Frequency: Beatsteaks als heimlicher Headliner

Auch der dritte Festivaltag am Frequency-Festival in St. Pölten war dank sommerlichen Wetters und abwechslungsreicher Acts ein Erlebnis. „The Subways“ und „The Hives“ sorgten neben „Frittenbude“ bereits für einen energiegeladenen Festivalnachmittag. Auch der Vorabend konnte sich mit „Bush“ und „Patrice“ hören lassen. Weniger prickelnd waren die offiziellen Headliner des Tages. „Korn“ wäre wohl am Nova Rock-Festival besser aufgehoben gewesen. Sie lieferten eine tadellose Metal-Show ab – kamen aber nur bei ihren treuen Fans gut an. Das gleiche gilt für „Mia“. Ihre „Gute-Laune“-Musik ist schon in Ordnung – aber sie ist definitiv kein Headliner, sondern eine stimmungsvolle Nachmittagsband.

Blickfang: Bassistin Charlotte Cooper von "The Subways".

Blickfang: Charlotte Cooper von „The Subways“.

Show mit Hut: "The Hives" am Frequency.

Show mit Hut: „The Hives“ am Frequency.

Der heimliche Hauptact des Tages waren wohl die Beatsteaks. Obwohl die Gruppe über die Jahre stark nachgelassen hat und von ihren alten Hits wie „Let Me In“ oder „I Don‘t Care As Long As You Sing“ lebt, war die Show schwer in Ordnung. Da hat man schon anderes gesehen. Ihr Konzept ist klug: Gute Stimmung verbreiten, die Hits bis ins Unendliche verlängern und am Schluss eine Covernummer von den Beastie Boys. „Das ist einer von den Abenden, an denen alles gut ist“, meinte Frontmann Arnim Teutoburg-Wei. Das zahlreich erschienene Publikum schloss sich dieser Meinung an.

Frittenbude kamen mit Riesenstofftieren.

Frittenbude kamen mit Riesenstofftieren.

Mittelfinger-Showeinlage bei Frittenbude.

Mittelfinger-Showeinlage bei Frittenbude.

Reggae-Sänger und Songwriter Patrice ging den Abend gemütlich an.

Reggae-Sänger und Songwriter Patrice ging den Abend gemütlich an.

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Beatsteaks langweilen Linz

Das vergangene Beatsteaks-Konzert in der Linzer Tips-Arena wird wohl nicht in die Musikgeschichte eingehen. Erstens war die Halle nur zu 1/6 mit Besuchern gefüllt und zweitens spielte die Vorgruppe (Thees Ulmann Band) den Hauptact gegen die Wand. Obwohl die selbstbewussten Berliner ihre Hits wie „I Don’t Care“ oder „Let Me In“ mit „Lalala-Gegröle“ und Instrumentalteilen in die Länge zogen, konnten sie keine zweistündige Show bieten. Sie mussten sich mit Crowdsurfen, Sitz-Laola und anderen abgedroschenen Unterhaltungstricks sowie mit Coversongs wie dem „Hallelujah“ von Leonard Cohen über das Konzert retten. Nicht nur das Publikum war mäßig begeistert, auch Thees Uhlmann, der sich mit seinen Bandkollegen unter das Häufchen Fans mischte, schüttelte verständnislos den Kopf. Fazit: Die Beatsteaks sind für 45-minütige Festivalauftritte vor anspruchslosem „Ich will einfach nur Spaß haben“-Publikum eine super Band. Für mehr reichts leider nicht.

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