In Wien läuft gerade eine Werbekampagne mit dem Slogan „Ist Krapfen Kunst“. Dafür wurden österreichische Künstlerinnen und Künstler eingeladen – wie Frau Isa und Boicut – das Stadtbild zu verschönern. Zusätzlich werden am Faschingsdienstag im Kunstforum Wien Krapfen-Kunstwerke zugunsten der WE/ME-Foundation versteigert.
Mural-Art von Frau Isa auf der Landstraßer HauptstraßeDie Kunst-Krapfen von Boicut sind in ganz Wien plakatiert
Am Wiener Reumannplatz sorgte eineinhalb Jahre lang ein „schlafendes Pferd“ für Verwunderung. Nun wurde es abtransportiert. Die Statue vom Künstlerduo Heike Mutter und Ulrich Genth soll künftig in Chemnitz in Deutschland zu sehen sein.
Das unheroische „schlafende Pferd“ war ein Projekt von „Kunst im öffentlichen Raum Wien (KÖR)“.
Die kolumbianische Künstlerin Tinta del Rio hat die U2-Baustelle auf der Mariahilferstraße in Wien mit einer bunten Tropenlandschaft verschönert. Tagsüber gehen ihre Bilder im Trubel unter. Aber in der Nacht werden sie beleuchtet und sind ein Blickfang.
Strabag und Calle Libre ließen eine Baustelle mit Street-Art von Tinta del Rio verdecken
Eigentlich ist Künstler Tabby für seine Street Art bekannt. Nun lädt er zur Schnitzel-Ausstellung in die Wiener Innenstadt. Zu sehen sind dort mehr als 20 echte, getrocknete und gerahmte Schnitzel. Vom Wirtshaus- bis zum Diskonter-Tiefkühl-Schnitzel. Warum? „Das Schnitzel ist ein österreichisches Wahrzeichen“, sagt Tabby. Und oft ein „handgemachtes Kunstwerk.“
Schnitzekunst von Figlmüller, Lugeck und McDonalds
Das Wiener Funkhaus soll umgebaut und saniert werden. Bis es soweit ist, ziehen rund hundert Künstlerinnen und Künstler ein. Aus den ehemaligen Studios und Büros von Radio Wien und Ö1 werden Ateliers und Proberäume. Die Zwischennutzung läuft bis voraussichtlich Sommer 2025 und wird über den Verein „Never At Home“ organisiert.
Empfang im Funkhaus in der Argentinierstraße. Der ORF betreibt hier noch das Radiokulturhaus, das Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) und die historischen Studios.
Am Ende des Zweiten Weltkrieg ist Gustav Klimts Skandal-Meisterwerk „Die Medizin“ im Schloss Immendorf verbrannt. Seither gab es nur Skizzen, Schwarz-Weiß-Fotos und kaum Farbinfos. Nun hat das Belvedere mit Google Arts & Culture das Bild mithilfe von Künstlicher Intelligenz rekonstruiert. Die MedUni Wien zeigt das Ergebnis auf der Fassade des Anna Spiegel Forschungsgebäudes neben dem AKH.
Zu viel Nacktheit, zu viel Leid: Das Fakultätsbild „Die Medizin“ sorgte 1901 für große Empörung
„Street Art soll nicht nur schön sein, es kann auch Schönes bewirken“, sagt Künstlerin Frau Isa. Mit einem Bild am Donaukanal unterstützt sie das neunerhaus. Die Wiener Sozialorganisation hilft obdachlosen, wohnungslosen und nichtversicherten Menschen.
Frau Isas 3×5-Meter großes Mural am Wiener Donaukanal
Wien hat viele Gesichter – und das auch auf Stromkästen neben Eingangstüren. Seit Jahren tauchen dort immer neue Zeichnungen von Männerköpfen auf. Meist Gesichter mit grantigen Blick, gemalt mit schwarzen Edding. Wer dahinter steckt, ist unbekannt. Aber es gibt bereits Sammler, die dem unbekannten Künstler auf der Spur sind. Gerald Stocker etwa hat auf seinem Blog bereits mehr als 850 Köpfe dokumentiert – mit Hinweisen zum Tatort.
Sämtliche „Xichta“ blicken nach links. Der Künstler dürfte Rechtshänder sein…Gerald Stocker hat eine riesige Fotosammlung angelegt
„Es ist weder ein Vorhang, noch ist er eisern.“ Mit dieser Klarstellung eröffnete Direktor Bogdan Roscic die Präsentation des Eisernen Vorhangs für die neue Saison in der Wiener Staatsoper. Seit 27 Jahren wird die originale Brandschutzwand mit zeitgenössischer Kunst überdeckt. Heuer hat Pipilotti Rist das Großbild für die Initiative „museum in progress“ gestaltet. Die Schweizer Videokünstlerin widmet „Bauchhöhle überfliegt Staumauer“ ihrem Vater, „der immer am Stehplatz in der Oper war“. Über den farbenfrohen Stausee zwischen Bühne und Publikum sagt sie: „Geistige Energie schwappt in den Raum, aber man wird nicht nass.“ Direktor Bogdan Roscic meinte geschäftstüchtig, dass man am Abend kommen müsse, um die Arbeit zu verstehen. Und fügte schmunzelnd hinzu: „Wenn die Energie vom Publikum frei wird. Wenn Sie Pech haben auch olfaktorisch.“
Pipilotti Rist erzählt von inneren Farben, einer riesigen Masse Wasser und einem Menschenbauch.Das denkmalgeschützte Original – der Eiserne Vorhang des Malers Rudolf Hermann Eisenmenger mit Motiven aus der Gluck-Oper „Orpheus und Eurydike“ aus dem Jahr 1955 – wird Jahr für Jahr verhängt.
Der Ringturm am Donaukanal ist angeblich Wiens größte Kunstinstallation. Bis November ist auf 4.000 Quadratmetern Fläche das Kunstwerk „Mit den besten Zutaten“ von Johanna Kandl zu sehen. Es zeigt Behältnisse, die in einer Küche zu finden sind. Diese sind mit Werten wie „Mut“ und „Solidarität“ beschriftet. Kandl sagt über ihr Mutmachbild: „Solidarität gibt den Senf dazu, Együtt und Zajedno meint keine materiellen Produkte, sondern die Bezeichnungen für ‚Gemeinsam‘ auf Ungarisch und Kroatisch.“ Kandls über 70 Meter hoher „Vorratsschrank“ macht die in Wien oft hörbaren, aber selten verschriftlichten Sprachen sichtbar.
Ringturm-Verhüllung „Mit den besten Zutaten“ von Johanna Kandl