Hader und das Kabarett: „Als wäre es nichts Besonderes“

Eine Laudatio auf Josef Hader zu halten ist – vorsichtig ausgedrückt – eine Herausforderung. Kabarettist Hosea Ratschiller wurde beim Österreichischen Kabarettpreis 2022 gebeten, genau das zu tun. Er musste „das teuflische Genie“ Josef Hader „gratis loben“, obwohl der Ausgezeichnete bei der Verleihung selbst nicht einmal anwesend war!

Ratschiller erzählte, dass „Josef“ immer wieder in „verrauchten, versifften Comedykellern“ auftaucht, um sich junge Kolleginnen und Kollegen anzuschauen. Warum? „Weil er sich für seinen Beruf interessiert!“ Diese Niederschwelligkeit und auch das Tiefstapeln sei generell typisch für diese Form der Kleinkunst. „Kabarett lebt davon, dass wir so tun, als wäre es nichts Besonderes.“ Ratschiller ist überzeugt: Josef Hader könnte in weit größeren Sälen spielen und 120 Euro für eine Karte verlangen. Aber er macht das nicht, „weil er seinen Beruf mag und lieber für ein Publikum spielt, als für eine Zielgruppe.“

Die Gewinner des Österreichischen Kabarettpreises 2022: Josef Hader (Hauptpreis), Malarina (Förderpreis), Berni Wagner (Programmpreis), Science Busters (Publikumspreis).

Tipp: Die Verleihungsgala des Österreichischen Kabarettpreises samt Hosea Ratschillers Laudatio auf Josef Hader ist (stark gekürzt) aktuell in der ORF-TVthek zu sehen.

Fakten über Clemens Maria Schreiner

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren nahm Clemens Maria Schreiner Schauspielunterricht. Steht auf Wikipedia. Es wird schon stimmen – immerhin hat Schreiner den Eintrag einst selbst verfasst. „Seither haben ihn mehrfach Leute bearbeitet und es interessiert mich wirklich, wer das war.“ Seine Fans haben etwa ergänzt, dass Schreiner vor 13 Jahren seine erste Filmrolle in „Lilly Schönauer – Liebe gut eingefädelt“ hatte. „Das hätte ich zum Beispiel nicht eingetragen. Autsch. Aber mir war bei dem Film natürlich damals schon klar, dass ich einmal so erfolgreich sein werde, dass ich so Jugendsünden brauche“, schmunzelt Schreiner.

Schreiner wollte schon früh Kabarettist werden. Vernünftige Sachen machten ihm keinen Spaß. „Mein Kollege Peppi Hopf hat einmal gesagt: Man kann super leben vom Kabarett, du hast halt nichts zu essen.“ Schreiner schätzt im Kabarett die „völlige kreative Kontrolle“. „Der Nachteil ist, man kann sich auf niemanden ausreden. Aber ich kann den Text schreiben, wie ich glaube und spielen, wie ich glaube – und wenn ich nach zwei Monaten sage, ich probiere es anders, muss ich maximal schauen, dass die Stichworte für den Techniker passen – das ist schon sehr luxuriös.“

Clemens Maria Schreiner gewinnt im „Corona-Jahr“ 2020 den Österreichischen Kabarettpreis

Seit heute ist bekannt, dass der 31-Jährige den Österreichischen Kabarettpreis 2020 (Hauptpreis) erhält! Es ist der erste große Preis für Schreiner seit 15 Jahren. Damals bekam er als bis dato jüngster Gewinner den Grazer Kleinkunstvogel. „Ich bin sehr selektiv in der Annahme von Preisen“, erklärt Schreiner. Fakt ist eher, dass er bei Kabarettpreisen lieber moderiert als teilnimmt – und in den vergangenen Jahren acht hervorragende Programme abgeliefert hat. Das jüngste trägt den Titel Schwarz auf Weiß. Parallel dazu entstand die ORF-Unterhaltungsshow „Fakt oder Fake“, für die Schreiner als Moderator angefragt und nach einem „dreistufigen Castingprozess“ ausgewählt wurde.

Noch ein Fakt: Clemens Maria Schreiner ist kein Künstlername, sondern steht tatsächlich so in seiner Geburtsurkunde. Seinen Eltern habe der Klang gefallen. „Der Name funktioniert ganz gut. Sonst könnten die Leute nicht immer Claus Maria Schreiner sagen und da wäre es schade drum.“