Monteverdi in Surround-Sound

Alte Musik auf alten Instrumenten in einer alten Kirche mit alten Zuhörern. Klingt nicht spannend? Doch, wenn Claudio Monteverdis Marienvesper vom Originalklangensemble Barucco und dem Chor Ad Libitum sowie !!! sechs !!! Gesangssolisten unter der Leitung von Heinz Ferlesch im Stift Melk dargeboten wird. TOP: Die Besucher konnten das selten aufgeführte Sakralwerk am Wochenende also in einzigartiger Kulisse voller Fresken und Gold erleben – und quasi in Surround-Sound 5.1. Denn die Sänger verteilten sich auf der Empore in der gesamten Stiftskirche. Welch entspannender, sanfter Hörgenuss! (Hörbeispiel)

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Die ausverkaufte „Marienvesper“ im Stift Melk

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Verpatztes Finale der Vokalwoche Melk

Das „große Abschlusskonzert“ mit den Kammerchören und dem Plenum der Vokalwoche Melk 2012 im halbleeren Kolomanisaal des Stiftes war kein großer Wurf. Okay, das Ambiente war schön und die Sängerinnen und Sänger hatten sichtbar ihren Spaß – aber zum Publikum ist nicht viel durchgedrungen. Vielleicht war auch das Unwetter daran Mitschuld, dass keine Stimmung aufkam. Denn schon vor dem Konzert stürzte ein Baum auf ein Auto am Parkplatz des Stiftes. Zudem regnete es so stark, dass viele Besucher nass, zu spät oder gar nicht das Konzert besuchten, und der Donner während des Konzertes lenkte immer wieder von der Musik ab.

Martin Lindenthal dirigierte mit großer Leidenschaft

Martin Lindenthal dirigierte mit Leidenschaft die Seminarteilnehmer der Vokalwoche.

Ein Highlight der ersten Hälfte war das Eröffnungsstück „Ubi caritas“ von Ola Gjelo sowie das  Schlusswerk „Big Bad World“ von Anders Edenroth. Bei letzterem trug auch der witzige Dirigent Martin Lindenthal einen hohen Anteil dazu bei. Die übrige Komik in so manchen Stücken war gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht. Das Konzert erinnerte an einen Musikschul-Vortragsabend von Erwachsenen. Programmansagen ohne Mikrofon und eine zwanzigminütige Pause ohne Getränke- und Buffet waren auch nicht jedermanns Sache. Vielleicht ist diese Kritik unfair, da sie sich auf die erste Hälfte des Konzertes bezieht und a capella-Literatur sehr schwer zu singen ist. Außerdem wären in der zweiten Hälfte noch Highlights mit Solist Bernd Oliver Fröhlich und Dirigent Heinz Ferlesch am Programm gestanden – doch ob das einen Eintrittspreis von 15 Euro rechtfertigen hätte können?

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