Wiens schönste Stiege

San Francisco hat seine Lombard Street, Wien dafür seine Strudlhofstiege. Die Jugendstil-Anlage am Alsergrund ist längst so etwas wie eine Touristenattraktion. Die gebogenen Wege, die rauschenden Brunnen und alten Laternen beeindrucken. Sie befindet sich neben der amerikanischen Botschaft – zehn Gehminuten von der U6-Station Währinger Straße. Die Strudlhofstiege inspirierte sogar Künstler wie den Schriftsteller Heimito von Doderer:

Wenn die Blätter auf den Stufen liegen
herbstlich atmet aus den alten Stiegen
was vor Zeiten über sie gegangen.
Mond darin sich zweie dicht umfangen
hielten, leichte Schuh und schwere Tritte,
die bemooste Vase in der Mitte
überdauert Jahre zwischen Kriegen.
Viel ist hingesunken uns zur Trauer
und das Schöne zeigt die kleinste Dauer.

Beeindruckendes Fotomotiv – die Strudlhofstiege im neunten Bezirk
Ein Fisch spendet Wasser, leider aber kein Trinkwasser.
Die Anlage erinnert an Otto Wagners Stadtbahnbauten

Albertina-Stiege als Kunstobjekt

Die Stiege zur Albertina dient mit neuem Kunstmotiv wieder als Fotomagnet für Touristen. Das gezeigte Werk ist von László Moholy-Nagy und heißt „Ungarische Felder, 1919“. Das Original, ein 40×60 Zentimeter großes Ölgemälde auf Leinwand, ist in der Albertina natürlich ausgestellt. Bereits 2011 wurde der Stiegenaufgang des Museums als werbewirksame Ausstellungsfläche genützt. Damals wurde Claude Monets Seerosenteich als XXL-Gemälde auf die Stiegen geklebt.

Albertina Stiege

Kunst

Update: Seit April 2013 schmückt eines der berühmtesten Gemälde der Kunstgeschichte die Außentreppe der Albertina: Claude Monets Seerosenteich. Leider wird das Bild durch einen Werbeschriftzug verschandelt.

Seerose

Buchtipp: Pater Martin: Helfen. Lachen. Freude machen – Lustige und spannende Kurzgeschichten über die Abenteuer eines Franziskaners.