Das Beste von BlöZinger

Sie sind so etwas wie die österreichische Version von Laurel und Hardy: das Kabarettduo BlöZinger. Mit mittlerweile sieben Programmen begeistern die beiden Kabarettisten Robert Blöchl und Roland Penzinger ihr Publikum.  Am Freitag haben sie mit ihrem ersten Best-of-Programm „Vorzügliche Betrachtungen“ im ausverkauften Wiener Stadtsaal Premiere gefeiert. Die sympathischen Schauspieler und Clowns liefern dabei eine beeindruckende Leistungsschau ab. Sie zeigen mit großer Spielfreude, warum sie bereits zweimal beim Österreichischen Kabarettpreis ausgezeichnet wurden und jetzt sogar den Deutschen Kleinkunstpreis gewonnen haben.

Wie niemand sonst in der Kabarettbranche verstehen sie es, fast ohne Requisiten und mit perfekter Körpersprache Kopfkino zu erzeugen. Sie schlüpfen in Dutzende Figuren, wechseln diese blitzschnell und fordern damit die Fantasie des Publikums. Dazu kommen intelligenter, schwarzer Humor und clownesk-spielerischer Unfug.

blözinger auf leinwand

In der Pause werden auf der Leinwand Fotos aus BlöZingers Schaffenszeit gezeigt.

Geschichten mit Fantasie
Wie absurd ihre Geschichten sind, wird erst klar, wenn man versucht, ihre Sketche nachzuerzählen. Einmal spielen sie zwei Single-Männer, die sich auf Selbstfindungstrip im Märchenwald verirren. Später philosophieren BlöZinger als grantiger Pensionist und kiffender Zivildiener im Beisein des Sensenmanns über das Leben.  Im nächsten Sketch sind sie Zwillingsembryos, die sich im Bauch der Mutter zanken.

Dann wiederum fahren sie in einem 30 Jahre alten Fiat, der mit Kaugummi zusammengeklebt ist und mit Gasluftballons in den Himmel aufsteigt. Auf der Rückbank sitzen eine Tante mit Tourette-Syndrom, ein Lachyoga-Guru und eine Katze. Vorne zanken sich zwei ungleiche Brüder. Das Autoradio zerstört einstweilen eine Bee-Gees-Kassette. Auch im Zug sind BlöZinger unterwegs – in der Rolle eines Gangster-Duos, das im Abteil Tischtennis und Seilhüpfen spielt. Klingt schräg? Ist es auch! Aber umso lustiger.

Fazit: BlöZinger ist ein Duo, das mit seinen Geschichten in die Kabarettgeschichte eingehen wird. Unbedingt live erleben!

Buchtipp: BlöZinger – Und davon kann man leben? von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Hoppala: Nadja Maleh übt Kritik

„Was habe ich mit Steve Jobs gemeinsam? Wir sind beide Kinder eines syrischen Immigranten“, erzählt Nadja Maleh zu Beginn ihres neuen Kabarettprogramms „Hoppala!“. Und die beliebte Entertainerin bleibt – unterwartet – politisch.

„Herr Kurz, wie finden Sie die Kabarettistin Nadja Maleh? – Vielen Dank für die Frage. Ich möchte mich bedanken für die Verantwortung, die mir übertragen wird, wenn ich diese Frage beantworten soll. Ich möchte niemanden anpatzen, aber auch der Regierungspartner findet, dass unsere österreichischen Künstler und Künstler Großartiges leisten. Und auch ich möchte mich an diese Meinung halten. Natürlich ist Nadja Maleh in Ordnung, aber erst wenn sie eine Weile ins Sozialsystem eingezahlt hat. Und ich möchte hinzufügen: Nadja Maleh ist nicht Mitglied meiner Partei, ist weder meine Wehrsprecherin noch meine Kabarettistin. Sie ist auch nicht Mitglied meiner Bundesregierung, insofern ist sie auch nicht meine Angelegenheit. Außerdem habe ich die Westbalkanroute geschlossen, damit nicht weitere ungelernte syrische Kabarettistinnen ins Land kommen können…“

Ernste Botschaften lustig verpackt
Natürlich verpackt Nadja Maleh ihre Botschaften in einem bunten Programm mit schwungvollen Liedern und flachen Schenkelklopfern. Sie thematisiert Sex, parodiert YouTube-Stars und schimpft über deutsche Urlauber. Vermutlich, um das Publikum nicht abzuschrecken, das gerne lachen und unterhalten werden will. Dennoch blitzt zwischendurch immer wieder Kritik an Gesellschaft und Politik durch.

Wie etwa beim folgenden Rätsel: Ein Vater fährt mit seinem Sohn im Auto. Sie haben einen schweren Autounfall, bei dem der Vater sofort stirbt. Der Sohn wird mit schweren Kopfverletzungen in eine Spezialklinik geflogen. Die Operation wird vorbereitet. Der Chefchirurg erscheint, wird plötzlich  blass und sagt: „Ich kann nicht operieren. Das ist mein Sohn.“ –  Wer ist der Chefchirurg? (Lösung – siehe unten!)

Nadja Maleh Hoppala

Mit perfekter „Sprechtrainerinnen“-Stimme und fröhlichem Gesang widmet sich Maleh den Hoppalas seit dem Urknall bis in die (politische) Gegenwart.

Der Chefchirurg ist die Mutter. Malehs Botschaft: Gendern macht Sinn. Diese Woche hatte sie mit „Hoppala!“Premiere in der Kulisse. Auch eine neue CD ist erschienen.

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Frauen über 40 sind „esoterisch verwundbar“, sagt Pepi Hopf. Sie kaufen plötzlich aus Alufolie gebastelte Spiralen, um böse Handystrahlen abzufangen. Aber auch Männer sind Hosenscheißer – etwa, wenn sie auf fremde Klos gehen müssen. Oder sie haben Angst vor langen Wörtern. Das nennt man Hippopotomonstrosesquippedaliophobie. „Wer das Wort aussprechen kann, ist auch schon geheilt“, meint Hopf.

pepi-hopf

Pepi Hopf kochte für seine Gäste im Kabarett Niedermair Krautsuppe. Für die „Angstfreien“ gab es Ei-Aufstrich-Brote.

Der 46-jährige Kabarettist nimmt sich in seinem neuen Programm „Der Seelentröster“ dem allgegenwärtigen Thema „Angst“ an. Er sitzt dabei auf einem Barhocker und erzählt scheinbar locker lässig Anekdoten aus seinem Leben, von seiner Familie, aus seinem Heimatdorf. Doch das Programm ist gut durchdacht und behandelt eigentlich das Leben –  und wie man es meistern kann. Denn „Zu Tode gfurchten is a gstorben.“ Im Kabarett zu sitzen ist übrigens ungefährlich. Laut Google-Suche ist noch kaum jemand vor Lachen gestorben. Beim Premieren-Publikum von Pepi Hopf war es aber knapp.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Wiener Straßenbahn ohne Glasscheibe

„Herr Straßenbahn-Fahrer, es zieht…“ Großes Staunen gab es gestern, als eine Bim ohne Glasscheibe in der Nähe der U-Bahnstation Spittelau unterwegs war. Was genau passiert ist, kann nur vermutet werden. Vielleicht wollte ein Fahrgast unbedingt den kleinen roten Hammer einmal ausprobieren…

Freiluft-Bim: Dieser Straßenbahn fehlt das Glas im Fenster.

Dieser Straßenbahn fehlt das Glas im Fenster.

Mitarbeiter entfernen die Glassplitter von Gehsteig und Schienen.

Mitarbeiter der Wiener Linien entfernen die Glassplitter von Gehsteig und Schienen.

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch. 

Frustabbau auf der Universität

Ein neues Semester steht vor der Tür. Höchste Zeit, am schwarzen Brett der Universität Wien wieder Platz für neuen Mist zu machen. Das dachte sich wahrscheinlich auch ein Uni-Mitarbeiter (?) mit Hang zur Aggression und säuberte die Wand im Schnellverfahren:

Ohne Rücksicht auf Verluste: So muss eine Plakatwand gesäubert werden!

Ohne Rücksicht auf Verluste: So muss eine Plakatwand gesäubert werden!

Buchtipp: “Pater Martin” –  Lustige und spannende Kurzgeschichten
über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch.