Berni Wagner über Männer und Monster

Berni Wagner ist kein echter Mann. Zumindest teilen ihm das andere Männer ungefragt auf Social Media mit. Doch was ist das überhaupt – ein echter Mann? Das versucht der 33-jährige Kabarettist in seinem fünften Programm „Monster“ herauszufinden. Ein Mann ist jedenfalls keine Frau und kein Kind, sagt Wagner. Doch da geht das Problem schon los. („Ich bin zur Hälfte Frau, mütterlicherseits. Ich habe langjährigen Kindheitshintergrund.)

Was machen Männer? Polterabend („So sollte Sterbehilfe sein – wir machen uns einen schönen Tag, und dann ist er hin.“), Stellung („Der wahre Feind vom Bundesheer ist der Zivildienst.“), Kampfsport („Angriff ist die beste Selbstverteidigung. Schlagfertig. Schlag. Fertig.“), Krampuslauf („Volk begnadet für das Schöne“), Schimpfwörter („Das Gegenteil von ‚Weichei‘ ist Hodenkrebs“).

Und trotzdem – auch Berni Wagner hat ein „Monster“ in sich. Auch er will – in der Flut an negativen Nachrichten – das Mitgefühl fernhalten. Er will sich stark fühlen. („Wir sind alle Pazifisten, außer es trifft die richtigen.“) Meistens hat er sein Monster in die Abstellkammer der Psyche verbannt, die Tür zugesperrt und ein paar feministische Poster drübergenagelt. Doch immer wieder kommt es hervor…

Fazit: Männer haben und machen Probleme. Berni Wagner schafft es, dieses brandaktuelle Thema in einen grandiosen Kabarettabend zu verpacken. Besonders für Männer – eine niederschwellige Therapieeinheit zum Tränen lachen! Zum Finale appelliert der promovierte Verhaltensbiologe noch, auf die Wissenschaft zu hören: „Nicht der Stärkste überlebt den Kampf in der Natur, sondern die am besten Angepassten! Uns Menschen macht der Zusammenhalt aus. Dafür sind wir gemacht.“

Berni Wagner im „unmännlichen“ Bühnenoutfit im Wiener Stadtsaal

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Dr. Bohl: Paulus startet Solokarriere

„Solo“ heißt das erste Solo von Paulus Bohl. Der Social-Media-Comedian feierte diese Woche Premiere im Wiener Stadtsaal. „Ich hab sehr wenige Talente und einen sehr kleinen Kompetenzkreis“, sagt Paulus. Aber beim Dating würde er sich auskennen. „Ich bin draufgekommen, dass es dabei einige Geschichten gibt, die zu großer Belustigung führen.“ Gleichzeitig startet Paulus bei der ORF-Show Dancing Stars. „Irgendwelche Leute schön anziehen und sagen, sie sollen tanzen lernen, und das ganze Land schaut zu – das ist ein irres Konzept.“ Vielleicht wird das gleich der Stoff für sein nächstes Kabarettprogramm.

Erfolgsduo Dr. Bohl: Während Benji auf der Meduni Wien den Doktor macht, möchte sein Bruder Paulus weiter Schabernack treiben – auf Social Media und der Kabarettbühne.

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„Engel“ bei „Christmas in Vienna“

Schauspieler Stefan Jürgens („Soko Donau“) tritt heuer beim Fernsehkonzert „Christmas in Vienna“ im Konzerthaus auf. Dabei sitzt er mitten im Saal am Klavier, erzählt eine Weihnachtsgeschichte und singt sein Lied „Engel“. Darin geht es um Schutzengel und gute Geister. „Alles, was uns hilft, den Tag zu überleben“, so Jürgens. Mit einer Engelsstimme begeistert hingegen Sängerknaben-Solist Richard. TV-Tipp.

ORF 2 überträgt das Konzert am Sonntag, 22.12.24 um 22.10 Uhr

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Ausgezeichnete Frauen beim Österreichischen Kabarettpreis

Der Österreichische Kabarettpreis 2024 ist im Globe Wien vergeben worden: Der Hauptpreis ging an Sonja Pikart – und damit erstmals seit 24 Jahren wieder an eine Frau! Christina Kiesler bekam den Förderpreis, die Halloween-Show Ghöst (von Sonja Pikart, Berni Wagner und Christoph Fritz) wurde mit dem Programmpreis ausgezeichnet. Der Onlinepreis ging an „Toxische Pommes“, der Sonderpreis an „Wir Staatskünstler“ und der Fernsehpreis an „Was gibt es Neues?“. Herzliche Gratulation!

Am 20. Dezember 2024 wird die Verleihungsgala auf ORF 1 ausgestrahlt.

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Tabuthemen als Kabarett

Verena Titze ist 39 Jahre alt, hat in der Medienbranche gearbeitet – und ein Burnout samt Alkoholsucht überwunden. Über ihren schwierigen Weg zurück erzählt sie jetzt auf der Kabarettbühne. „Erfolgreich ins Burnout – ein kabarettistischer Crashkurs“ heißt ihr Debüt-Programm. Darin animiert sie, die eigenen Arbeits- und Trinkgewohnheiten zu hinterfragen.

Ist noch Zeit für Entspannung? Muss das Glas Wein am Abend sein? Verena Titze möchte Bewusstsein für „österreichische Tabuthemen“ schaffen. Am Montag war Kabarettpremiere im Wiener Orpheum.

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Politisches Kino bei der Viennale 2024

Die 62. Viennale ist eröffnet! Österreichs größtes Filmfestival zeigt bis Ende Oktober rund 230 Filme in fünf Wiener Kinos. Viele davon wurden bereits auf anderen internationalen Festivals ausgezeichnet. „Es ist ein sehr politisches Programm. Wir zeigen die besten Filme des Jahres“, sagt Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi. Das zeigte bereits der 42 Minuten kurze Eröffnungsfilm „C’est pas moi“ von Leos Carax im Gartenbaukino.

Die Viennale wurde im Gartenbaukino eröffnet. Das Sujet ist heuer eine Meeresalge.

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Schreiner und die Kindergarten-Verschwörung

„Aus Fehlern wird man klug – wenn man vorher deppert genug war.“ Kabarettist Clemens Maria Schreiner ist in seinem neuen Programm „Fehlerfrei“ der Ideallinie im Leben auf der Spur. Perfektion ist gefragt – wie im Sport. „Beim 400 Meter-Hürdenlauf sagt auch niemand: Danke Hürde, dass ich an dir wachsen darf.“ Information hilft, Fehler zu vermeiden! Zumindest reden uns Influencer ein, dass wir es alle bis ins Level 100 schaffen können. Genauso die neue KI-Brille, die sogar die Schuhgröße von Julius Cäsar weiß. („XL! Oder doch eher 40?“).

Als Papa einer Tochter will Schreiner natürlich keine Fehler machen. Er liest deshalb die Kinderbücher vorab – und erkennt die Wahrheit hinter „Benjamin Blümchen“ und „Briefe von Felix“. Und er lässt die KI-Brille schwierige Kinderfragen beantworten. („Warum kommt der Bu schneller raus, wenn ich gleichzeitig niese?“) Schließlich endet alles in einer großen Kindergarten-Verschwörung. Fazit: Ist Clemens Michael Schreiner fehlerfrei? Es ist sein bisher persönlichstes Programm – kein Fehler, sich das anzuschauen!

„Fehlerfrei“ im Kabarett Niedermair: Ein neues Level für Clemens Maria Schreiner

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Sprechende Vulva im Kabarett

„Ich heiße Clit/Doris, angenehm!“ Mit ihrem Vulva-Kostüm hat Antonia Stabinger für Aufklärung gesorgt und es sofort „ins Fernsehen“ geschafft. Nun legt sie mit ihrem ersten abendfüllenden Solokabarett „Angenehm“ nach – und schlüpft in weitere Rollen. Stabinger steht nicht nur als „starke Frau hinter erfolgreichen Männern“ auf der Bühne, sondern auch als Schaumbad, Panikattacke und „feministischer Support Act“. Großartig auch, wenn die Oma der Enkelin indiskret ins Gewissen redet, weil sie schon so lange in einer Zweierbeziehung ist. („Willst du nicht Single sein, oder kannst du es nicht?“) Und generell sei Heterosexualität mehr so eine Gewohnheit wie Fleischessen. („So eine saftige Quiche schmeckt oft viel besser als ein vertrocknetes Würstel.“)

Fazit: Mit Kostümen, Liedern, künstlicher Intelligenz und einer enormen Bühnenpräsenz zieht Antonia Stabinger das Publikum sofort in den Bann. Die Aufmerksamkeit nutzt sie, um unangenehme Themen – wie Gleichstellung – äußerst angenehm zu verpacken. Angenehm lustig – die neue Stabinger-Revue im Kabarett Niedermair! 

Clit/Doris: „Ich wurde wegtabuisiert – im Zeitalter der Aufklärung!“

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Dr. Hossa behandelt die Lachmuskeln

Tereza Hossa ist etwas Besonderes – sagen ihre Eltern. Sie ist jedenfalls Tierärztin und Kabarettistin. Bei Dates verrät sie aber meistens nur einen Job. Ihr Gegenüber ist schon damit überfordert, dass sie überhaupt arbeitet. In ihrem neuen Programm „Tagada“ erzählt Dr. Hossa aus ihrem pointenreichen Leben. Von der Geburt („Warum schreit die so?“) zur Großtierärztin („Männer finden es cool, dass ich Kühe fiste!“) bis zur Kabarettistin („Linke Männer haben auch eine Existenzberechtigung“).

Definitv etwas Besonderes sind ihre Erlebnisse am Land. Wo Männer im Suff auf Katzen schießen und man gegen die Langweile „entweder rechtsradikal wird oder einen Verein gründet“. Hossa schreckt nicht davor zurück, gegen Hundewelpen und Achselhaare zu argumentieren – und dreht so manche Rolle um. So verschickt sie stolz Nacktfotos und versteht nicht, warum sie kein Recht auf Geschlechtsverkehr hat. Fazit: Wenn Dr. Hossa ordiniert, geht das auf die Lachmuskeln! Keine Wartezeit bei den Pointen.

Eine Sache allein kann niemals alle Probleme lösen, weiß Dr. Hossa. „Zum Beispiel ein Mann.“

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Dieter Nuhr: Kunst gegen die Erregung

„Das, was ich auf der Bühne mache, habe ich nicht gelernt“, sagt Dieter Nuhr gegenüber dem ORF. „Aber Kunst habe ich gelernt!“ Tatsächlich studierte der deutsche Kabarettist und Fernsehmoderator Bildende Kunst und Geschichte auf Lehramt. Seine Kunstwerke sind eine Mischung aus digitaler Reisefotografie und digitaler Malerei. Nun hat der 63-jährige seine Bilder im Kunstforum Wien unter dem Titel „Woanders ist überall“ präsentiert. Und warum eigentlich? „Ein Bild ist eine Meditationshilfe“, sagt Nuhr. Mit seiner Kunst könne er „der ständigen Erregung“ etwas entgegenstellen.

Dieter Nuhr zeigt erstmals seine Kunst in Österreich – im Kunstforum Wien

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