„Flo und Wisch“ gewinnen Ennser Kleinkunstkartoffel

Wenige Stunden vor der Oscar-Verleihung ist am Sonntag in der Stadthalle Enns die Kleinkunstkartoffel 2015 vergeben worden. Heuer konnte das Kabarettduo „Flo und Wisch“ mit seiner zehnminütigen Showeinlage das Publikum überzeugen und „den renommiertesten Kabarettpreis der Stadt“ für sich gewinnen. „Flo und Wisch“ begeisterten zum einen mit originellen Wortspielen (mit Enns-Bezug), aber auch mit bitterböser Innenpolitik-Satire in musikalischer Form. „Wir freuen uns sehr über den Preis“, sagten die beiden Kabarettisten David Krammer und Florian Roehlich bei der Veranstaltung sichtlich erleichtert. „Denn bis jetzt sind wir bei Wettbewerben immer Zweiter geworden. Einmal mussten wir uns sogar einem Hund geschlagen geben.“

Doch auch die anderen fünf teilnehmenden Kabarettisten boten dem Publikum mit ihren Kurzauftritten ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm. Während Matthias Kleinart seine Sepp-Forcher-Parodie zum Besten gab, Gino Cultura als österreich-italienischer Sprachjongleur mit beschrifteten Schildern Sympathie erntete, Gerhard Gradinger das Publikum mit Halbwahrheiten aus seinem Beziehungsleben zum Lächeln brachte und Leopold Toriser mit außergewöhnlichen Zeichnungen auf dem Flipchart das Publikum überraschte, sangen sich Mini & Claus mit schrägen Texten zu durchaus bekannten Melodien in die Herzen der rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Kammerhofer sorgt für Lachkrampf

Außer Konkurrenz – und das völlig zu Recht – standen an diesem Abend auch Clemens Maria Schreiner als Moderator und Theaterkabarettist Walter Kammerhofer als Showact auf der Bühne. Während Schreiner gekonnt, spontan und höchst sympathisch durch den Abend führte, bot Kammerhofer dem Publikum locker-lässig einen halbstündigen Dauerlachkrampf. Und zwar indem er erzählte, wie er – als frischer Single – nach Jahrzehnten versucht, alleine in einem Supermarkt einzukaufen – und dabei mit Einkaufswagerl und Hausverstand kämpft.

Flo und Wisch

Walter Kammerhofer, KKK-Sieger 2015 Flo und Wisch, Clemens Maria Schreiner

Neue Livetermine von Schreiner und „Flo und Wisch“

„Flo und Wisch“ sind als Gewinner der Ennser Kleinkunstkartoffel 2015 im Oktober im Kulturzentrum d’Zuckerfabrik mit ihrem neuesten Programm zu sehen. Clemens Maria Schreiner ist bereits im April bei der Langen Nacht des Kabaretts wieder in Enns zu Gast. Gemeinsam mit Paul Pizzera, Otto Jaus und Petutschnig Hons werden sie die Stadthalle rocken. Karten gibt es bei Ö-Ticket.

Die bisherigen Kleinkunstkartoffel-Gewinner sind: BlöZinger (2008), Klaus Bandl (2009), Michael Eibensteiner (2010), Andy Sauerwein (2011), Fii (2012), Gerafi (2013), Rudi Schöller (2014). Veranstaltet wird der Kabarettpreis vom Kulturverein Pa-Events jedes Jahr im Februar.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Papierkunst aus alten Büchern

Von seiner kreativen Seite zeigt sich die öffentliche Bibliothek Enns bei ihrer Schaufensterdekoration. Für das Lesen und Ausborgen wird mit Bücherskulpturen geworben, die äußerst dekorativ aussehen. Mehr Buchskulpturen gibt es übrigens hier, ein Video über Book Art gibt es hier, Anleitungen zum Selbermachen zum Beispiel hier und bereits gefaltete Bücher zum Kaufen gibt es unter anderem hier.

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Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Schweinchen im Teletext

Pixelkunst gab es bereits im Vorjahr im ORF Teletext zu sehen. Damals gestalteten 18 Künstler beim internationalen Teletext Art Festival (ITAF) jeweils eine Seite. Dabei hatte jeder Künstler nur 24 Zeilen und 39 mögliche Zeichen in sechs Farben plus Weiß und Schwarz zur Verfügung. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Auch das neue Jahr startete der Teletext mit einer Grafik. Vor allem das grüne Kleeblatt ist großartig!

Mit Schweinchen und Glücksklee ins Jahr 2015

Mit Schwein und Glücksklee ins Jahr 2015

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Satire als humorvolles Hörspiel

Der Profil-Leserschaft sind die humorvollen und bitterbösen Satire-Kolumnen von Rainer Nikowitz wahrscheinlich bestens bekannt. Um den Texten zusätzliche Aufmerksamkeit zu geben, veranstaltete Kabarettist Florian Scheuba nun gemeinsam mit Nikowitz im Rabenhof Theater mehrere gemeinsame Lesungen unter dem Titel „Land in Sicht“. Fazit: Fans von Faymann, Fellner, Strasser, Grasser, Stronach, Mensdorff-Pouilly, Putin, Pröll, Rosenkranz und Co hatten an diesem Abend nichts zu lachen. Alle anderen schon!

Humorvolles Hörspiel mit Nikowitz und Scheuba

Hörspiel mit Nikowitz und Scheuba

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Entspannung mit Mozart

Die Antwort auf die Frage „Wie lange dauert es?“ gehört für viele zu den Hauptkriterien, ob sie ein Konzert besuchen oder nicht. Die Messe in c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart macht einem die Entscheidung leicht. Eine gute Stunde lässt es sich auf jeder Kirchenbank aushalten. Noch dazu, wenn das Werk vom Chor Ad Libitum und dem Ensemble Sonare Linz und der Leitung von Heinz Ferlesch aufgeführt wird, wie dies am Samstagabend in St. Valentin der Fall war. Großartig auch die Solisten Maria Erlacher, Simone Vierlinger, Richard Klein und wahrscheinlich auch Matthias Helm (Der Bass hatte nicht wirklich viel zu tun in dieser Messe). Fazit: Eine Stunde Entspannung und Genuss.

Mozarts c-Moll-Messe in der Kirche Langenhart

Mozarts c-Moll-Messe in der Kirche Langenhart

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

GameBoy-Abenteuer mit Gerafi

„Zongo – Liebe ist doch analog“ heißt das neue Kabarettprogramm von Gerald Dell’mour und Rafael Wagner. Als Duo Gerafi erzählen sie die Science-Fiction-Geschichte des Journalisten Frank Future, der das Geheimnis hinter „Zongo“ aufdecken will. Dabei handelt es sich um ein Computerprogramm, das über Antennen in die Köpfe der Menschen eingepflanzt und mit dem Internet verbunden ist.

Gerafi kritisieren den Smartphone-Social-Media-Selbstdarsteller-Wahnsinn.

Gerafi kritisieren den Smartphone-Social-Media-Selbstdarsteller-Wahnsinn.

Gerafi bieten dem Publikum zwei Stunden lang GameBoy-Musik, Pappkarton-Kostüme, Gesang, Rap, Musical, Tanz, Puppentheater und Schauspiel in bewusst übertriebener Form. Fazit: Unter Kabarett stellt man sich etwas Anderes vor. Gerafi präsentieren eher eine „All inclusive“-Theaterkomödie, eine rasante, überladene Leistungsschau mit höchstem Aufwand. Das ist – wahrscheinlich eher für junges Publikum – abwechslungsreich und zumeist sehr unterhaltsam.

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Bärenjagd in Brigittenau

Sehr skurril: Man könnte glauben, dass man in der Jägerstraße in Brigittenau vor wilden Tieren sicher ist. Falsch gedacht, denn gerade dort kann es einem als Nachtschwärmer passieren, dass man plötzlich einem riesigen Bären gegenübersteht 🙂

Bär

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Eckel in intimer Gesellschaft

Wenn große Kabarettisten in kleinen Theatern auftreten, ist die Stimmung einzigartig. So auch gestern, als Klaus Eckel im Theater am Alsergrund sein Programm „Weltwundern“ zum Besten gab. Im Publikum saßen auffällige Deutsche, besserwissende Lehrer und eine Seniorenrunde, die sich als „Gruppe Intim“ vorstellte. Gut möglich, dass man in so einer Situation als Kabarettist die Bühne sofort wieder verlassen möchte – oder sich wünscht, wieder in großen Häusern zu spielen, wo mehr Abstand zum Publikum besteht. Aber Eckel blieb und baute die auffälligen Gestalten immer wieder gekonnt in seine Show ein. Fazit: Klaus Eckel ist ein Kabarett-Knüller. Er liefert Wortwitze, skurrile Gedanken und (spontane) Pointen im Sekundentakt, breitentauglich und doch hintergründig.

Klaus Eckel füllt die deutschsprachigen Kleinkunstbühnen - völlig zurecht!

Klaus Eckel füllt die deutschsprachigen Kleinkunstbühnen – völlig zu Recht!

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Angst um Otto Schenk

Das Theater in der Josefstadt zeigt derzeit das Stück Liebelei von Arthur Schnitzler. Das etwas ältere und stets hustende Publikum bekommt von Alexandra Liedtke eine minimalistische und großartig besetzte Inszenierung geboten. Florian Teichtmeister spielt Fritz, der im Duell getötet wird. Alma Hasun verkörpert seine (naive) Geliebte, Otto Schenk ihren gütigen Vater. Fazit: Keine Frage, Schenk ist großartig, doch hat man stets Angst, dass der 84-Jährige gleich von der Bühne kippt und nicht mehr aufsteht. Das Stück selbst wird spannend-gefühlvoll erzählt und hätte sich jüngeres Publikum verdient.

...aber wegen Otto Schenk in die Josefstadt

…aber wegen Otto Schenk in die Josefstadt

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.

Wahrheiten über die Theaterbranche

Die beiden Schauspielerinnen Ute und Tatiana ziehen in ihrem ersten Kabarettprogramm „Nein, wir nehmen sie nicht!“ über die Film- und Theaterbranche her. Sie erzählen unterhaltsam von mühsamen Operndiven, verwirrten Regisseuren, arroganten Max-Reinhardt-Seminar-Absolventen, fragwürdigen Castings, Stimmübungen und Proben. Eigentlich genug Stoff für einen lustigen Abend. Doch leider füllen sie die Überleitungen mit Vegetarier-, Zahnarzt-, AMS- und ÖBB-Witzen. Fazit: Flop, wenn Witze bemüht in Dialogform dargeboten werden. Top, wenn es um ihre Branche, das Theater, geht, wenn chinesisch auf der Bühne gesprochen wird und wenn Romeo und Julia auf Facebook miteinander flirten. Die Vorfreude auf das zweite Programm ist groß. Potenzial wäre da, dass aus Ute und Tatianas „Enments“ künftig Engagements werden – mit Gage eben.

Tatiana und Ute @ Area Wien

Tatiana und Ute zeigen Spielfreude und schauspielerisches Können im Theatercafé Aera

Buchtipp: „BlöZinger – Und davon kann man leben?“ von Florian Kobler – ein humorvolles Taschenbuch über das schrägste Clown- und Kabarettduo Österreichs.