden – mit Gage eben.

Tatiana und Ute @ Area Wien

Tatiana und Ute zeigen Spielfreude und schauspielerisches Können im Theatercafé Aera

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Politische Pointen mit der Luftgitarre

Die Gebrüder Moped, bekannt für ihre satirischen und politischen Fotomontagen auf Facebook und Twitter, sind regelmäßig live auf der Kabarettbühne zu sehen. Auch in ihrem Programm „Tellerrandtango“ präsentieren sie mit Beamer und Leinwand ihre Werke, fragen sich „Was macht Werner Faymann eigentlich beruflich?“, fordern ein „Burkaverbot für Bananen“ oder präsentieren ihr FPÖ-Plakat mit dem Slogan „Kampf den Dativ“.

Die Geprüder Moped wissen, wie sie ihr Publikum, also "den kleinen Mann von der Straße", die "alleinerziehende Billakassiererin" oder "die Oma mit dem Sparbuch", begeistern können.

Die Gebrüder Moped wissen, wie sie ihr Publikum, also „den kleinen Mann von der Straße“, die „alleinerziehende Billakassiererin“ oder „die Oma mit dem Sparbuch“, begeistern können.

Dazwischen gibts Musik und bitterböses, politisches Kabarett. Die beiden „Willkommen Österreich“-Gagschreiber erinnern dabei an ihre Auftraggeber Stermann und Grissemann. Auf der Bühne ist Franz Stanzl die wuchtelliefernde Rampensau, die auch mit der Luftgitarre abrockt, sein Partner Martin Strecha-Derkics ist hingegen der melancholische Ruhepol, der kaum zu Wort kommt und eher als Gitarrist präsent ist. Fazit: Live sind die Gebrüder Moped zwar eher Bruder Moped mit Gitarrist und Leinwand, jedoch für medienkonsumierendes und politisch interessiertes Publikum ein Muss!

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Kreuzfahrt-Show mit Niveau

Entertainer Erwin Steinhauer und „seine Lieben“ feierten heute mit ihrer musikalischen Revue „Hand aufs Herz“ Premiere in den Kammerspielen der Josefstadt. Dabei luden sie das Publikum auf eine Kreuzfahrt ein. Das Schiff, die SM Alcatraz, geht zwar unter, doch für Hedgefonds-Besitzer und Co gibt es ein Happy End auf einer, wahrscheinlich ihrer, Insel. Steinhauer überzeugt als Erzähler und Sänger. Seine Big Band, bestehend aus Georg Graf, Joe Pinkl und Peter Rosmanith, spielt alle Register und Instrumente, egal ob Tuba, Sax, Flöte, Klavier, Schlagzeug, Percussion, Bass, Klarinette oder auch Melodica. Der Abend ist voller Wortwitz, Gesellschaftskritik, musikalischer Zitate, emotionaler Wechselspiele und Überraschungen. Fazit: Voll versenkt! Unbedingt ansehen!

Steinhauer zum Publikum: "Wissts was? Likeds me!"

Facebook-Verweigerer Erwin Steinhauer zum Publikum: „Wissts was? Likeds me!“

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Politik-Kabarett in der Kulisse

Mit seiner tagesaktuellen Programmreihe „Kabarainment“ begeistert Kabarettist Robert Mohor regelmäßig in der Wiener Kulisse sein Publikum. Auch gestern, bei der DVD-Aufzeichnung, baute Mohor jene Demonstranten ein, die noch wenige Stunden zuvor mit Bademantel bekleidet durch die Stadt zogen, um sich für mehr Lieder von Udo Jürgens einzusetzen. Auch die die österreichische Innenpolitik, der Ukraine-Krieg, der Islamische Staat und der Nahostkonflikt, Ebola und die E-Zigarette wurden thematisiert.

mohor2

In seiner Vortragsweise und Erscheinung (Glatze, Bart) erinnerte Mohor dabei manchmal an Roland Düringer. Klammert man die Lückenfüllerthemen „Sex am Strand“, „Alternativcafés“ und „Katholische Kirche“ aus, dann schaffte es Mohor, das Publikum auf höchst humorvolle und intelligente Weise zum Nachdenken zu bewegen. Und mehr kann man von einem gelungenen Kabarettabend nicht erwarten.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Gänsehaut bei „Hollywood in Vienna“

„Comedy Tonight“ lautete das Motto der heurigen Filmmusikgala „Hollywood in Vienna“ im Wiener Konzerthaus. Das ORF Radio-Symphonieorchester bot unter der Leitung von David Newman Melodien aus den Filmen „Der große Diktator“, „The Simpsons“, „The Muppets“, „Das Leben des Brian“ und viele mehr in höchster Qualität dar. Besondere Highlights waren „Glasgow Love Theme“ von Craig Armstrong aus der britischen Filmkomödie „Tatsächlich Liebe“ und das Klaviersolo von Frantisek Janoska. Gänsehaut-Feeling! Im zweiten Teil des Konzerts wurde der inzwischen 70-jährige Komponist Randy Newman mit dem Max Steiner-Preis geehrt. Völlig zu Recht, man denke an seinen „Monk“-Song  „It’s A Jungle Out There“ oder an die Freundschaftshymne „You’ve Got A Friend In Me“ aus Toy Story. Fazit: Schon jetzt kann man sich auf Hollywood in Vienna 2015 freuen. Großes Kino für Augen und Ohren!

hollywood

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

BlöZinger – Das Buch

Das Kabarettduo BlöZinger – bestehend aus Robert Blöchl und Roland Penzinger – feiert im Herbst 2014 sein zehnjähriges Bühnenjubiläum. Aus diesem Grund ist soeben ein Buch mit dem Titel „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler im Forest Verlag erschienen. Es  erzählt mit humorvollen Anekdoten von den ersten zehn Jahren der beiden CliniClowns und Kabarettisten. Dabei kommen auch Wegbegleiter wie Günther Lainer und viele mehr zu Wort. Fragen wie „War Roland wirklich Zirkusdirektor?“, „Musizierte Robert tatsächlich mit den Wiener Philharmonikern?“, „Was bitte ist die Österreichische Kabarettmatura?“ werden im Buch mehr oder weniger beantwortet.

Best of3

Mehr Infos zum Buch und eine Bestellmöglichkeit gibt es unter bloezinger.wordpress.com.

Einen Videotrailer zum Buch gibt es auf YouTube.

Lässiges Konzert im Ö1-Zelt

Es lag sicherlich nicht am Regen und am Wind, dass das Ö1-Zelt am Donauinselfest am Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt war, sondern an den hervorragenden Künstlern: Für große Begeisterung sorgte zum Beispiel die Familie Lässig, bei der Manuel Rubey zeigte, dass er lieber als Sänger statt als Moderator auf einer Bühne steht. Auch Kabarettist Gunkl bewies sein musikalisches Talent – vor allem als Saxofonist. Als Gäste waren neben Clara Luzia auch Radeschnig mit dabei: Die beiden Zwillingsschwestern boten nach dem „lässigen Konzert“ noch eine Dreiviertelstunde Kabarett auf musikalisch höchstem Niveau. Fazit: Mit Angeboten wie dem Ö1-Zelt wird das Jahrmarktspektakel auf der Donauinsel tatsächlich zum Fest.

Familie Lässig und Gäste im Ö1-Zelt am DIF2014

Familie Lässig und Gäste im Ö1-Zelt am DIF

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Ö3-Comedy als Liveshow

Gernot Kulis ist ein sympathischer Comedian – ja, auch so etwas gibt es. Sein Programm „Kulisionen“ ist aber nur bedingt empfehlenswert. Wer auf nacherzählte Telefonscherze des Callboys („Der Bademeister ist doof“), Hans-Krankl-Imitationen („Huach zua“) oder auf eine Professor Kaiser-Prüfung („Was heißt I don‘t know auf Deutsch?“ „Ich weiß es nicht.“ „Das ist aber schlecht…“) steht, wird auf seine Kosten kommen. Fazit: Für wahre Fans des Ö3-Komikers ein amüsanter Abend. Für alle anderen genügt YouTube.

TV-Aufzeichnung im Gasometer

DVD-Aufzeichnung im Gasometer Wien

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.

Sitzung voller Schüttelreime

„Bei Kälte wärmt mit Panda-Fellen zur Not sich auch Herr Van der Bellen“ oder „Fehlt einmal am Haupt das Deckhaar zählen nur noch Vieh und Hektar“ oder „Den Glückspfad weist mein Teddy mir – sooft ich mit ihm meditier“ – so lauteten drei der zahlreichen Zweizeiler bei der „Galanacht des Schüttelreims“ im Theater am Alsergrund. Die Kabarettisten Ludwig Müller, Christoph Krall und Simon Pichler schüttelten dort gestern Abend die Reime zwei Stunden lang nur so heraus. Das ist für das Publikum zwar anstrengend, aber auch sehr lustig und inspirierend. Tipp: Mitte Juni hat der „Verein der Freunde des Schüttelreims“ zwei „Sitzungen“ im Grazer Theatercafé „Hin & Wider“.

Rudi Schöller gewinnt 7. Ennser Kleinkunstkartoffel

Der Wiener Kabarettist Rudi Schöller gewann am Sonntagabend im BG/BRG Enns den beliebten Publikumspreis „Ennser Kleinkunstkartoffel 2014“. Schöller berichtete von politischen und persönlichen Krisen, von diskussionswürdigen Kosenamen in Beziehungen, vom Essen bei der Mama, von neuen Trends wie „Nordic Stalking“ und sang auch das eine oder andere Motivationslied mit seiner Gitarre.

Moderator Clemens Maria Schreiner, KKK-Sieger 2014 Rudi Schöller und Showact Michael Eibensteiner

Moderator Clemens Maria Schreiner, Kleinkunstkartoffel-Gewinner 2014 Rudi Schöller und Showact Michael Eibensteiner

Er setzte sich damit gegen die hochkarätigen Kollegen Elwood Loud, Ute & Tatiana, Franz Mario Prosch,  Michael Operschall und Bernhard Wagner durch. „Als Sieger der Ennser Kleinkunstkartoffel 2014 wird er mit seinem Programm „Was kostet die Welt“ im Herbst im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik Enns auftreten.