Sarg-Probeliegen im Bestattungsmuseum

Bei der 25. Langen Nacht der Museen hatten alleine in Wien mehr als 130 Häuser geöffnet. Unter anderem das Bestattungsmuseum am Zentralfriedhof. Dort stellten sich tausende Besucherinnen und Besucher an, um in einem echten Sarg Probeliegen zu dürfen. Fazit eines jungen Mannes: „Es ist sehr beruhigend, weich und kuschelig.“

Warteschlangen vor dem KHM / Insekten im NHM, die einen Knochen freilegen, „Metabolica“ von Thomas Feuerstein im MuseumsQuartier, Sarg-Probeliegen im Bestattungsmuseum.

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Spielerischer Untergang der Titanic

Die immersive Ausstellung „Die Legende der Titanic“ in der Wiener Marx-Halle ist ein Mix aus Fotospot, Fernsehen und Videospiel. Höhepunkt ist das sogenannte Metaverse. Hier setzt man eine spezielle Brille auf und geht virtuell selbst durch das berühmte Schiff. Die Grafik erinnert an ein altes Computerspiel. Trotzdem ein Erlebnis!

Besonderer Kinosaal: Die Titanic geht in einem halbstündigern Film auf allen Seiten unter.

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Neue „Alte Meisterin“ im KHM

Das Kunsthistorische Museum Wien widmet Michaelina Wautier seine große Herbstausstellung. Die belgische Barockmalerin aus dem 17. Jahrhundert ist lange Zeit in Vergessenheit geraten, ihre Bilder sind irrtümlich Männern zugeschrieben worden. Nun möchte das KHM die Forschung vorantreiben und der Malerin zum späten Durchbruch verhelfen.

Direktor Jonathan Fine und Expertin Katlijne Van der Stighelen vor Wautiers „Triumph des Bacchus“.

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Öffentlicher Automat mit Gratis-Kaffee

Vor dem Wien Museum musa steht jetzt ein „Sospeso“-Automat – ein Kaffeeautomat mit Gemeinschaftskonto. Man kann hier spendabel Geld einzahlen – oder bei einem Guthaben auch Gratis-Kafffee trinken. Eine Idee von Künstler Leopold Kessler, dem das musa aktuell eine große Ausstellung widmet.

Künstler Leopold Kessler und Wien-Museum-Kurator Vincent Elias Weisl

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Letzte Tage für Kunstforum Wien

Noch bis Donnerstagabend ist die Ausstellung „Mensch Berlin“ zu sehen, dann muss das Kunstforum Wien – nach 35 Jahren – auf der Freyung schließen. Ob es zu einer Neueröffnung an einem anderen Standort kommen wird, ist fraglich.

Das Ausstellungshaus wurde 1988 von Architekt Gustav Peichl umgebaut.

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Bauschutt-Container als Kunst

Der Schweizer Künster Reto Emch hat beim MuseumsQuartier unter dem Titel „Off-Balance“ sechs alte Bauschuttmulden aufstellen lassen, aus denen Farbe rinnt. Die Behälter wurden per Zug nach Wien transportiert und sollen den ökologischen Fußabdruck von Kunst thematisieren. „Kunstwerke werden über den ganzen Globus verschoben, denn die Museen möchten sich die Highlights teilen. Es ist ein Milliardengeschäft geworden, alle verdienen irgendwie mit. Off-Balance ist Ausdruck dessen, wie wir mit alldem umgehen“, so Emch. „Wir stehen auf der Kippe und befinden uns in Schräglage.“

Off-Balance am Vorplatz des MuseumsQuartiers

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Stausee in der Staatsoper

„Es ist weder ein Vorhang, noch ist er eisern.“ Mit dieser Klarstellung eröffnete Direktor Bogdan Roscic die Präsentation des Eisernen Vorhangs für die neue Saison in der Wiener Staatsoper. Seit 27 Jahren wird die originale Brandschutzwand mit zeitgenössischer Kunst überdeckt. Heuer hat Pipilotti Rist das Großbild für die Initiative „museum in progress“ gestaltet. Die Schweizer Videokünstlerin widmet „Bauchhöhle überfliegt Staumauer“ ihrem Vater, „der immer am Stehplatz in der Oper war“. Über den farbenfrohen Stausee zwischen Bühne und Publikum sagt sie: „Geistige Energie schwappt in den Raum, aber man wird nicht nass.“ Direktor Bogdan Roscic meinte geschäftstüchtig, dass man am Abend kommen müsse, um die Arbeit zu verstehen. Und fügte schmunzelnd hinzu: „Wenn die Energie vom Publikum frei wird. Wenn Sie Pech haben auch olfaktorisch.“

Pipilotti Rist erzählt von inneren Farben, einer riesigen Masse Wasser und einem Menschenbauch.
Das denkmalgeschützte Original – der Eiserne Vorhang des Malers Rudolf Hermann Eisenmenger mit Motiven aus der Gluck-Oper „Orpheus und Eurydike“ aus dem Jahr 1955 – wird Jahr für Jahr verhängt.

Kulturblogger–Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe – eine Familiengeschichte zwischen dem Sudetenland und Österreich. Blick ins Buch.

Namensmauer für Shoah-Opfer

Es ist bedrückend, die vielen Namen zu lesen. Im Ostarrichipark vor der Nationalbank befindet sich die Gedenkstätte für die in der Shoah ermordeten jüdischen Kinder, Frauen und Männer aus Österreich. Auf 160 Steintafeln sind die Namen der rund 65.000 österreichischen Opfer eingraviert. Eine ruhige Gedenkstätte.

Die Shoah bezeichnet die systematische Vernichtung von Bevölkerungsgruppen im Nationalsozialismus.
Rund 65.000 jüdische Österreicherinnen und Österreicher wurden ab 1938 getötet.

Kulturblogger–Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe – eine Familiengeschichte zwischen dem Sudetenland und Österreich. Blick ins Buch.

Würstel und Gurken in der Albertina

Erwin Wurm zeigt seit vielen Jahren, was alles eine Skulptur sein kann – von Würstel, Gurken bis aufgeblasenen Autos und zusammengedrückten Häusern. Aktuell feiert der international bekannte Künstler seinen 70. Geburtstag mit einer großen Ausstellung in der Albertina modern. Darin hat er extra eine zusammengequetschte Schule aufgestellt, die man nur in gebückter Haltung betreten kann. „In der Schule werden wir vom Staat erzogen“, sagt Wurm. In seinem Klassenzimmer hängen veraltete Lehrmittel. „Die waren mal Stand des Wissens. Mittlerweile sind sie politisch inkorrekt geworden. Als man sieht, wie sich Gesellschaft und Vorstellung von Welt ändern.“ Für Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder ist Wurm – in Hinblick auf seine Gurken- und Würstelskulpturen – „ein zutiefst österreichischer Künstler, der aber in der ganzen Welt verstanden wird.“

Liebespaar in Form von Knackern und Sacherwürstel
Wurms verengte Schule „aus Niederösterreich“ mit veralteten Plakaten

Kulturblogger–Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe – eine Familiengeschichte zwischen Gablonz und Steyr. Blick ins Buch.

Heidi Horten Collection zeigt Lieblingsbilder

„Das war für uns eine große Überraschung“, erzählt Museumsdirektorin Agnes Husslein-Arco. Die Heidi Horten Collection ließ das Publikum darüber abstimmen, welche Meisterwerke in die neue Dauerausstellung „Klimt ⇄ Warhol“ kommen sollen. 21.000 Stimmen wurden abgegeben. Auf Platz 1 landeten die „Geschwister“ von Paul Klee, dahinter das blaue Schwammbild von Yves Klein („Untitled Blue Sponge Relief“), gefolgt von „L’empire des Lumières“ von René Magritte. Große Namen wie Klimt oder Chagall waren weiter hinten gereiht. Das private Museum möchte auch in Zukunft über „Artfluence“-Votings wertvolle Informationen über den Geschmack des Publikums bekommen.

„Geschwister“ (1930) von Paul Klee hat beim Publikumsvoting 949 Stimmen (7,4%) bekommen.

Kulturblogger–Buchtipp: Inge – Bomben, Schmuck und Strümpfe – eine Familiengeschichte zwischen Gablonz und Steyr. Blick ins Buch.