Für gut befundene Künstler

„Es ist auch bei uns nicht alles optimal gelaufen“ – soll Kaiserenkel Karl Habsburg zum Ausgang des ersten Weltkriegs gesagt haben. Mit diesem Zitat startet „Der allerletzte Tag der Menschheit“ von Hosea Ratschiller und dem Duo RaDeschnig.  Das Stück wird heuer mit dem Österreichischen Kabarettpreis  – Sparte Programmpreis – ausgezeichnet. Der Hauptpreis geht an Thomas Maurer für sein Werk „Der Tolerator“. Der 49-Jährige feiert bei einem Gläschen Wein. „Als junger Mensch habe ich eher Bier getrunken, weil der Wein in Wien nicht zum Saufen war, zumindest nicht in Lokalen, die man sich leisten konnte.“

kabarettpreis

Haderer, Eckhart, Maurer, RaDeschnig, Ratschiller

Inzwischen ist der Wein für Maurer interessant geworden – vor allem wegen des Geschmacksträgers Alkohol. Um ausgiebig verkosten zu können, drehte er kürzlich eine siebenteilige TV-Serie mit dem Titel „Warum Wein„. Warum? Warum nicht! „Gegen das Gschiss, das in Asien um Tee gemacht wird, ist das Gschiss,  das wir Westler um Wein machen, lächerlich.“ Neben Poetry-Slammerin Lisa Eckhart (Förderpreis) wird auch Karikaturist Gerhard Haderer (Sonderpreis) ausgezeichnet. Der 65-Jährige kommentiert mit seinen Zeichnungen kritisch und unterhaltsam aktuelle Entwicklungen – besonders auch im monatlichen Schundheff Moff. Unbedingt abonnieren!

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Karikaturen über die Politik in Österreich

„Alles Bestens – Karikaturen & Cartoons aus Österreich“ heißt die neue Ausstellung im Wiener Museumsquartier (Freiraum). Rund 150 Werke von 40 heimischen Künstlern wie Gerhard Haderer, Bernd Erlt oder Rudi Klein sind im Original zu sehen. Die meisten Zeichnungen werfen einen überzeichneten aber auch entlarvendenden Blick auf die österreichische Politik, auf die Korruptionsskandale oder die Finanzkrise. Höhepunkte sind jene Werke, bei welchen auch die Bleistiftskizzen dabei sind. Hier kann man die Entstehung einer Karikatur – vom Auftrag der Zeitung bis zur fertigen Zeichnung – nachverfolgen. Obwohl man die Ausstellung in einer halben Stunde durch hat und viele Bilder schon bekannt sind, kostet der Eintritt sieben Euro. (Keine Studentenvergünstigung!) Das ist ein bisschen viel – vor allem, weil daneben gleich der Komikshop ist, wo man sich tausende Kartikaturen kostenlos ansehen kann. Die „Alles Bestens“-Ausstellung dauert noch bis 17. Februar. Weitere Infos.
Karikatur

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über die Abenteuer eines Franziskaners. Infos und Blick ins Buch.