Neben dem Porgy & Bess und dem Jazzland gibt es in Wien noch einen weiteren spannenden Jazz-Club – das Zwe in der Floßgasse 4. Ein kleines Kellerlokal mit täglichen Konzerten. Bei der Jam Session am Mittwoch war das Lokal gesteckt voll. Unglaublich, wie viele Menschen im musikalischen Untergrund Platz haben – und sich wohlfühlen!
Livemusik aus nächster Nähe – mit Thomas Kugi, Oliver Kent, Uli Langthaler und Dusan Novakovic.
Das hat Spaß gemacht! Singer-Songwriterin Eli Preiss hat am Sonntagabend im Wiener Konzerthaus gezeigt, wie großartig R&B mit deutschen Texten sein kann. Der Sound im Berio-Saal war top, Gitarist Luarr und DJ Mark aka tschickgott heizten die Stimmung an. Höhepunkte waren Lieder wie „Party mit mir selbst“ oder „(von hier bis) Tokio“.
Kurzweilige Show mit Lichtermeer – Eli Preiss im Konzerthaus-Keller
50 Uraufführungen stehen heuer bei „Wien Modern“ auf dem Programm, dem Festival für neue Musik. Als Sujet sind Glanzwürmer zu sehen, die einen Knäuel bilden. „Es geht um das Gemeinsame“, erklärt Festivalleiter Bernhard Günther. Insgesamt bespielt das Festival heuer 28 Orte – vom Palmenhaus, Musikverein, Konzerthaus, Secession bis zur Ruprechtskirche – und verspricht neue Klangerfahrungen. Bernhard Günther dazu: „Meine Oma hat immer gesagt: Man wird alte wie eine Kuh, aber lernt immer dazu.“
Bernhard Günther im Brahms-Saal des Wiener Musikverein
Die 62. Viennale ist eröffnet! Österreichs größtes Filmfestival zeigt bis Ende Oktober rund 230 Filme in fünf Wiener Kinos. Viele davon wurden bereits auf anderen internationalen Festivals ausgezeichnet. „Es ist ein sehr politisches Programm. Wir zeigen die besten Filme des Jahres“, sagt Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi. Das zeigte bereits der 42 Minuten kurze Eröffnungsfilm „C’est pas moi“ von Leos Carax im Gartenbaukino.
Die Viennale wurde im Gartenbaukino eröffnet. Das Sujet ist heuer eine Meeresalge.
Erich Kästners Kinderbuchklassiker „Emil und die Detektive“ ist aktuell im Wiener Renaissancetheater zu sehen. Gemacht für Kinder ab sechs Jahren, aber die Fassung von Sarah Caliciotti und Frank Panhans (Regie) macht auch Erwachsenen großen Spaß. Von der Zugfahrt bis zur Verfolgungsjagd des Diebes – eine flotte, humorvolle und aufwändige Inszenierung. Schön, wenn Kindertheater ernst genommen wird!
Großartiges Ensemble im Renaissancetheater in der Neubaugasse
„Aus Fehlern wird man klug – wenn man vorher deppert genug war.“ Kabarettist Clemens Maria Schreiner ist in seinem neuen Programm „Fehlerfrei“ der Ideallinie im Leben auf der Spur. Perfektion ist gefragt – wie im Sport. „Beim 400 Meter-Hürdenlauf sagt auch niemand: Danke Hürde, dass ich an dir wachsen darf.“ Information hilft, Fehler zu vermeiden! Zumindest reden uns Influencer ein, dass wir es alle bis ins Level 100 schaffen können. Genauso die neue KI-Brille, die sogar die Schuhgröße von Julius Cäsar weiß. („XL! Oder doch eher 40?“).
Als Papa einer Tochter will Schreiner natürlich keine Fehler machen. Er liest deshalb die Kinderbücher vorab – und erkennt die Wahrheit hinter „Benjamin Blümchen“ und „Briefe von Felix“. Und er lässt die KI-Brille schwierige Kinderfragen beantworten. („Warum kommt der Bu schneller raus, wenn ich gleichzeitig niese?“) Schließlich endet alles in einer großen Kindergarten-Verschwörung. Fazit: Ist Clemens Michael Schreiner fehlerfrei? Es ist sein bisher persönlichstes Programm – kein Fehler, sich das anzuschauen!
„Fehlerfrei“ im Kabarett Niedermair: Ein neues Level für Clemens Maria Schreiner
Eine U-Bahn-Station als Pflanzenwelt – so die Idee von Marianne Vlaschits. Die Wiener Künstlerin hat die Auf- und Abgänge der U6-Station Burggasse mit gemalten, grünen Pflanzen verschönert. Es handelt sich um „architektonische Ornamente aus dem historischen Stadtbahn-Design von Otto Wagner“, sagt die Künstlerin. 200 Quadratmeter umfasst ihr „Herbarium“ – für Kunst im Öffentlichen Raum Wien (KÖR).
Begrünung für die braune Linie U6 – Marianne Vlaschitz „Hebarium“
Der Zirkus Roncalli gastiert gerade mit seiner neuen Show „Art ist Art“ am Wiener Rathausplatz. Vor der Premiere ließ Direktor Bernhard Paul mit einer Anekdote aufhorchen: Um zu beweisen, dass andere Zirkusse die Zitate seiner Roncalli-Plakate kopierten, erlaubte er sich einen Scherz. Er schrieb den Satz „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“ dem berühmten „Charlie Chaplin“ zu. Natürlich wurde das falsche Chaplin-Zitat weltweit kopiert. „Man kann es inzwischen sogar als Tapete und T-Shirt kaufen“, lacht der Zirkusdirektor.
Charlie-Chaplin-Tänzer der „Adem Crew“ im „Art ist Art“-ProgrammRoncallis falsches Chaplin-Zitat: „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“Tochter Lili Paul-Roncalli bei ihrer neuen „Salvador-Dali“-Nummer für Wien
Tereza Hossa ist etwas Besonderes – sagen ihre Eltern. Sie ist jedenfalls Tierärztin und Kabarettistin. Bei Dates verrät sie aber meistens nur einen Job. Ihr Gegenüber ist schon damit überfordert, dass sie überhaupt arbeitet. In ihrem neuen Programm „Tagada“ erzählt Dr. Hossa aus ihrem pointenreichen Leben. Von der Geburt („Warum schreit die so?“) zur Großtierärztin („Männer finden es cool, dass ich Kühe fiste!“) bis zur Kabarettistin („Linke Männer haben auch eine Existenzberechtigung“).
Definitv etwas Besonderes sind ihre Erlebnisse am Land. Wo Männer im Suff auf Katzen schießen und man gegen die Langweile „entweder rechtsradikal wird oder einen Verein gründet“. Hossa schreckt nicht davor zurück, gegen Hundewelpen und Achselhaare zu argumentieren – und dreht so manche Rolle um. So verschickt sie stolz Nacktfotos und versteht nicht, warum sie kein Recht auf Geschlechtsverkehr hat. Fazit: Wenn Dr. Hossa ordiniert, geht das auf die Lachmuskeln! Keine Wartezeit bei den Pointen.
Eine Sache allein kann niemals alle Probleme lösen, weiß Dr. Hossa. „Zum Beispiel ein Mann.“
Die Anschlagspläne und die damit verbundene Absage der drei Stadionkonzerte von US-Superstar Taylor Swift in Wien waren ein Schock, die Enttäuschung und Trauer bei den jungen und teils weit angereisten Fans riesig. Doch dann organisierten sich die „Swifties“ selbst – und machten das Beste daraus: Sie trafen sich in der Stadt, um Freundschaftsbänder auszutauschen, ihre Eras-Outfits zu präsentieren und gemeinsam zu singen. Vor allem in der Corneliusgasse im 6. Bezirk und beim Stephansplatz. Tausende kamen zusammen, um das Konzert quasi nachzusingen – mit Choreographien und viel Freude! Die berührenden Bilder davon gingen über Instagram und TikTok um die Welt!
Tabby-Kunstwerk, Swiftie-Massen in der Corneliusgasse und am Stephansplatz
Auch die Stadt Wien, viele Lokale und Institutionen versuchten die Swifties mit Aktionen und freien Eintritten aufzumuntern. Es gab aber auch private Initiativen. Der Wiener Street-Art-Künstler Tabby etwa sprühte ein Schablonenbild von Taylor Swift mit dem Text „Spread love, not hate“ am Donaukanal – und verschenkte mehr als 50 Kunstwerke: „Damit sie ein positives Erlebnis hier in Wien haben.“