Vogel-Reihenhäuser in Wien

Eine Stadt an Vogelhäusern sorgt für Aufsehen: In der Kundmanngasse im 3. Wiener Gemeindebezirk hat der Künstler Josef Bernhardt im Jahr 2017 zahlreiche Nistkästen aufgestellt. „Warten auf Vögel IV“ heißt die Intervention. Ein Spiel zwischen Stadt und Natur.

„Bewohnbare“ Nistkästen in der Kundmanngasse 30.

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Elli Bauers Angst-Seminar

Wer sich Karten für Elli Bauers neues Kabarett „fAngst?“ kauft, bucht eigentlich ein Seminar. Inklusive Publikumsinteraktion bei Saallicht! Ausgerüstet mit Ball und Bügeleisen sowie Plakaten und Karten auf den Sitzplätzen unterteilt Bauer die Menschen – mit Augenzwinkern – in zwei Kategorien: Die „EBNIPs“ (Es braucht nur irgendwas passieren!) und die „WSDPs“ (Was soll denn passieren?). Angst, Peinlichkeit, Gruppenzwang und Überforderung werden aufgefangt, weggetanzt und übersungen. Und genau in diesem Setting teilt Bauer Sorgen, Gedanken und Anekdoten aus ihrem Leben als Halbschottin und Kabarettistin. Dabei streut sie auch noch Fakten ein – wie etwa: Der Plural von Penis ist Penes. Ein Penis, zwei Penes. „Wenn ihr euch nichts merkt aus dem Programm, dann wenigsten das…“ Fazit: Wenn nur jedes Seminar so erkenntnisreich und lustig wäre! Hingehen! „Was soll denn passieren…“

Furchtlos wie eine Stadttaube? Elli Bauer begeistert im Kabarett Niedermair

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Falco-Fans singen im Musical

Mitsingen im Musical ist ja eher verpönt. Eine Ausnahme war die „Sing Along“-Vorstellung von „Rock Me Amadeus – das Falco Musical“ im Ronacher. Dabei wurde das Publikum dazu animiert, lautstark mitzusingen. Statt englischer Untertitel wurden die Liedtexte angezeigt. Außerdem gab es ein Mitmachprogramm (Selfie beim „Egoist“, Nicht umdrehen beim „Kommissar“, Handy-Lichtermeer, Fahnen schwenken…). Ein interaktiver Spaß für das Musical-Stammpublikum!

Fotografieren war bei „Falcos Las-Vegas-Hochzeit“ ausdrücklich erwünscht.

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Bemalte Fächer im Miniaturenkabinett

Als Witwe hat Maria Theresia im Schloss Schönbrunn einen Erinnerungsort geschaffen – das Miniaturenkabinett. Darin sind mehr als fünfzig Bilder ausgestellt – gezeichnet unter anderem von ihrem Mann Franz Stephan und ihren Töchtern. Auch bemalte Fächer sind zu sehen. Aktuell wird das kleine Kabinett neben dem „Millionenzimmer“ restauriert.

Die Werke belegen die zeichnerische Begabung der Familie.

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Steampunk-Zirkus zum Staunen

Der Cirque du Soleil ist bis Mitte Mai mit seiner Show „Kurios“ in Neu-Marx zu Gast. Die Floskel „Eintauchen in eine andere Welt“ trifft hier tatsächlich zu. Das Steampunk-Konzept zieht sich vom Bühnenbild bis zu den Kostümen durch. Die Akrobatik und vielen kuriosen Ideen sind zum Staunen und Lachen. Große Empfehlung!

50 Athletinnen und Athleten aus aller Welt treten auf.
Das Grand Chapiteau bietet Platz für mehr als 2.500 Gäste.

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Licht-Blumen im Stadtpark

Mit riesigen Projektionen verwandelt Künstlerin Victoria Coeln den Wiener Stadtpark zwei Monate lang in eine Lichtlandschaft. Zu sehen sind sieben Blumen, die für sieben starke Frauen aus Operetten von Johann Strauss stehen. Wer will, kann sich mit dem Handy – mittels Augmented Reality – in das Kunstprojekt vertiefen.

Roland Geyer (Strauss-Jahr), Lichtkünstlerin Victoria Coeln und Kabarettistin Aida Loos im Stadtpark.

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Romeo Kaltenbrunner wird zum Hendl

„Wenn die Welt komplexer wird, werde ich wieder zum Hendl“, sagt Romeo Kaltenbrunner. In seinem zweiten Soloprogramm „Heimweh“ denkt der Kabarettist zurück an seine Kindheit am Land. Doch so einfach und idyllisch war es damals im kleinen Gehege auch nicht. Zumindest nicht für einen Jugendlichen ohne Vater – und dunkler Hautfarbe. Wobei – Kaltenbrunner nimmt seine Erfahrungen mit den Dorf-Nazis, der Polizei und den Eltern seiner Jugendliebe österreichisch locker.

Weil er mit komplexen Antworten nichts anfangen kann, entscheidet er sich für eine technische Ausbildung. „Ich will Eindeutigkeit. Geht – oder geht nicht. Was anderes interessiert mich nicht.“ Jetzt lebt er im siebten Bezirk in Wien und verbringt seine Zeit auf TikTok und Netflix, anstatt Eigentum zu schaffen oder für die Demokratie zu kämpfen. Aber auch die Generation vor ihm hat keine großen Errungenschaften vorweisen, sagt Kaltenbrunner. Vor allem alte Männer, die einem heute Verweichlichung vorwerfen, können ihren Pflegerinnen im Altersheim keine Geschichten von harten Zeiten erzählen. „Den einzigen Krieg, den die hatten, war der Straßenverkehr. Deswegen sind die auch so wütend!“ Aber Kaltenbrunner ist sich sicher, dass die heutige Jugend bald wieder etwas zu erzählen haben wird. „Der Russe steht vor der Tür, die Nazis haben wir schon im Haus.“

Ein Mikro und gute Pointen: Romeo Kaltenbrunner im Kabarett Niedermair:

Fazit: Das Land- und Stadtleben in Österreich, Rassismus und Radikalisierung: Romeo Kaltenbrunner hat definitiv viel zu erzählen! Wütend steht er auf der Bühne und haut mit Leichtigkeit eine Pointe nach der anderen raus! Große Empfehlung!

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„Sleep“ mit Max Richter in Wien

Meistens gilt Schlafen im Theater oder Konzert als eine Form von Kritik. Nicht so bei Max Richter. In der Nacht auf Sonntag gab der britische Star-Komponist seine „Sleep“-Performance im Wiener Arsenal zum Besten. Mehr als acht Stunden lang musizierte er mit Ensemble auf einer Bühne im Malersaal. Für das Publikum wurden 200 Feldbetten aufgestellt. Wer wollte bzw. konnte, schlief. Ein intensives Erlebnis!

Freude mit Sleep: Max Richter und sein Ensemble
Wellness oder Lazarett? Sonnenaufgang im Arsenal

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Amadeus: Sodl gewinnt FM4-Award

Zum 25. Mal wurden die Amadeus Austrian Music Awards vergeben! Zum ersten Mal nicht im Wiener Volkstheater, sondern in der riesigen Marx-Halle. Den Lebenswerk-Preis bekamen die Seer („Wir sind jetzt Legenden!“), den FM4-Award erhielt die 21-jährige Sängerin Sodl. Bei der Show performte sie ihr Lied „I am a Woman“ und sagte dazu: „Ich habe darin die Unsichtbarkeit verarbeitet, die man als Frau oft spürt. Und ich hab mir gewünscht, dass man ein bisschen ernster genommen wird.“

ESC-Starter JJ und die AAMA-Preisträger Sodl, Rian und Oska.

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Lugner-Denkmal von Alec Monopoly

„Es passt zu meinem Charakter! Mr. Monopoly sieht wie jemand aus, der am Opernball geht“, erklärt Alec Monopoly. Der US-amerikanische DJ und Street-Art-Künstler war heuer Stargast von Jaqueline Lugner am Wiener Opernball – und bemalte ihrem Vater zu Ehren die Fassade der Lugner City.

Alec Monopoly bemalte medienwirksam die Lugner City.

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