Miau! Normalerweise sind LKWs auf den Straßen keine besonderen Blickfänger. Es gibt aber Ausnahmen – etwa jenen mit den „Warrior Cats“ von Künstler WolfGeorg. Hinter der Idee steckt das Wiener Projekt VOI fesch, das Kunst von Menschen mit Behinderung sichtbar und damit die Straßen etwas bunter macht. Unterstützenswert!
WolfGeorg hat seine „Warrior Cats“ ursprünglich mit Acrylstiften und Eddings gemalt.
Eine Wiener Autowerkstatt hat das Glück, direkten Blick auf die Kunstfassade eines Filmstudios zu haben. Seit Februar stellt das MMC Haus alle zwei Monate eine neue Künstlerin oder einen neuen Künstler aus. Das Studio möchte sich nicht nur schmücken, sondern mehr Farbe in den öffentlichen Raum bringen. Dafür ist diese Gegend rund um die Breitenfurter Straße ein besonders dankbares Pflaster. Aktuell kann bei der sonntäglichen Autopflege Christian Ludwig Attersees „Torso“ bestaunt werden – unübersehbar auf 200 Quadratmetern Fläche. „GroßArtig!“
Die ausgestellten Werke stehen 2020 unter dem Motto „But Beautiful“.
Die fast 300 Meter lange schwarze Wand ist als Zeichen der Trauer unübersehbar: In Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in Wien haben Sprayer gegenüber vom Schwedenplatz die Graffitis am Donaukanal mit schwarzer Farbe übermalt. Wer ein paar Meter weiter einen genaueren Blick wagt, findet außerdem erste Kunstwerke, die auf das Attentat Bezug nehmen: Neben Herzen und Friedenstauben wurde etwa der berühmte, aber wohl nie so gerufene Satz „Schleich di, du Oaschloch!“ bei der Freda-Meissner-Blau-Promenade gesprayt.
Schwarze Wand statt bunten Graffitis zwischen Salztor- und Marienbrücke.Eine urbane Legende: „Schleich di, du Oaschloch!“Sogar Snoopy trauert mit Wien am Donaukanal
Josef Jöchl stellt sich nicht gerne vor. Bei der Premiere seines ersten Soloprogramms „Nobody“ im Kabarett Niedermair blieb ihm aber nichts anderes übrig: Der Angestellte geht auf die vierzig zu, hat fünf Geschwister, ist daher bei Autofahrten als Kind immer im Kofferraum gesessen und kennt Fernbedienungen nur mit Isolierband geklebt. Er trägt gerne weiß, kauft Anti-Aging-Cremen, bezeichnet „Who let the dogs out“ als sein Lieblingslied – und hat sich vor seinen Tiroler Freunden und Eltern schon früh geoutet. „Es stimmt, was die Leute sagen…“, hatte er zögernd gesagt. „Ich will nicht mehr Skifahren.“ Seine Mama hat nur ein bisschen geweint. Sie hätte gerne Enkelkinder gehabt, die gerne Skifahren.
Kurz vor dem zweiten Lockdown: Josef Jöchl feiert Premiere mit „Nobody“
Ständig muss man sich vorstellen: bei Bewerbungsgesprächen, bei Tinderdates, als Millionenshow-Kandidat und bei Feiern. („Früher hat es bei Partys unterschiedliches Knabbergebäck gegeben. Jetzt, in meinem Alter, nur noch Grissini.“) Doch wer ist man und ist das so wichtig? Glaubt man an Sternzeichen oder Psychotests, auch wenn sie einem nicht schmeicheln? Welche Pille würde man im Film „The Matrix“ nehmen?
Josef Jöchl liefert mit „Nobody“ eine lockere, unterhaltsame Vorstellung. Er erzählt von seinen Beziehungen, dass ihm Yoga geholfen hat, „vernünftige Intervalle zum Zehennägel-Schneiden zu finden“, und, dass man „weder ins Lebensmittelgeschäft einkaufen gehen soll, wenn man ein bisschen hungrig ist, noch in den Drogeriemarkt, wenn man ein bisschen schiach ist“.