Gespenster im Akademietheater

Wer lockere und lustige Abendunterhaltung sucht, der sollte sich „Gespenster“ von Henry Ibsen im Akademietheater nicht ansehen. Die Inszenierung von David Bösch ist zwar grandios, drückt aber gewaltig auf die Stimmung. Einerseits durch die nebelig, düstere Schwarz-Weiß-Film-Athmosphäre, andererseits durch die Personen, die das Familiendrama auf die Bühne bringen. Johannes Krisch spielt einen aggressiven und bedrohlichen Alkoholiker, der seine naive Tochter (Liliane Amuat) besitzen will. Martin Schwab vertritt in der Rolle des Pastors die scheinheiligen, traditionellen (und frauenfeindlichen) Ideale der Gesellschaft. Kirsten Dene spielt eine Mutter, die viel zu spät die Wahrheit spricht und Markus Meyer ihren Sohn, einen kranken Künstler, der sich das Leben nimmt.

Höhepunkt des Stückes ist, wenn es auf der Bühne regnet, die Gespenster im Bühnenbild auftauchen und der kranke Sohn die Büste seines Vaters, der wesentliche Schuld an der Familienträgödie trägt, mit einem Hammer zerschlägt. Ebenfalls erwähnenswert sind die vielen kleinen Gesten, die dem Stück Tiefe aber auch ein bisschen Komik verleihen. Tiefpunkt des Stückes ist es, wenn die Stimmung mit dem Lied „Father And Son“ von Cat Stevens unnötig zerstört wird. Danach verliert das Stück auch an Tempo. Das Finale, eine Dia-Show mit Kinderzeichnungen, beeindruckt allerdings. Langer Applaus. Großes Theater! Wunderbar bewegender Abend!

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